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Transformation der Luftfahrtbranche: Digitalisierung ja, Strategie nein

03.06.16 Die Digitalisierung verändert auch die Luftfahrt auf allen Ebenen. Dabei begreifen Unternehmen der Luftfahrtbranche die Digitalisierung sehr viel eher als Chance (95 Prozent) denn als Risiko (4 Prozent). Allerdings gehen sie den digitalen Wandel oft noch nicht strategisch an.

  (Bild: Sven L./Pixelio.de)
Bild: Sven L./PIXELIO.de
So hat ein Drittel (32 Prozent) der vom Bitkom zur Homepage dieses Unternehmes Relation Browser befragten Unternehmen noch keine Digitalstrategie. 41 Prozent haben eine zentrale Strategie für verschiedene Aspekte der Digitalisierung, 27 Prozent besitzen immerhin Teilstrategien.

Digitalisierung soll Luftfahrt effizienter, ressourcenschonender und sicherer machen

Die Digitalisierung soll vor allem die Effizienz in der Luftfahrt erhöhen. So sollen digitale Technologien beispielsweise künftig eigenständig die effizientesten Routen wählen. So ließen sich Kerosinverbrauch und damit Kosten senken, aber auch die Umweltbelastung reduzieren (94 Prozent). Auch die Sicherheit würde sich durch bessere Anti-Kollisionssysteme (97 Prozent) erhöhen.

Auch die Customer Journey soll deutlich einfacher und bequemer werden. 42 Prozent erwarten, dass im Jahr 2030 Augmented-Reality-Lösungen bessere Orientierung am Flughafen gewähren und der Check-in vollautomatisch über Gepäckautomaten erfolgt. An Bord werden Reisende Video- oder Audio-Streaming-DienstE über das In-Flight-Entertainment-System nutzen, mit dem Smartphone telefonieren (98 Prozent) und kostenfrei online (96 Prozent) surfen können. Die meisten Befragten (92 Prozent) erwarten zudem, dass Passagiere 2030 an Bord online shoppen und die gekauften Waren nach der Landung am Gepäckband abholen können.

Chancen und Hemmnisse für neue digitale Geschäftsmodelle

Das größte Potenzial der Digitalisierung sehen die Befragten in den Datenauswertungen und datenbasierten Geschäftsmodellen (84 Prozent). Auch plattformbasierte Geschäftsmodelle werden sich nach Experten-Ansicht (80 Prozent) durchsetzen. 78 Prozent sehen Potenzial in GeschäftsmodelleN nach dem Share-Economy-Prinzip - etwa Mitflugzentralen. Rund die Hälfte (48 Prozent) sieht auch Potenzial für B2B-Geschäftsmodelle, bei denen zum Beispiel Triebwerke nutzungsabhängig vergütet werden.

Hemmnisse für digitale Innovationen sind für zwei Drittel der Experten das Festhalten an traditionellen Geschäftsmodellen (68 Prozent). Weitere unternehmensinterne Hemmnisse sind fehlendes Kapital für Forschung und Entwicklung (61 Prozent) sowie mangelndes Know-how im Management der Luftfahrtunternehmen (34 Prozent). Auch auf politischer Ebene fehle Unterstützung durch die Politik (73 Prozent), zum anderen unterliege die Luftfahrt einer zu starken Regulierung (30 Prozent). Als Innovationshemmnis sehen die Befragten außerdem, dass die Passagiere skeptisch gegenüber Innovationen in der Luftfahrt seien (34 Prozent).

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Die Customer Journey in der Luftfahrt ist im Jahr 2030 digital
(chart: Bitkom)

Herstellung und Wartung von Flugzeugen wird smarter

Digitale Anwendungen wie Sensoren, 3D-Druck oder Augmented Reality werden künftig in der Flugzeugherstellung und -wartung eine große Rolle spielen, wie die Bitkom-Befragung zeigt. Zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) gehen davon aus, dass sich die Produktion in der Luftfahrt im Jahr 2030 mittels digitaler Technologien selbst organisiert und weitgehend automatisiert abläuft (Industrie 4.0).

Einig sind sich die Befragten, dass die vorausschauende Wartung von Flugzeugen bzw. Flugzeugteilen mit Hilfe digitaler Technologien im Jahr 2030 verbreitet sein wird (98 Prozent). Das heißt: Wartungsarbeiten können dank Informationen von Sensoren rechtzeitig vor Ausfall eines Flugzeugteils eingeleitet, nötige Ersatzteile automatisch beschafft werden. 9 von 10 Befragten (91 Prozent) erwarten zudem, dass die elektronische Wartungsakte, die immer im Flugzeug verbleibt und eine lückenlose Historie erlaubt, 2030 Standard sein wird.

Datenbrillen, die den Flugzeugmechaniker bei der Wartung mit wichtigen Informationen versorgen, werden nach Ansicht von 84 Prozent der Experten 2030 verbreitet sein.

Drohnen unterstützen öffentliche Sicherheit und Wirtschaft

Digitale Technologien bringen auch große Fortschritte in der Herstellung von unbemannten Luftfahrtobjekten, also Drohnen. Nach Ansicht der Experten werden Drohnen besonders intensiv genutzt, um in der öffentlichen Sicherheit zu unterstützen (100 Prozent), um im Katastrophenfall schwer zugängliches Gelände zu begutachten (99 Prozent) und um besonders sensible Anlagen oder Objekte zu schützen (95 Prozent). Aber auch in der Wirtschaft werden Drohnen im Jahr 2030 eine wichtige Rolle spielen. So werden sie laut der Befragung beispielsweise in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen, etwa um Saatgut oder Dünger auszubringen (82 Prozent), oder im Handel, um Pakete zu transportieren (50 Prozent).

Unternehmen sehen große Chancen für neue digitale Geschäftsmodelle

Die digitale Transformation eröffnet auch Chancen für neue Geschäftsmodelle in der Luftfahrt, wobei die Experten das größte Potenzial in der Datenauswertung sehen. Bei einem datenbasierten Geschäftsmodell könnte ein Unternehmen beispielsweise Informationen zum Passagierverhalten an Flughäfen auswerten und darauf aufbauend eine Navigations-App entwickeln. 84 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass solche Modelle im Jahr 2030 zum Einsatz kommen.

Auch plattformbasierte Geschäftsmodelle werden sich nach Ansicht vieler Experten (80 Prozent) durchsetzen. Dabei können beispielsweise über eine digitale Plattform Luftfracht und verfügbare Flugzeuge zusammengebracht werden. 78 Prozent der Befragten nehmen an, dass Geschäftsmodelle, die auf dem Prinzip der Share Economy beruhen, verbreitet sein werden, so etwa Mitflugzentralen. Rund die Hälfte (48 Prozent) sieht auch Potenzial für Geschäftsmodelle, bei denen zum Beispiel Triebwerke nutzungsabhängig vergütet werden.

Festhalten an traditionellen Geschäftsmodellen hemmt Innovation

Die Unternehmen sehen aber auch einige Hemmnisse für digitale Innovationen: So sind zwei Drittel der Experten der Ansicht, dass Luftfahrtunternehmen zu sehr an traditionellen Geschäftsmodellen hängen (68 Prozent). Weitere unternehmensinterne Hemmnisse sind fehlendes Kapital für Forschung und Entwicklung (61 Prozent) sowie mangelndes Know-how im Management der Luftfahrtunternehmen (34 Prozent). Auch auf politischer Ebene sehen die Befragten einige Innovationshemmnisse: Zum einen fehle Unterstützung durch die Politik (73 Prozent), zum anderen unterliege die Luftfahrt einer zu starken Regulierung (30 Prozent). Als Innovationshemmnis sehen die Befragten außerdem, dass die Passagiere skeptisch gegenüber Innovationen in der Luftfahrt seien (34 Prozent).

(Autor: Susan Rönisch)

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