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Fachkräftemangel: Mittelstand entgehen knapp 50 Milliarden Euro Umsatz

30.01.17 Fast zwei Drittel der deutschen Mittelständler sind vollkommen zufrieden mit der Geschäftslage. Ein Drittel will neue Jobs schaffen, aber 78 Prozent haben Probleme bei der Mitarbeitersuche.

 (Bild: Barn Images/Stocksnap.io)
Bild: Barn Images/Stocksnap.io
Dieser Fachkräftemangel kostet die Unternehmen insgesamt rund 50 Milliarden Euro an Umsatzeinbußen. Das zeigt das Mittelstandsbarometer von Ernst & Young zur Homepage dieses Unternehmes Relation Browser (EY), für das 3.000 mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt wurden.

Die Geschäfte im deutschen Mittelstand laufen so gut wie seit Jahren nicht. Mehr als jeder zweite Mittelständler (59 Prozent) ist derzeit uneingeschränkt zufrieden mit der Geschäftslage - das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2004, als die Studie erstmals durchgeführt wurde. Auch der Ausblick ist optimistisch: 38 Prozent erwarten, dass sich die eigene Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten verbessert, nur sieben Prozent rechnen mit sinkenden Umsätzen.

Doch vor allem der Fachkräftemangel trübt die Stimmung: 78 Prozent der Unternehmen geben an, dass es ihnen schwer falle, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden - vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 69 Prozent, Anfang 2015 bei 67 Prozent. Besonders zwei deutsche Vorzeigebranchen - der Kraftfahrzeugbau und die Elektrotechnik - berichten von Problemen bei der Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter: In diesen Branchen fällt es 89 bzw. 84 Prozent der Unternehmen schwer, offene Stellen adäquat zu besetzen.

Jeder zweite muss Aufträge aufgrund von Mitarbeitermangel ablehnen

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Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften macht sich bereits ganz konkret in den Büchern der Unternehmen bemerkbar: Gut jeder zweite Mittelständler (53 Prozent; Vorjahr: 49 Prozent) beklagt, dass er Aufträge nicht annehmen kann, weil ihm geeignete Fachkräfte fehlen - jeder neunte beklagt sogar erhebliche Umsatzausfälle von mehr als fünf Prozent. Insgesamt dürfte sich der Schaden, der dem deutschen Mittelstand durch derartige entgangene Umsätze entsteht, nach EY-Berechnung auf jährlich gut 49 Milliarden Euro belaufen.

Grundsätzlich ist dabei die Bereitschaft, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen, so hoch wie seit Jahren nicht: 33 Prozent der Mittelständler planen, die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland zu erhöhen - der höchste Wert seit zehn Jahren. Währenddessen soll die Mitarbeiterzahl nur bei elf Prozent sinken - der Saldo liegt mit 22 Punkten auf dem höchsten Stand seit sechs Jahren.

Besonders gesucht sind Fachkräfte in den Bereichen Produktion - hier berichten 50 Prozent der Unternehmen von zahlreichen offenen Stellen - und Vertrieb/Kundendienst (25 Prozent). Über zahlreiche Vakanzen im IT-Bereich berichten 15 Prozent der Unternehmen - zukünftig dürfte dieser Anteil aber deutlich steigen. Im Wettbewerb etwa um solche Digitalisierungsexperten sieht EY den Mittelstand im Nachteil: Gerade kleinere Unternehmen in ländlicheren Regionen, deren Produkte in der breiten Bevölkerung wenig bekannt sind, hätten es tendenziell schwerer, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Jeder sechste Mittelständler beschäftigt Flüchtlinge

Nur noch 45 Prozent sind der Ansicht, dass Flüchtlinge dazu beitragen können, den Fachkräftemangel in Deutschland zu mildern. Im vergangenen Jahr waren noch 55 Prozent dieser Meinung. Immerhin aber beschäftigen derzeit 16 Prozent der Unternehmen Flüchtlinge - weitere 59 Prozent wären grundsätzlich dazu bereit.

Als größte Hürde für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt nennen vier von fünf Mittelständlern mangelnde Deutschkenntnisse; fehlende Qualifikationen sieht wie im Vorjahr knapp jeder zweite Befragte (46 Prozent). Deutlich weniger Schwierigkeiten als Anfang 2016 bereitet offenbar die Bürokratie: Vor einem Jahr sahen noch 58 Prozent der Unternehmern die unklare Gesetzeslage während laufender Asylverfahren als Problem - inzwischen sind es nur noch 34 Prozent. Und der Anteil der Mittelständler, die die fehlende Planungssicherheit - etwa die Gefahr der Abschiebung - beklagen, hat sich binnen Jahresfrist von 52 auf 25 Prozent mehr als halbiert.

(Autor: Verena Gründel-Sauer)

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