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So digital sind deutsche Firmen: Besonders die Gesundheitsbranche krankt

18.11.16 Es bestehen noch große Unterschiede im Digitalisierungsgrad zwischen den verschiedenen Kernbranchen der gewerblichen Wirtschaft. Dies zeigen die Digitalisierungsprofile, die im Monitoring-Report Wirtschaft digital 2016 zur Homepage dieses Unternehmes Relation Browser Dienstleister-Dossier einsehen veröffentlicht werden.

 (Bild: DAK-Gesundheit)
Bild: DAK-Gesundheit
Die Betrachtung der einzelnen Kernbranchen zeigt, dass sie sich in drei Digitalisierungsdimensionen zwischen "hoch", "durchschnittlich" und "niedrig" digitalisiert aufteilen lassen. 27 Prozent der Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sind hoch digitalisiert (>= 70 Indexpunkte), 49 Prozent durchschnittlich (40 bis 69 Punkte im Index) und 24 Prozent sind niedrig (< 40 Punkte) digitalisiert.

Hoch digitalisiert: Digitaler Vorreiter ist die IKT-Branche, auf die 3,7 Prozent des gesamten gewerblichen Umsatzes im Jahr 2015 (223 Milliarden Euro) entfiel. Mit 75 Indexpunkten ist und bleibt sie auf dem ersten Rang vor den anderen Branchen. Damit liegt sie deutlich über dem gesamten Wirtschaftsindex DIGITAL 2016 von 55 Punkten. In keiner anderen Branche erzielen 81 Prozent der Unternehmen mehr als 60 Prozent ihres Umsatzes bereits digital.

Ebenfalls als hoch digitalisiert gelten auf dem zweiten Rang die wissensintensiven Dienstleister mit heute 70 und in fünf Jahren 79 Punkten. Nach der Prognose werden sich diese im Jahr 2021 sogar vor der IKT-Wirtschaft mit 77 Punkten platzieren. Wissensintensive Dienstleister, dass heißt Medienunternehmen, Werbeagenturen, Wirtschaftsprüfungen, Unternehmensberatungen, Marktforscher, Rechts- oder Steuerberater schätzen bereits zu 95 Prozent den Vernetzungsgrad ihrer Wertschöpfungsketten als hoch ein.

Durchschnittlich digitalisiert zeigen sich sieben der elf analysierten Kernbranchen der gewerblichen Wirtschaft. Die Finanz- und Versicherungswirtschaft positioniert sich mit 61 Punkten auf Rang drei nach den hoch digitalisierten Branchen. Prognostiziert wird ihr eine Verbesserung um drei Punkte bis 2021. Sie erzielt bereits jetzt zu 55 Prozent mehr als 60 Prozent ihres Umsatzes digital und hat bereits zu 85 Prozent ihre unternehmensinternen Prozesse und Arbeitsabläufe insgesamt hoch digitalisiert.

Während die wissensintensiven Dienstleister als auch die Finanz- und Versicherungswirtschaft 2015 jeweils 4,2 Prozent des gesamten gewerblichen Umsatzes (255 Milliarden Euro) generierten, stellt die Handelsbranche mit 29,4 Prozent Umsatzanteil (1.771 Milliarden Euro) die stärkste Branche der gewerblichen Wirtschaft dar. Der Handel liegt im Digitalisierungsgrad 2016 bei 55 Punkten (2021: 58 Punkte) und behauptet seinen vierten Rang mit deutlichem Vorsprung zur Energie- und Wasserversorgung mit 48 Punkten (2021: 52 Punkte) auf Rang fünf. Während im Handel bereits 38 Prozent der Unternehmen mehr als 60 Prozent ihres Umsatzes mit digitalen Angeboten generiert, sind es in der Energie- und Wasserversorgungsbranche erst 13 Prozent. Die Energiewirtschaft hatte 2015 einen Anteil von 5,7 Prozent an den Umsätzen der gesamten gewerblichen Wirtschaft (341 Milliarden Euro).

Rang sechs im Index erreicht der Maschinenbau mit 46 Punkten (2021: 47 Punkte), auf den 3,9 Prozent des gesamten gewerblichen Umsatzes (237 Milliarden Euro) im Jahr 2015 entfiel. 2016 werden zu 18 Prozent mehr als 60 Prozent des Umsatzes mit digitalen Angeboten erzielt, was im Vergleich zum Verarbeitenden Gewerbe (25 Prozent) unterdurchschnittlich ist.

An siebter Stelle platziert sich die chemisch-pharmazeutische Industrie, die aktuell und künftig 45 Punkte im Index erzielt und 2015 vier Prozent des gesamten gewerblichen Umsatzes (242 Milliarden Euro) auf sich vereint. Wie auch im Maschinenbau werden hier erst zu 18 Prozent mehr als 60 Prozent des Umsatzes mit digitalen Angeboten erzielt. Während sieben Prozent der Maschinenbauunternehmen keinerlei Produkte und Dienste digital anbietet, sind es in der chemisch-pharmazeutischen Industrie mit 20 Prozent deutlich mehr.

Die Verkehrs- und Logistikbranche, die einen 3,5 prozentigen Umsatzanteil an der gesamten gewerblichen Wirtschaft im Jahr 2015 hatte (213 Milliarden Euro), und mit 43 Indexpunkten im Jahr 2016 auf Rang acht nach Digitalisierungsgrad liegt, verbessert sich bis 2021 durch einen deutlichen Zuwachs auf 47 Indexpunkte auf Rang sieben. Dann werden 55 Prozent der Unternehmen eine starke Einbettung ihrer Digitalisierung haben.

Der Fahrzeugbau, der acht Prozent des gesamten gewerblichen Umsatzes (484 Milliarden Euro) 2015 generierte, bleibt mit jeweils 40 Punkten 2016 und 2021 auf Rang neun. Er erzielt lediglich zu 15 Prozent schon mehr als 60 Prozent seines Umsatzes mit digitalen Angeboten.

Niedrig digitalisiert: Auf Rang zehn stagniert das Gesundheitswesen mit 36 Punkten (2021: 38 Punkte), das mit einem sehr verhaltenen Digitalisierungstempo unterdurchschnittlich digitalisiert ist.

(Autor: Susan Rönisch)

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