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Untersuchung: WAP ist ein Flop

24.07.00 - (iBusiness) Der Bremerhavener Informatikprofessor und Edgar Einemann ('Internet-Cities') hat den Stand der WAP-Nutzungsmöglichkeiten untersucht und zahlreiche WAP-Seiten getestet. Herausgekommen ist eine Momentaufnahme, die unter dem Titel
"WAP-Flop" auf den Punkt gebracht werden kann.

Die inhaltliche Qualität der WAP-Seiten wurde unter mehreren
Gesichtspunkten analysiert. Im Zentrum stand die Frage nach dem
Informationsgehalt in Breite und Tiefe. Der zweite Punkt war die Frage
nach der Interaktivität: Ist die Durchführung einer Aktion (z. B.
Buchung) möglich oder kann diese zumindest vorbereitet werden (Anruf,
Mail)? "Die Praxis zeigt, dass die automatisierte Auslösung eines Anrufs
die wirkliche Link-Funktion von WAP ist, die dem Handy als
Kommunikationsinstrument angemessen ist", beschreibt Prof. Dr. Einemann
seine Untersuchungsergebnisse. Differenzierte Angaben seien häufig mit
zu viel unbequemem Eingabe-Aufwand verbunden. "So wird man
Zimmer-Kategorien oder Reservierungszeiten in Restaurants doch letztlich
in zwischenmenschlicher Telefon-Kommunikation aushandeln und nicht per
mehrfachem Notenwechsel über E-Mail organisieren."

Wichtig waren für Einemann auch Fragen der Navigation und des
Informationsgehaltes: Gibt es Probleme beim Erreichen der Seite, ist ein
Rücksprung innerhalb der Seite möglich, läuft die Arbeit ohne ein
Festfahren oder Abstürze? Gibt es eine Datumsangabe und eine
Urheber-Angabe? Alle Einstufungen wurden in ein Punkte-System
umgerechnet. Ergebnis des Testes: Weder Städte und Gemeinden noch Firmen
und Privatpersonen haben in nennenswertem Umfang ein WAP-Angebot
aufgebaut.

"Das Ergebnis meiner Untersuchung bezieht sich ausschließlich auf den
momentanen Stand dieser Technologie und Anwendung. Die Grundidee, das
mobile Individuum in das weltweite Netz einzubeziehen, hat Charme und
Zukunft",
sagt Prof. Dr. Edgar Einemann zu seiner jüngsten Untersuchung.
Eher unwahrscheinlich sei, dass die heutigen Endgeräte,
Übertragungstechnologien und eben auch WAP dabei eine Schlüsselrolle
spielen. "Wahrscheinlich wird sich der mobile Internet-Nutzer in fünf
Jahren gar nicht an das WAP des Jahres 2000 erinnern",
meint der
Bremerhavener Informatikprofessor.

von Joachim Graf

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