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iBusiness out in Africa: Notebooktaschen, Mikrokredite und ein Feld voller Unkraut

21.11.13 Langsam schiebt sich der SUV die steilen Bergstraßen empor. Nebel steigt aus den Feldern und Wäldern links und rechts der Hauptstraße. Wir sind auf dem Weg nach Musanze, am Fuß der 4000 Meter hohen Vulkane im Norden von Ruanda. Dort ist der Sitz unserer Die Mikrokredit-Stiftung '33 Nähmaschinen für Musanze zur Homepage dieses Unternehmes Relation Browser '. Dort erwartet uns eine Überraschung.

So sieht eine handwerkliche Ausbildung aus: Azubis an ihren Nähmaschinen-Arbeitsplätzen (Bild: Joachim Graf)
Bild: Joachim Graf
So sieht eine handwerkliche Ausbildung aus: Azubis an ihren Nähmaschinen-Arbeitsplätzen
Ich sitze in der Näherinnen-Kooperative etwas außerhalb von Musanze, im Norden von Ruanda. 16 Mitglieder umfasst die Kooperative, darunter zwei Schneidermeister, einer männlich, einer weiblich. Neben ihren Auftragsarbeiten - vor allem für die örtlichen Schulen ("Schuluniformen"), und Aufträge aus der lokalen Bevölkerung ("Hosen, Anzüge, Pullover, Kleider") bildet die Kooperative aus. Zur Zeit lernen 30 Näherinnen und Näher in drei Gruppen in einem halben Jahr Zuschneiden und Nähen, Maße nehmen und mit der mechanischen Nähmaschine arbeiten. Nach sechs Monate bekommen alle ihr Abschluss-Zertifikat und können sich in ihren Dörfern eine kleine Existenz aufbauen. Unsere Mikrokreditstiftung finanziert ihnen den Kauf der Nähmaschine vor, die sie dann in kleinen Monatsraten abzahlen können.

Doch auch neue Produkte entwickelt die Kooperative: Stolz präsentieren sie mir Notebooktaschen, Tablet-Taschen und EBook-Reader-Hüllen in allen bunten Farben, die der afrikanische Kontinent hergibt.

Zur Zeit sind es vor allem Flüchtlinge aus dem Kongo, die lernen, mit der Nähmaschine umzugehen, bezahlt von der Einwanderungsbehörde. Aber wer sich selbstständig machen will, der bekommt einen Mikrokredit zum Kauf. Das Stiftungskapital hat iBusiness online zusammengeschnorrt. Die vielen engagierten Spender, so erfahre ich, haben zahlreiche Erfolge möglich gemacht. 32 Mikrokredite sind inzwischen verliehen - das bedeutet; 32 Existenzgründungen. Ein halbes Dutzend ist seit Start bereits zurück gezahlt, die anderen stottern noch Fünf-Euro-Weise ab - aber auch das ist im grünen Bereich.

Und noch eine weitere Erfolgsmeldung erfahre ich: In Kibungu im Süden Ruandas haben sechs der mit Mikrokredit ausgestatteten Schülerinnen eine eigene Näherinnen-Kooperative gegründet, die jetzt die Erfolge unserer Kooperative in Musanze multiplizieren wird. Ein neuer Keim ist gesät, viele hundert Kilometer entfernt.

Ich bin glücklich, weil das Projekt - selbstverwaltet - läuft und mache einen Fehler. Ich frage: "Was braucht ihr denn?" Ich erfahre: Es gibt - nicht zuletzt aufgrund des Erfolges - ein Platzproblem. Zur Zeit werden die 30 Flüchtlingsmädchen in drei Gruppen ausgebildet - weil der einzige Raum keine zehn Quadratmeter groß ist, auf dem Gras vor dem Raum der Kooperative. Auch fehlt ein Lager, um den potenziellen Kunden mehr als zwei Stoffsorten anbieten zu können. Und dann: Aufgrund der Enge und des Mehr-Schichten-Ausbildungsplans leidet die Qualität der Ausbildung.

Was also fehlt ist ein Showroom, ein Lager, eine Produktionsstätte; Kurz, das Gebäude für eine richtige Näherinnenschule. Die Kooperative nimmt uns mehrere hundert Meter weiter auf den Platz der alten Markthalle der Gemeinde. Dort sehen wir - nichts. In Gestalt einer Wiese, 15 mal 20 Meter groß.

Das Grundstück, erfahren wir, ist schon vorhanden. Jetzt fehlen nur noch 25 Millionen Ruandische Franc für das Schulgebäude, umgerechnet 27.500 Euro. Ich seufze einmal, zweimal, dreimal, dann verspreche ich, mich mal nach einer Finanzierung umzusehen. Vielleicht Crowdfunding? Vielleicht Spenden? Ich will mich kümmern, weil ein erfolgreiches Projekt nicht an schnöden Räumlichkeiten scheitern darf.

Haben Sie vielleicht eine Idee, wie man an 27.500 Euro kommt? Oder an einen Teil davon?

(Autor: Joachim Graf)

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