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Versicherer nutzen Potenzial im mobilen Geschäft nicht

20.07.12 Obwohl der Absatz über mobile Endgeräte boomt, sind im Versicherungssektor erst 46 Prozent der Unternehmen im M-Commerce aktiv. Damit liegen sie deutlich hinter anderen Branchen zurück.

Das gilt allerdings nur für die mobile Kommunikation mit Endkunden. Bei der Unterstützung des Vertriebs sind mobile Dienste dagegen schon etabliert, so der zweite Teil der Ergebnisse des Managementkompass 'Channel Management' von Steria Mummert Consulting Relation Browser in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut Relation Browser . Im ersten Teil hatte die Unternehmenberatung ermittelt, dass Versicherungen Social Media ebenfalls größtenteil ignorieren.

Mobile Shopping verzeichnete im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 114 Prozent , außerdem informieren sich rund fünf Millionen Konsumenten über den Internetzugang auf ihrem Smartphone schon vor dem Kauf über ein Produkt. Im Finanzsektor sind die Banken Vorreiter im Angebot von Apps für den Kunden. 59 Prozent der Institute nutzen M-Commerce für die Kundenansprache.

Versicherungsanwendungen fürs Handy oder Smartphone finden sich in den diversen App-Stores dagegen deutlich seltener. "Mobile Helfer für den Versicherungsendkunden sind schwierig, denn nur selten findet eine regelmäßige Kommunikation mit dem Versicherer statt - ganz im Gegensatz zu Bankkunden, die häufiger von unterwegs ihr Homebanking nutzen oder ihr Depot einsehen", sagt Mummert-Versicherungsexperte Oliver Thiel Oliver Thiel in Expertenprofilen nachschlagen . Vielen Assekuranzen fehlen die Ideen für nützliche Endkunden-Apps, die tatsächlich einen Mehrwert bieten und regelmäßig gebraucht werden können.

Bei Kommunikation mit dem Vertrieb ist die Versicherungswirtschaft schon weiter. Nahezu alle Versicherer nutzen mobile Apps für die Maklerkommunikation. Denn im Gegensatz zum Endkunden sind Makler auf einen häufigen Kontakt mit dem Versicherer angewiesen. "Für die Zielgruppe der Maklerbetreuer lassen sich mobile Helfer zur Steigerung der Vertriebseffizienz entwickeln", so Thiel. Alle Maklerbetreuer können mit einem Tablet-PC ausgestattet werden, um eine möglichst hohe Transparenz über Neugeschäftsentwicklung und Innendienstprozesse zu erhalten.

"Mit einem mobilen Vertriebspartner-CRM lassen sich zum Beispiel im Risikocockpit spartenweise Frühwarninformationen anzeigen oder der Prozess der Schadenbearbeitung verfolgen", erklärt der Experte. "Normalerweise ist die
Maklerbetreuung in einzelnen Sparten organisiert, es findet nur ein geringer Austausch statt. Gerade für eine realistische
Risiko-Einschätzung ist jedoch eine ganzheitliche Sicht auf den Vertriebspartner gefragt"
.

(Autor: Joachim Graf)

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