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Gehaltsspiegel: Wer in der Digitalen Wirtschaft am besten verdient

26.08.16 Content-Berufe werden in der Digitalen Wirtschaft am schlechtesten bezahlt, Geschäftsführer, Planer und Personaler am besten: Das ist das Ergebnis der umfassenden Untersuchung von iBusiness über die Gehaltsstruktur in der deutschsprachigen Interaktivbranche, die jetzt für 2016 vorliegt.

Im Gegensatz zum Märchen mit dem Sterntaler ist es in der Digitalen Wirtschaft so, dass die weiblichen Protagonisten eher leer ausgehen (Bild: Heinrich Vogeler)
Bild: Heinrich Vogeler
Im Gegensatz zum Märchen mit dem Sterntaler ist es in der Digitalen Wirtschaft so, dass die weiblichen Protagonisten eher leer ausgehen

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TL;DR
Die Gehaltsentwicklung der deutschsprachigen Interaktivbranche spiegelt nicht wider, wie händeringend im deutschsprachigen Europa digitale Fachkräfte gesucht werden
Ein männlicher Business Developer, der seit mehr als zehn Jahren in der Branche aktiv ist, nachdem er seinen Master absolviert hat und der in einer Großbank in Düsseldorf arbeitet - der ist der digitale Sterntaler. Er verdient rechnerisch am besten in der deutschsprachigen Digitalindustrie. Pech hingegen hat, wer weiblich ist und in einer inhabergeführten Agentur ohne Betriebsrat in Leipzig arbeitet: Der verdient statistisch am schlechtesten.

Das ist das Ergebnis der umfassenden Gehaltsumfrage von iBusiness, die jetzt im iBusiness Gehaltsspiegel erschienen ist. Für die Erhebung haben wir im Frühjahr 2016 die knapp 40.000 registrierten Nutzer von iBusiness.de aufgefordert, an einer Online-Umfrage teilzunehmen. Viele hundert Teilnehmer sowohl aus Agenturen und Dienstleistern als auch aus der Industrie folgten diesem Aufruf. Dieser Gehaltsspiegel von iBusiness bildet damit den wohl vollständigsten Überblick über die gezahlten Gehälter, Nebenleistungen, Qualifikationen und Karrierefaktoren in allen Segmenten der deutschsprachigen digitalen Wirtschaft.

Im Durchschnitt verdient ein Interaktiver 55.271 Euro im Jahr

Im Durchschnitt verdient ein Interaktiver ein Fixgehalt von 55.271 Euro im Jahr. Hinzu kommen durchschnittlich 11.693 Euro variable Gehaltsbestandteile, sodass der durchschnittliche Interaktive auf ein Jahresgehalt von knapp 67.000 Euro kommt. Das sind knapp 5.600 Euro monatlich.

Jahresfixum plus durchschnittliche variable Leistung. Minimum/Maximum und Durchschnittswert
Jahresfixum plus durchschnittliche variable Leistung. Minimum/Maximum und Durchschnittswert
(Grafik: iBusiness.de)


In dieser Gesamtübersicht aller Berufsgruppen und der darin gezahlten Durchschnittsgehälter sind die Berufe nach durchschnittlichem Jahresfixum plus durchschnittlichen variablen Leistungen sortiert. Die Länge der Balkenarme zeigt dabei jeweils die Bandbreite des jeweiligen Gehaltsgefüges. Deutlich zu erkennen: Bei Content-Berufen ist das Durchschnittsgehalt mit unter 43.000 Euro Gesamt-Jahresgehalt am niedrigsten und bei Geschäftsführungspositionen mit durchschnittlich über 200.000 Euro am höchsten. Allerdings ist der Abstand zwischen Minimal- und Maximalgehalt im Vertrieb am höchsten - noch vor der Geschäftsführung. Aber auch in Controlling und Finance werden in der digitalen Wirtschaft sehr stark voneinander abweichende Gehälter bezahlt. Die geringste Spreizung der Gehälter konnten wir im Kundenservice, im Einkauf und bei der Entwicklung und Programmierung beobachten.

Trotz Fachkräftemangel: In sechs Jahren kaum Gehaltssteigerung

Seit dem Jahr 2009, als der bislang letzte iBusiness Gehaltsspiegel erschienen ist, hat sich der Fachkräftemangel in der Digitalindustrie deutlich verschärft. Laut der Auswertung des iBusiness-Stellenmarkts auf ibusiness.de/jobs - dem größten Stellenmarkt der Branche - werden inzwischen rund ein Viertel mehr Digitalarbeitsplätze ausgeschrieben als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig benötigt man immer länger, um diese Stellen zu besetzen: Die Standzeit von Stellenanzeigen liegt gegenwärtig bei durchschnittlich 170 Tagen. Das bedeutet: Die Stellenanzeige, die ein Personalverantwortlicher der Internetwirtschaft heute abschalten lässt, weil die Stelle endlich besetzt worden ist, ist vor sechs Monaten live gegangen.

Doch diese wachsende Nachfrage schlägt sich nicht in steigenden Gehältern nieder. Das von uns ermittelte rechnerische Durchschnittsgehalt der Interaktivbranche - rund 55.000 Euro zuzüglich variablen Leistungen - liegt nur wenig oberhalb des von iBusiness im Jahr 2009 ermittelten Durchschnittsgehalts. Damals ermittelten wir ein durchschnittliches Branchengehalt von 54.500 Euro. Nur wenn man die variablen Gehaltsbestandteile hinzurechnet (die nicht alle Arbeitnehmer erhalten und die zum Teil durch Mehrarbeit und Leistungsübererfüllung erreicht werden), kommt man auf einen rechnerischen Lohnzuwachs von pro Jahr 5,6 Prozent. Aber selbst dies ist angesichts der enormen Nachfrage nach Fachkräften eine eher moderate Steigerung.

Die durchschnittliche Bezahlung ist stark vom Standort eines Digital-Arbeitgebers abhängig, wie eine Auswertung der Durchschnittsgehälter nach Regionen belegt. Deutlich überdurchschnittlich hohe Gehälter können Digitale rund um Düsseldorf (Werbung), Frankfurt (Banken) und München (IT) erzielen. Auch in der Schweiz werden Digitalexperten im Schnitt überdurchschnittlich gut bezahlt - das ist allerdings eine Erkenntnis, die auch für fast alle anderen Berufe gilt. Kaum überdurchschnittlich hingegen wird rund um Stuttgart und Hamburg bezahlt. Im Durchschnitt besonders niedrige Gehälter zahlen digitale Arbeitgeber in Ostdeutschland, in Ostbayern sowie in Österreich. Ein unterdurchschnittliches Gehalt beziehen Digitale auch in Niedersachsen und in der Region um Köln.

Der neue iBusiness Gehaltsspiegel
 (Bild: Hightext Verlag)
Bild: Hightext Verlag
Der 'iBusiness Gehaltsspiegel' ist der Gehalts- und Karriere-Benchmark für Fach- und Führungskräfte in der Digitalen Wirtschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er listet detailliert Gehälter Gehaltsbestandteile und Zusatzleistungen auf, die in der Interaktivbranche in 21 Arbeitsgebieten, drei Führungsebenen und 11 Branchen gezahlt werden. Er kann im iBusiness Shop für 14,80 Euro bezogen werden. iBusiness-Premium-Mitglieder erhalten 20 Prozent Rabatt.
Einen deutlichen Zusammenhang gibt es zwischen Unternehmensgröße und Gehalt. Wobei der Umsatz offenbar wichtiger ist als die Zahl der Mitarbeiter. So wird in Großunternehmen mit mehr als zehn Milliarden Euro Jahresumsatz durchschnittlich ein Viertel mehr gezahlt als im Gesamtdurchschnitt. Ebenfalls überdurchschnittlich zahlen ältere Unternehmen, Unternehmen mit Betriebsrat, Banken, Versicherungen und Dienstleistungsunternehmen.

Auch hat die Studie einen deutlichen Zusammenhang ermittelt zwischen der Berufserfahrung und dem durchschnittlichen Fixgehalt. Berufsanfänger müssen in der digitalen Wirtschaft mit deutlichen Abschlägen kalkulieren. Erst ab zehn Jahren Berufserfahrung wird überdurchschnittlich mehr gezahlt - was zu einem wesentlichen Teil auf die Art der Tätigkeit zurückzuführen ist.

Deutlich wird außerdem: Das Fehlen eines Penis wird auch in der Digitalwirtschaft mit starken Gehaltsabschlägen bestraft. Der Frauen-Malus schlägt mit durchschnittlich minus 15,4 Prozent zu Buche. Aber dass die Digitale Wirtschaft gendertechnisch die rückschrittlichste Branche Deutschlands ist, wussten wir ja bereits.

(Autor: Joachim Graf)

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