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Neuer Trend: Mobile Affiliate-Marketing
20.11.09 Im stationären Web ist Affiliate-Marketing längst eine feste Größe im Online-Marketing. Mobil läuft dagegen noch kaum etwas. Der Markt ist gerade erst im Begriff zu entstehen, bietet damit aber die Chance, sich einen Platz zu erobern. Wer von dem sicher bevorstehenden Wachstum profitiert.
Tatsächlich hat der Markt momentan noch nicht viel zu bieten: Belboon-Adbutler ist eines der wenigen Affiliate-Netzwerke, das überhaupt Partnerprogramme für mobile Nutzung anbietet. Der Klingelton-Spezialist Jamba
kam im April 2008 mit dem Wunsch nach einem Mobile-Programm auf das Netzwerk zu - und ist bis heute der größte Kunde im Mobile Affiliate des Netzwerks. Daneben haben nur Quelle
und Shop-Apotheke.com
das unbekannte Neuland betreten.
Zwei Bereiche hat Nils Hachen ausgemacht, in denen mobile Partnerprogramme heute schon laufen: Das sind zum einen eben Klingelton-, Wallpaper- und Gamesanbieter und zum anderen ist es der Bereich Adult Content, sprich Sex und Pornos. Doch kaum einer will mit solchen Erfolgen hausieren gehen, daher taugt das Sex-Geschäft nur bedingt als Marktbereiter.
Gleichzeitig können neue Endgeräte Sites aus dem stationären Web immer besser darstellen, sodass eigene Mobile-Sites gar nicht immer notwendig sind. Zudem bringen Apps maßgeschneiderte Inhalte auf die Handys. Parallel zur steigenden Nutzung wächst damit auch die Menge der verfügbaren Inhalte, die zum einen refinanziert werden sollen und zum anderen erst den Raum für mobile Werbekonzepte bieten.
Mobile Affiliate wird ein weiterer Kanal
Köstler verdeutlicht die Einschätzung mit Zahlen aus Japan, einem Markt, der Deutschland in Sachen Mobile um mehrere Jahre voraus ist: Bei Mixi
, dem größten japanischen Social Network mit rund 17 Millionen registrierten Usern, macht laut Köstler die mobile Nutzung bereits 65 Prozent aus. Nur noch die Minderheit der japanischen Nutzer greift über das stationäre Web auf Mixi zu. Eine solche Entwicklung hält er auch hierzulande für denkbar.
Neue Werbung durch Ortserkennung
Daneben glaubt Köstler an eine weitere Besonderheit mobiler Internetnutzung: Weil die Nutzer das Gerät immer und überall dabeihaben, sind sie immer erreichbar und zwar an lokalisierbaren Orten - Stichwort Location-based Services. So könnten zum Beispiel Coupons von Läden in unmittelbarer Nähe des Nutzers auf sein Handy geschickt werden, die ihn in den entsprechenden Laden locken. Kauft er tatsächlich etwas ein, wird die Aktion provisioniert. Oder ein anderes Beispiel: Ein Kunde sieht in einer Buchhandlung ein Buch, das er einem Freund empfehlen will. Er scannt mit dem Handy den Barcode ein, schickt ihn an eine Produktangebots-Datenbank, die checkt, in welchem Onlineshop das Buch verfügbar ist. Dann kann der Kunde seinem Freund eine Nachricht mit einem Link zu diesem Buch in diesem Shop zukommen lassen, etwa via Twitter, Facebook oder E-Mail. Bestellt der Freund das Buch über diesen Link, erhält der Empfehler eine Provision.
Als weitere Besonderheit spielt die Funktion Telefon eine Rolle. Zum einen können Käufe über das mobile Endgerät schnell und einfach über die Telefonrechnung abgerechnet werden, was je nach Produkt deutlich höhere Konversionsraten verspricht als im stationären Web. Hier werden sicher in den kommenden Monaten etliche Programme entstehen. Zum anderen kann eine Verbindung zwischen mobilem Endgerät und der Bestellung via Telefon geschaffen werden. Dafür liefert das Affiliate-Netzwerk beispielsweise einen Textlink an eine mobile Website aus, über den der Nutzer auf eine spezielle Landingpage gelangt. Dort findet er eine Telefonnummer, die auf Klick angewählt wird und unter der er seine Bestellung vornehmen kann. Der Vorteil: Der Nutzer hat direkten Kontakt zum Shop, muss nichts eintippen und kann auch herkömmliche Bezahlwege wählen.
Mobile Affiliate in zwei Jahren schon Standard
Bis es hierzulande allerdings soweit ist, wird noch einige Zeit vergehen. Wie lange, ist unklar. Nils Hachen glaubt, dass vor einem Durchbruch beim Mobile Affiliate-Marketing die mobile Suche etabliert sein muss. Nur dann nämlich finden die Nutzer die Inhalte, die Publisher über Affiliate-Banner refinanzieren wollen. Das allerdings spielt vor allem für klassisches Affiliate-Marketing eine Rolle, das auf mobile Nutzung übertragen wurde. Andere Anwendungen können sich parallel dazu etablieren. Für Manuel Kester steht fest, dass Mobile Affiliate-Marketing in zwei Jahren zum Standard geworden ist. "Bis dahin wollen wir deutlich über 100 Kunden in diesem Bereich haben und der Umsatzanteil mobiler Partnerprogramme soll im einstelligen Prozentbereich liegen," gibt er das ehrgeizige Ziel vor. Denn noch, so räumt er ein, mache Mobile Affiliate noch nicht einmal ein Prozent am gesamten Affiliate-Umsatz bei Belboon-Adbutler aus.
Bis in ein paar Jahren werden sich auf dem Markt verschiedene Player tummeln, darunter nach Ansicht Kesters zwei bis drei große: Neben Spezialisten aus der Affiliate-Ecke haben auch Mobile-Spezialisten eine Chance, sich einen Platz zu erobern. So hält Kester beispielsweise Admob, unlängst von Google aufgekauft, für einen möglichen Player. Und auch Allianzen mit Partnern von beiden Seiten sind gut denkbar, denn so Zanox-Mann Köstler "Wir müssen ja nicht alles selbst machen".
So wird der Mobile-Bereich in den kommenden zwei bis drei Jahren die gleichen Entwicklungsschritte durchlaufen wie das stationäre Web: Etablieren von Suchhilfen, Ausbau der Inhalte, Weiterentwicklung von Display-Werbeformen und schrittweises Etablieren von Affiliate-Marketing - nur wird dieser Prozess im Zeitraffer stattfinden.
(Autor: Joachim Graf)
- 1. Teil: Neuer Trend: Mobile Affiliate-Marketing
- 2. Teil: Joachim Graf: Es dauert noch. Aber nicht lange.
Marktzahlen zu diesem Artikel
Ausgaben für Mobile Marketing weltweit
(20.11.09)
Entwicklung von mobilen Vielnutzern weltweit
(20.11.09)
Anteile am weltweiten mobilen Werbeaufkommen
(20.11.09)
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