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Informationssicherheit wird Werttreiber bei Medien und IT-Industrie

30.01.13 Viele Unternehmen der TMT-Branche überschätzen ihr derzeitiges Sicherheitsniveau in Bezug auf IT-Sicherheit, so eine Deloitte-Studie. Nur 50 Prozent verfügen beispielsweise über weitreichende Pläne für den Fall eines Angriffs.

Überdies haben sich im Vergleich zum Vorjahr die Prioritäten der Sicherheitsverantwortlichen verändert: Anstelle der Compliance tritt nun die Entwicklung einer Sicherheitsstrategie und einer Roadmap. Die Medien- und IT-Unternehmen haben somit die Bedeutung der Informationssicherheit für ihr operatives Geschäft erkannt.

Am meisten gefürchtet sind Effekte von DOS-Attacken (Denial of Service), das größte Risikopotenzial liegt bei Dritten, etwa Kooperationspartnern. Insgesamt geht es um eine allgemeine Widerstandsfähigkeit gegen Angriffe - was deutlich über herkömmliche Sicherheitsstandards hinausreicht. Die größte Hürde für ein umfassendes Sicherheitssystem sind dabei knappe Budgets. Das zeigt die "2013 TMT Global Security Study" von Deloitte zur Homepage dieses Unternehmes Relation Browser , an der 122 internationale TMT-Unternehmen teilgenommen haben.

Im letzten Jahr stand Compliance an der Spitze der wichtigsten Ziele - in diesem Jahr schafft sie es nicht mal mehr in die Top 10. Stattdessen erkennen die Unternehmen die Bedeutung der Informationssicherheit als Werttreiber für ihr Geschäft und als Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb. Zusätzlich geben etwa 20 Prozent an, dass Informationssicherheit eng an sensible Change-Prozesse in ihrem Unternehmen gekoppelt ist.

Gerade für größere Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern ist Datensicherheit eine Herausforderung - vor allem dann, wenn Informationssicherheit zum Servicespektrum des Anbieters gehört. Auch fürchten größere Unternehmen Industriespionage. Nicht zuletzt deshalb fällt das Thema Informationssicherheit inzwischen in die Zuständigkeit der Unternehmensführung.

Neues Phänomen "Hacktivism"

Trotz ihres Gefahrenbewusstseins überschätzen viele Unternehmen ihr eigenes Abwehrpotenzial. 88 Prozent geben an, auf ihre Maßnahmen zu vertrauen - lassen aber außer Acht, dass prinzipiell jede Organisation verwundbar ist. Dabei sind es insbesondere neuartige Bedrohungen wie etwa "Hacktivism" (politisch motivierte Hacker-Angriffe), die sich als sehr effektiv erweisen. Gerade hier kommt es nicht nur auf gut funktionierende Firewalls usw. an, sondern vor allem auch auf die Sammlung von Informationen über Angriffe, die Aufklärung und gezielte Vorbeugung.

Ein potenzielles Risiko stellt in fast allen Unternehmen das fehlende Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter dar. Rund 70 Prozent der Befragten schätzen die Gefahr als relevant ein. Der Einsatz privater mobiler Geräte in Kombination mit Unternehmensdaten ("Bring your own Device") sowie die Nutzung von Cloud Services stellen hier Probleme dar, wenn Mitarbeitern nicht die Gefahrenpotentiale bewusst sind. Ein Drittel der Unternehmen nutzt solche Services in sensiblen Bereichen. Besonders gefährlich wird es, wenn die Cloud in Verbindung mit sog. Rogue IT gerät. Damit steht der Zugang zu den Daten nahezu jedem frei - oft ohne dass der jeweilige IT-Sicherheitsverantwortliche davon Kenntnis hat.

Auch Datenschutz bedeutet eine Herausforderung. Nur 64 Prozent der Unternehmen verfügen über ein entsprechendes Privacy-Programm, wobei große Unternehmen deutlich besser aufgestellt sind als kleine. Auch scheint die Telekommunikationsbranche umfassender gerüstet als Medien- und Technologieanbieter. Wirksamen Schutz vor der Gefahr durch unachtsame oder sogar böswillige Mitarbeiter bieten Trainings - am besten mit Programmen, die das Unternehmen rundum widerstandsfähig gegen Angriffe und Fehlverhalten machen.

Die Sicherheitsfragen und -risiken enden nicht an den Unternehmensgrenzen. Im Gegenteil: So wie die Verflechtung von Unternehmen und Branchen zunimmt, können Dritte zur maßgeblichen Gefahrenquelle werden. Die Befragten sehen die sogenannten Third Party Risks als die bedeutendsten an: Für 92 Prozent der Unternehmen mit über 10.000 Mitarbeitern und 79 Prozent aller sind sie die Herausforderung Nummer eins. Immerhin 88 Prozent lassen ihre Partner eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben, 68 Prozent integrieren das Thema in die Verträge.

(Autor: Joachim Graf)

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