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FIFA will Handy-TV verhindern

01.04.06 (iBusiness) Das Projekt Handy-TV kommt einfach nicht zur Ruhe: Während die einzelnen Landesmedienanstalten immer noch über einen einheitlichen Standard streiten, droht bereits das nächste Ungemach. Denn niemand geringeres als der internationale Fußballverband FIFA setzt jetzt alle Hebel in Bewegung, damit das Handy-Display während der WM auch unbewegt bleibt.

Auf der CeBIT war sie noch zu sehen, jetzt weiß angeblich keiner mehr davon: Völlig überraschend hat Mobilfunkprovider Debitel seine marktfähige Handy-TV-Lösung wieder in der Schublade vergraben. Eine offizielle Erklärung dazu ist von den Stuttgartern nicht zu bekommen. "Dem Unternehmen blieb schlichtweg keine andere Wahl", erklärt aber ein Brancheninsider, der anonym bleiben will. "Der Druck der Fußball-Funktionäre", erklärt er das Verschwinden der Handy-TV-Lösung, "war wohl einfach zu hoch."

Kein Wunder: Laut iBusiness-Informationen scheut die FIFA Relation Browser derzeit keine Mühen, um das Mobilfunk-Projekt Handy-TV zu begraben. Zumindest während der WM. Denn die Werbepartner der FIFA wie McDonalds Relation Browser oder Coca Cola Relation Browser haben das Exklusiv-Recht, in und um die Stadien zu werben. Wenn allerdings Fernsehbilder auf ein Handy geschickt wird, erscheinen die Bilder der WM in der Nähe der Markenlogos der Gerätehersteller. Dumm, denn keiner von diesen ist FIFA-Partner. iBusiness-Informationen zufolge steht die FIFA nun mit den Handyherstellern in Verhandlungen: Sie sollen entweder mehrstellige Millionenbeiträge zahlen, damit sie ihr Herstellerlogo auf den empfangsfähigen Handys belassen dürfen - oder aber ihre Kunden auffordern, für die Zeit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ihr normales Handy gegen ein logofreies Handy auszutauschen. "Was mit Fußballstadien möglich ist, muß ja wohl auch für Handys möglich sein", soll ein FIFA-Funktionär während der Verhandlungen im Konferenzgebäude des Frankfurter Flughafens am Samstag argumentiert haben. Gerätehersteller und Mobilnetzbetreiber scheinen allerdings iBusiness-Informationen zufolge hartleibigere Verhandlungspartner zu sein, als die Stadtverwaltungen der Austragungsstädte.

Mit einem Verhandlungsergebnis ist nicht vor dem 1.4. zu rechnen. (sr)

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