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Neuer Trend: Mobile Affiliate-Marketing

20.11.09 Im stationären Web ist Affiliate-Marketing längst eine feste Größe im Online-Marketing. Mobil läuft dagegen noch kaum etwas. Der Markt ist gerade erst im Begriff zu entstehen, bietet damit aber die Chance, sich einen Platz zu erobern. Wer von dem sicher bevorstehenden Wachstum profitiert.

 (Bild: SXC.hu/Rodolfo Clix)
Bild: SXC.hu/Rodolfo Clix
"Wir stehen im Mobile Affiliate-Marketing ganz am Anfang, wie noch vor einigen Jahren im gesamten Mobile-Bereich", lautet die Einschätzung von Manuel Kester Manuel Kester in Expertenprofilen nachschlagen zum Marktstadium von Affiliate-Marketing über mobile Endgeräte. Und mit dieser Einschätzung steht der Geschäftsführer des Affiliate-Netzwerks Belboon-Adbutler Relation Browser nicht allein. Auch für Nils Hachen Nils Hachen in Expertenprofilen nachschlagen , Fachgruppenleiter Performance Marketing im BVDW Relation Browser , steckt mobiles Affiliate-Marketing noch in den Kinderschuhen.

Tatsächlich hat der Markt momentan noch nicht viel zu bieten: Belboon-Adbutler ist eines der wenigen Affiliate-Netzwerke, das überhaupt Partnerprogramme für mobile Nutzung anbietet. Der Klingelton-Spezialist Jamba Relation Browser kam im April 2008 mit dem Wunsch nach einem Mobile-Programm auf das Netzwerk zu - und ist bis heute der größte Kunde im Mobile Affiliate des Netzwerks. Daneben haben nur Quelle zur Homepage dieses Unternehmnes Relation Browser und Shop-Apotheke.com zur Homepage dieses Unternehmnes Relation Browser das unbekannte Neuland betreten.

Zwei Bereiche hat Nils Hachen ausgemacht, in denen mobile Partnerprogramme heute schon laufen: Das sind zum einen eben Klingelton-, Wallpaper- und Gamesanbieter und zum anderen ist es der Bereich Adult Content, sprich Sex und Pornos. Doch kaum einer will mit solchen Erfolgen hausieren gehen, daher taugt das Sex-Geschäft nur bedingt als Marktbereiter.

 (Bild: HighText Verlag)
Bild: HighText Verlag
So sparsam der Markt derzeit auch besetzt ist, so groß sind im Gegenzug die Wachstumschancen, die ihm eingeräumt werden. Mehrere Faktoren wirken derzeit zusammen: Zum einen hat mit der Einführung des iPhones und dem Nachziehen anderer Hersteller die Penetration mit mobilen Endgeräten deutlich zugenommen. Zeitgleich bauen die Netzbetreiber mit der Einführung von weiteren Daten-Flatrates ein Hemmnis für mobiles Surfen ab. Beide Trends entwickeln sich noch weiter und beschleunigen zusammen die mobile Internetnutzung stark. Zum anderen haben viele Unternehmen mittlerweile realisiert, dass sich das mobile Internet zu einem ernst zu nehmenden Kanal entwickelt. Deswegen springen immer mehr Unternehmen mit eigenen mobilen Sites auf den Zug auf - eine Entwicklung, die sich ab dem kommenden Jahr deutlich verstärken wird.

Gleichzeitig können neue Endgeräte Sites aus dem stationären Web immer besser darstellen, sodass eigene Mobile-Sites gar nicht immer notwendig sind. Zudem bringen Apps maßgeschneiderte Inhalte auf die Handys. Parallel zur steigenden Nutzung wächst damit auch die Menge der verfügbaren Inhalte, die zum einen refinanziert werden sollen und zum anderen erst den Raum für mobile Werbekonzepte bieten.

Mobile Affiliate wird ein weiterer Kanal

 (Bild: Yoc AG)
Bild: Yoc AG
Und die Konzepte sind vielfältig. Belboon-Adbutler, als Teil der YOC-Gruppe mit langjährigem Knowhow in Sachen Mobile Marketing im Rücken, will das Mobile Affiliate-Marketing zunächst als einen weiteren Kanal im Rahmen des Affiliate-Marketings etablieren. "Für die Advertiser läuft es ganz einfach: Sie stellen zusätzliche Werbemittel für Mobile bereit, etwa 6:1-Ads in den vier gängigen Größen sowie Textlinks, dazu kommt das mobile Tracking, und der Rest läuft dann nach den gelernten Prozessen ab", erklärt Manuel Kester. Dahinter steckt allerdings viel Technologie, die derzeit außer Belboon-Adbutler kaum einer zu bieten hat, wie Kester stolz anmerkt. Denn der Ad-Server muss in der Lage sein, die Affiliate-Banner displaygerecht auszuliefern, also an das Gerät, die verwendete Software und die Besonderheiten des Netzbetreibers anpassen. Bei mehr als 3.000 Geräten "schon ein Kunststück", so Kester. Zudem funktioniere das herkömmliche Tracking nicht, da die mobilen Endgeräte Cookies entweder gar nicht oder auf sehr eigene Weise verarbeiten. Belboon-Adbutler hat deswegen eine neue Tracking-Technologie aufgesetzt.

 (Bild: Zanox)
Bild: Zanox
Den hohen Investitionsaufwand, der dafür notwendig ist, scheuen andere Netzbetreiber. Außerdem, so glaubt etwa Gerhard Köstler Gerhard Köstler in Expertenprofilen nachschlagen , Senior Director Product Management beim Affiliate-Netzwerk Zanox zur Homepage dieses Unternehmnes Relation Browser , lässt sich Affiliate-Marketing nicht 1:1 auf Mobile übertragen. Ein Grund ist, dass in absehbarer Zeit Güter wie Schuhe, Bücher oder DSL-Verträge - also Dinge, die typischerweise über Affiliate-Marketing beworben werden, nicht über ein Mobilgerät gekauft werden. Ein anderer Grund ist, dass seiner Meinung nach die Stärken des mobilen Internets viel stärker ausgenutzt werden müssen. "Wir brauchen ganz neue, innovative Formen und müssen in ganz neue Richtungen denken", betont Köstler. Er hält Apps für einen der wesentlichen Bausteine der Zukunft. "Sowohl Apple mit iPhone OS als auch Google mit Android setzen auf Apps, außerdem Social Networks wie Facebook", so Köstler, "deswegen wird ihre Bedeutung weiter zunehmen und sie werden eine Schlüsselrolle spielen."

Köstler verdeutlicht die Einschätzung mit Zahlen aus Japan, einem Markt, der Deutschland in Sachen Mobile um mehrere Jahre voraus ist: Bei Mixi Relation Browser , dem größten japanischen Social Network mit rund 17 Millionen registrierten Usern, macht laut Köstler die mobile Nutzung bereits 65 Prozent aus. Nur noch die Minderheit der japanischen Nutzer greift über das stationäre Web auf Mixi zu. Eine solche Entwicklung hält er auch hierzulande für denkbar.

 (Bild: Nokia)
Bild: Nokia
Dementsprechend setzt auch Zanox Relation Browser auf Apps. Das Affiliate-Netzwerk öffnet schrittweise seine Plattform, will gezielt Entwickler ansprechen und hat einen eigenen App-Store eingerichtet. Ziel ist, spezielle Angebote für mobile Endgeräte auf den Markt zu bringen.

Neue Werbung durch Ortserkennung


Daneben glaubt Köstler an eine weitere Besonderheit mobiler Internetnutzung: Weil die Nutzer das Gerät immer und überall dabeihaben, sind sie immer erreichbar und zwar an lokalisierbaren Orten - Stichwort Location-based Services. So könnten zum Beispiel Coupons von Läden in unmittelbarer Nähe des Nutzers auf sein Handy geschickt werden, die ihn in den entsprechenden Laden locken. Kauft er tatsächlich etwas ein, wird die Aktion provisioniert. Oder ein anderes Beispiel: Ein Kunde sieht in einer Buchhandlung ein Buch, das er einem Freund empfehlen will. Er scannt mit dem Handy den Barcode ein, schickt ihn an eine Produktangebots-Datenbank, die checkt, in welchem Onlineshop das Buch verfügbar ist. Dann kann der Kunde seinem Freund eine Nachricht mit einem Link zu diesem Buch in diesem Shop zukommen lassen, etwa via Twitter, Facebook oder E-Mail. Bestellt der Freund das Buch über diesen Link, erhält der Empfehler eine Provision.

Als weitere Besonderheit spielt die Funktion Telefon eine Rolle. Zum einen können Käufe über das mobile Endgerät schnell und einfach über die Telefonrechnung abgerechnet werden, was je nach Produkt deutlich höhere Konversionsraten verspricht als im stationären Web. Hier werden sicher in den kommenden Monaten etliche Programme entstehen. Zum anderen kann eine Verbindung zwischen mobilem Endgerät und der Bestellung via Telefon geschaffen werden. Dafür liefert das Affiliate-Netzwerk beispielsweise einen Textlink an eine mobile Website aus, über den der Nutzer auf eine spezielle Landingpage gelangt. Dort findet er eine Telefonnummer, die auf Klick angewählt wird und unter der er seine Bestellung vornehmen kann. Der Vorteil: Der Nutzer hat direkten Kontakt zum Shop, muss nichts eintippen und kann auch herkömmliche Bezahlwege wählen.

 (Bild: qrtag.net)
Bild: qrtag.net
Weitere Anwendungen, die die Online- und die Offline-Welt via mobiler Webnutzung verbinden, liegen in QR-Tags zur Homepage dieses Unternehmnes Relation Browser sowie in Near-Field-Communication. In Japan seien bereits nahezu 100 Prozent der mobilen Endgeräte in der Lage, QR-Tags zu lesen, weswegen dort mittlerweile das Straßenbild von ganzen Wänden mit QR-Tags geprägt sei, so Köstler.

Mobile Affiliate in zwei Jahren schon Standard

Bis es hierzulande allerdings soweit ist, wird noch einige Zeit vergehen. Wie lange, ist unklar. Nils Hachen glaubt, dass vor einem Durchbruch beim Mobile Affiliate-Marketing die mobile Suche etabliert sein muss. Nur dann nämlich finden die Nutzer die Inhalte, die Publisher über Affiliate-Banner refinanzieren wollen. Das allerdings spielt vor allem für klassisches Affiliate-Marketing eine Rolle, das auf mobile Nutzung übertragen wurde. Andere Anwendungen können sich parallel dazu etablieren. Für Manuel Kester steht fest, dass Mobile Affiliate-Marketing in zwei Jahren zum Standard geworden ist. "Bis dahin wollen wir deutlich über 100 Kunden in diesem Bereich haben und der Umsatzanteil mobiler Partnerprogramme soll im einstelligen Prozentbereich liegen," gibt er das ehrgeizige Ziel vor. Denn noch, so räumt er ein, mache Mobile Affiliate noch nicht einmal ein Prozent am gesamten Affiliate-Umsatz bei Belboon-Adbutler aus.

Bis in ein paar Jahren werden sich auf dem Markt verschiedene Player tummeln, darunter nach Ansicht Kesters zwei bis drei große: Neben Spezialisten aus der Affiliate-Ecke haben auch Mobile-Spezialisten eine Chance, sich einen Platz zu erobern. So hält Kester beispielsweise Admob, unlängst von Google aufgekauft, für einen möglichen Player. Und auch Allianzen mit Partnern von beiden Seiten sind gut denkbar, denn so Zanox-Mann Köstler "Wir müssen ja nicht alles selbst machen".

So wird der Mobile-Bereich in den kommenden zwei bis drei Jahren die gleichen Entwicklungsschritte durchlaufen wie das stationäre Web: Etablieren von Suchhilfen, Ausbau der Inhalte, Weiterentwicklung von Display-Werbeformen und schrittweises Etablieren von Affiliate-Marketing - nur wird dieser Prozess im Zeitraffer stattfinden.


 (Bild: Runde-Geschichten.de)
Bild: Runde-Geschichten.de
iBusiness-Autorin Christiane Fröhlich Christiane Fröhlich in Expertenprofilen nachschlagen ist freiberufliche Journalistin und online zu finden unter Runde-geschichten.de Relation Browser .

(Autor: Joachim Graf)

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