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Industrie 4.0: Jedes zweite Industrieunternehmen nutzt vernetze Anwendungen

21.04.16 Bei den Investitionen in innovative digitale Technologien für die vernetzte Produktion sind deutsche Unternehmen noch zurückhaltend. Trotzdem nutzt fast jedes zweite Industrieunternehmen Industrie 4.0. Das ist ein Kernergebnis einer repräsentativen Befragung des Bitkom zur Homepage dieses Unternehmes Relation Browser im Vorfeld der diesjährigen Hannover Messe.

 (Bild: Hochschule Esslingen)
Bild: Hochschule Esslingen
46 Prozent der Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe nutzen Industrie-4.0-Anwendungen, und weitere 19 Prozent haben konkrete Pläne für den Einsatz. Das heißt: Fast zwei Drittel der deutschen Industrieunternehmen (65 Prozent) sind bereits im Bereich Industrie 4.0 aktiv. Ein Viertel der Befragten (23 Prozent) hat noch keine konkreten Pläne für den Einsatz von Industrie 4.0, kann sich aber vorstellen, künftig entsprechende Anwendungen zu nutzen. Nur 12 Prozent sagen, dass Industrie 4.0 für sie kein Thema ist oder sein wird.

Die Studie zeigt auch, dass die Unternehmer in puncto Investitionen noch eher vorsichtig agieren. So haben zwar 57 Prozent der Betriebe, die Industrie 4.0 anwenden oder dies planen, in diesem Jahr Gelder dafür eingeplant - das Budget macht aber im Schnitt nur 4 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Das Ziel: Prozesse optimieren und die Kapazitätsauslastung verbessern

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Bedeutung von Industrie 4.0 bei deutschen Industrieunternehmen 2016
(chart: Bitkom)
Laut der Bitkom-Befragung verfolgen die Anwender und Planer von Industrie 4.0 damit vor allem das Ziel, ihre Prozesse zu optimieren und die Kapazitätsauslastung in ihren Fabriken zu verbessern. 69 bzw. 57 Prozent nennen diese Punkte unter den drei wichtigsten Zielen. Rund die Hälfte (50 Prozent) erhofft sich von dem Einsatz vor allem eine schnellere Umsetzung von individuellen Kundenwünschen. 44 Prozent wollen durch Industrie 4.0 vor allem ihre Produktionskosten senken und 19 Prozent ihre Personalkosten. Eine bessere Planung von Wartungsfenstern hat für 17 Prozent der Anwender und Planer hohe Priorität. Nur 14 Prozent verfolgen mit Industrie 4.0 zuvorderst das Ziel, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder bestehende Geschäftsmodelle zu verändern. Lediglich 13 Prozent zielen mit Industrie 4.0 vor allem darauf ab, neue Kundengruppen anzusprechen.

Bei der Umsetzung von Industrie 4.0 gehen die Anwender und Planer fast alle (97 Prozent) strategisch vor, wobei die Ansätze unterschiedlich weit reichen: 59 Prozent haben eine Strategie für das Gesamtunternehmen, 38 Prozent nur für einzelne Bereiche des Unternehmens.

Umsetzung vor allem mit internen Mitarbeitern

Laut der Befragung werden die Industrie-4.0-Strategien derzeit größtenteils mit internen Mitarbeitern wie dem Produktionsleiter entwickelt, wie 91 Prozent der Befragten erklären. 39 Prozent haben externe Berater herangezogen, zum Beispiel von Unternehmensberatungen oder Industrie- und Handelskammern. 28 Prozent haben ihre Strategie in Kooperation mit mittelständischen oder großen Unternehmen aus der Digitalbranche entwickelt. 11 Prozent haben dafür mit Wettbewerbern kooperiert, 8 Prozent mit wissenschaftlichen Einrichtungen. Lediglich 6 Prozent haben Start-ups in den Strategieprozess miteinbezogen.

Die größte Hürde beim Einsatz von Industrie 4.0 ist der hierfür nötige Mitteleinsatz. 75 Prozent aller Industrieunternehmen sagen, dass hohe Investitionskosten den Einsatz von Industrie 4.0 in ihrem Unternehmen hemmen. Anforderungen an den Datenschutz und an die Datensicherheit gehören mit 55 bzw. 51 Prozent ebenfalls zu den Haupthemmnissen. Der Mangel an Fachkräften wird von 53 Prozent als Problem genannt. Weitere Hemmnisse sind: die Komplexität des Themas (50 Prozent), der fehlende Rechtsrahmen (40 Prozent), eine befürchtete Störanfälligkeit der Systeme (38 Prozent), sowie fehlende Standards (36 Prozent).

Industrie 4.0 schafft mehr Arbeitsplätze als sie kostet

Industrie 4.0 hat auch Auswirkungen auf die Arbeit in der vernetzten Fabrik. So haben 11 Prozent der Unternehmen, die Industrie 4.0 anwenden oder dies planen, im vergangenen Jahr neue Mitarbeiter für diesen Bereich eingestellt, 15 Prozent planen das für dieses Jahr. Am gefragtesten aus der Gruppe der IT-Berufe sind dabei Datenanalysten: 36 Prozent der Unternehmen, die Mitarbeiter für Industrie 4.0 eingestellt haben oder dies planen, nennen diese Berufsgruppe. IT-Sicherheitsexperten stehen mit 21 Prozent an zweiter Stelle.

Eingestellt wurden oder werden zudem Software-Entwickler bzw. Programmierer (17 Prozent), IT-Service Manager (15 Prozent), Systemarchitekten (13 Prozent) und Qualitätsmanager/Tester (10 Prozent). Zudem will jedes zweite Unternehmen (51 Prozent), das bereits Industrie 4.0 nutzt oder dies plant, in diesem Jahr Mitarbeiter weiterbilden. 43 Prozent haben das im vergangenen Jahr getan. Entlassungen infolge von Industrie 4.0 sind dagegen kaum geplant: Nur 6 Prozent der Anwender und Planer haben im vergangenen Jahr Stellen abgebaut, 7 Prozent wollen das dieses Jahr tun.

Gefragt sind laut der Studie vor allem gut qualifizierte Fachkräfte, die interdisziplinäres Wissen für das vernetzte Arbeiten im Team mitbringen. Aber auch für eher gering qualifiziertes Personal eröffnet Industrie 4.0 durch IT-basierte Assistenzsysteme neue Chancen. Laut der Umfrage unterschreiben zudem drei Viertel der Unternehmen (75 Prozent) den Satz: Industrie 4.0 ist die Voraussetzung für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie - und damit auch für die Sicherung von Arbeitsplätzen.

Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 559 Produktionsleiter, Vorstände oder Geschäftsführer von Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern befragt.

(Autor: Verena Gründel-Sauer)

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