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Recruiting: Unternehmen investieren 40 Prozent mehr in Online-Anzeigen

20.03.17 Egal ob Print oder Online - Stellenanzeigen stehen in Deutschland immer höher im Kurs, wenn es darum geht, neue Mitarbeiter für das eigene Unternehmen zu finden. Nach einer aktuellen Auswertung der Berliner Stellenmarktexperten von index Anzeigendaten lagen 2016 die Gesamtausgaben deutscher Unternehmen für Stellenanzeigenschaltungen bei über 2,2 Milliarden Euro.

  (Bild: jdpereiro/ Pixabay)
Bild: jdpereiro/ Pixabay
Demnach investierten Arbeitgeber 2016 für die Veröffentlichung von Stellenanzeigen in Zeitungen und Jobbörsen 31 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Online stiegen die Ausgaben für Stellenanzeigen um 40 Prozent und in Print-Medien um 4 Prozent. Am höchsten waren die Investitionen für die Suche nach IT- und Technikspezialisten, Vertriebsmitarbeitern sowie Projektmanagern.

Print-Anzeigen generierten 2016 einen Gesamtanzeigenumsatz - hier und im Folgenden gemeint: gemäß Bruttolistenpreis - von knapp 446 Millionen Euro. Das ist ein um vier Prozent höherer Umsatz als im Vorjahr. Die Anzahl der geschalteten Anzeigen blieb unterdessen konstant. Online investierten deutsche Arbeitgeber mit 1,7 Milliarden Euro 40 Prozent mehr in Stellenanzeigen und die Anzahl der Schaltungen nahm um 18 Prozent zu. Und das, obwohl soziale Netzwerke und innovative Recruiting-Ansätze immer neue Möglichkeiten der Personalsuche eröffnen. Der Bruttoumsatz gemäß Bruttolistenpreisen lag für Online im Jahr 2016 vier Mal höher als für Print. Nach Gewährung von Rabatten - gemeint ist die Schätzung der Rabatte auf Anbieter-Listenpreise - lag 2016 der Umsatz für gebuchte Anzeigenschaltungen in den Onlinemedien nur 1,7 Mal so hoch wie der für die klassischen Printmedien.

Gesundheit und Soziales: 35 Prozent mehr Online-Anzeigen

Einige Berufsgruppen wie Gesundheits- und Sozialberufe sind bereits heute spürbar vom Fachkräftemangel betroffen. Infolgedessen wurden 2016 im Online-Stellenmarkt für diese Berufe besonders intensiv Mitarbeiter gesucht: Die Unternehmen gaben im Vergleich zum Vorjahr 57 Prozent mehr für Onlineschaltungen bei der Suche nach Fachkräften für Gesundheit und Soziales aus. Am meisten investierten die Unternehmen in die Mitarbeitersuche in den Bereichen Technik, Vertrieb und IT. Die Ausgaben für diese Stellenanzeigen bildeten knapp mehr als ein Drittel des Umsatzes des Onlinemarktes. Im Durchschnitt gaben Arbeitgeber je Online-Anzeige am wenigsten für Hotel- und Gastronomieberufe aus. Aufgrund der günstigen Preise der auf Hotel und Gastronomie spezialisierten Jobbörsen kostete eine Anzeige im Durchschnitt lediglich 261 Euro und damit 2,4 mal weniger als im Durchschnitt.

Bauwesen: fast neun Prozent mehr Geld für Printanzeigen

Bereits 2015 investierten Stellenanbieter über 83,2 Millionen Euro in Printanzeigen zur Personalgewinnung im Bereich Gesundheit und Soziales. 2016 stieg die Summe weiter auf über 89,5 Millionen Euro. Das entspricht einem Anteil von 17 Prozent des Gesamtumsatzes im Print-Stellenmarkt. Zusammen mit den technischen Berufen und Tätigkeiten im Bauwesen machen Jobangebote für diese Berufsgruppen sogar knapp 39 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Der anhaltende Bauboom macht sich ebenfalls auf dem Stellenmarkt bemerkbar - für gewerbliche Fachkräfte gaben die Stellenanbieter 2016 knapp 9 Prozent mehr für Printanzeigen aus als im Vorjahr.

Wissenschaft und Bildung: teure Printanzeigen

Die teuersten Printanzeigen schalteten Unternehmen, um Fachkräfte im Bereich Wissenschaft sowie Aus- und Weiterbildung zu finden. Durchschnittlich 2.058 Euro investierten sie pro Anzeige. Für andere Berufe wurde hier wesentlich weniger Geld bereitgestellt: Die Suche nach Mitarbeitern für Hotel und Gastronomie in Printmedien schlug nur mit durchschnittlich 522 Euro pro Anzeige zu Buche. Für die Suche nach Logistikern und Transportpersonal zahlten Arbeitgeber durchschnittlich 722 Euro pro Anzeige. Für Print-Ausschreibungen zu Jobs im Einkauf sowie Personalwesen investierten die Stellenanbieter mit jeweils einem Prozent des Print-Umsatzes in Summe am wenigsten für ihre Stellenangebote.

(Autor: Susan Rönisch)

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