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Studie: So ticken Multiscreen-Nutzertypen

15.04.14 68 Prozent der Befragten nutzen mindestens einen weiteren Screen beim Fernsehen. Second-Screen-Nutzer lassen sich in Verweigerer, Selektive, Intuitive und Unersättliche segmentieren.

Die Mediaagentur Initiative zur Homepage dieses Unternehmes Relation Browser hat eine Studienreihe angelegt, in der die Parallelnutzung von TV und Zweitbildschirmen beleuchtet wird. In der Auftaktstudie "My Screens", für die mehr als 1.000 Personen befragt wurden, identifizieren die Autoren vier Nutzertypen: Verweigerer, Selektive, Intuitive und Unersättliche. Die vier Typen unterscheiden sich in Nutzungsintensität und -motivation sowie in der Art der Nutzung ihres Zweitbildschirms.

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Je stärker die Parallelnutzung, desto breiter die Anwendungen
(chart: Initiative)


Verweigerer: Konzentration auf ein Medium

Die Verweigerer vermeiden die Parallelnutzung von TV und Internet bewusst, obwohl sie neben einem TV-Gerät mindestens ein Gerät mit Internetzugang besitzen. Sie zeichnen sich durch eine grundsätzlich niedrige Mediennutzung aus und möchten sich während ihres Medienkonsums nur auf ein Medium konzentrieren. Verweigerer sind grundsätzlich eher skeptische Menschen, die nicht jedem Trend hinterherlaufen. Sie sind in der Regel 40-59 Jahre alt, gehören dem mittleren Einkommenssegment an und sind in beiden Geschlechtern etwa gleich stark vertreten. Dem Segment der Verweigerer gehören ca. 20 Prozent der Untersuchungsgruppe an.

Selektive: klar begrenzte Parallelnutzung

Die Selektiven konzentrieren sich auf den Bildschirm, auf dem die Lieblingssendung läuft, nutzen aber parallel zum TV das Internet mit geringer Intensität. TV, Internet und soziale Netzwerke nutzen sie unterdurchschnittlich. TV wird dabei vor allem zur Primetime gesehen. Etwa die Hälfte gibt an, nicht mehr als 20 Prozent der Fernsehzeit parallel vor weiteren Bildschirmen zu verbringen. Die Selektiven greifen nur in bestimmten Situationen zum zweiten Bildschirm, z.B. wenn Werbung läuft oder wenn mit Kindern zusammen persönlich weniger relevante Sendungen geschaut werden. Ihr Top-Parallelmedium neben dem TV ist der Laptop, gefolgt vom Smartphone.

Der Second Screen wird zum überwiegenden Teil zur Kommunikation mit Familie und Freunden genutzt. Die Selektiven informieren sich kaum über TV-Inhalte und kommentieren diese selten. Beim Kauf von im TV gesehenen Produkten auf dem Second Screen sind sie äußerst zurückhaltend. Selektive sind vor allem in den Altersschichten 30-59 Jahren vertreten. Sie zeichnen sich durch ein mittleres bis hohes Einkommens- und Bildungsniveau aus und in der Gruppe sind etwa gleich viele Frauen wie Männer. Die Selektiven bilden mit 37 Prozent den größten Part der Untersuchungsgruppe.

Intuitive: intensive Parallelnutzung

Die Intuitiven sind aktive Nutzer aller Bildschirme. Sie nutzen TV, Internet und soziale Netzwerke durchschnittlich lang. Anders als die Selektiven lassen sich die Intuitiven stärker von den Zweitbildschirmen ablenken. Jeder zweite Intuitive konzentriert sich auch bei seiner Lieblingssendung sowohl auf die TV-Sendung, als auch auf die Inhalte des anderen Screens. Die Intuitiven greifen vor allem während der Werbung und Scripted-Reality bzw. Casting-Show Formaten impulsiv zu weiteren Screens. Ein Drittel dieser Nutzer sagt aus, dass ihre eigene Parallelnutzung bei über 50 Prozent ihrer Fernsehzeit läge. Drei Viertel der Intuitiven verbringen mehr als 20 Prozent ihrer Mediennutzungszeit an mehreren Screens gleichzeitig. 45 Prozent der Intuitiven nutzen neben dem TV nicht nur einen, sondern gleich zwei zusätzliche Screens, vorrangig Laptop und Smartphone.

Die Intuitiven nutzen ihre Zweitbildschirme in etwa gleichen Teilen für Kommunikation und Informationsrecherche. Unterhaltung spielt eine untergeordnete Rolle. Wie auch die Selektiven informieren sich Intuitive kaum über TV-Inhalte und kommentieren diese auch selten. Auch beim Kauf von Produkten, die im TV gesehen wurden, sind sie zurückhaltend. Intuitive sind vorrangig in den jüngeren Altersgruppen zwischen 14 und 39 Jahren vertreten. Frauen und Männer sind in der Gruppe fast gleichverteilt. Die Intuitiven bilden 33 Prozent der Untersuchungsgruppe.

Unersättliche: interaktive Parallelnutzung auf mehreren Screens

Die Unersättlichen sind Multiscreener im großem Stil: Ein Drittel verbringt mehr als die Hälfte ihrer Mediennutzungszeit mit anderen Screens. Dabei ist die Nutzung von mehreren Screens stark ausgeprägt. TV, Internet und soziale Netzwerke werden überdurchschnittlich lange genutzt. Bei den Unersättlichen steht der Second Screen klar im Vordergrund. Nur 26 Prozent können sich voll und ganz auf die Lieblingssendung konzentrieren. 85 Prozent der Unersättlichen verbringen mindestens 20 Prozent ihrer TV-Zeit parallel mit anderen Bildschirmen. Fast jeder vierte Unersättliche nutzt neben dem TV sogar drei Screens. Wichtigster Second Screen der Unersättlichen ist im Gegensatz zu den andern Nutzertypen das Smartphone. Für die Unersättlichen sind Nachrichten, Wetter und Wirtschaft- und Politikmagazine die Formate, bei denen sie verstärkt zu weiteren Screens greifen. Werbung kommt für sie erst an vierter Stelle. Darin unterscheiden sie sich deutlich von den anderen Nutzertypen.

Die Unersättlichen nutzen ihre Parallelbildschirme in etwa gleichen Teilen für Kommunikation, Informationsrecherche und Unterhaltung. Fast jeder zweite Unersättliche informiert sich auf den Parallelbildschirmen über TV-Inhalte, jeder dritte diskutiert und postet auch darüber. Fast ein Drittel informiert sich auch über Produkte oder Angebote, die er in der Werbung sieht und hat TV-Entdeckungen schon einmal auf dem Zweitgerät gekauft. Unersättliche sind eher männlich und zwischen 20-39 Jahren alt. Die Unersättlichen bilden mit 8 Prozent den kleinsten Part der Untersuchungsgruppe.

Initiative stützt sich auf die Ergebnisse der aktuellen deutschlandweiten Auftakt-Studie der geplanten Studienreihe "My Screens". Als Basis wurden 1.029 Online-Interviews mit Deutschen im Alter von 14-59 Jahren geführt. Die Studie wird im Rahmen des Initiative-eigenen Connection Panels erhoben und ist halbjährlich geplant.

(Autor: Dominik Grollmann)

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