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GraTeach-Pleite: Geschäftsführer schicken iBusiness Anwälte auf den Hals

13.07.01 (iBusiness) Die Geschäftsführer des Pleite gegangenen Multimedia-Qualifizierungszentrum GraTeach haben der iBusiness-Redaktion den Anwalt auf den Hals gehetzt. Nicht die Berichterstattung war für die beiden allerdings abmahnwürdig, sondern die Bitte um ein Statement. Einzelheiten zu dieser Sternstunde deutscher juristischer Kompetenz:

GraTeach zur Homepage dieses Unternehmes Relation Browser hatte vor kurzem Insolvenz beantragt (iBusiness berichtete). Wie der Redaktion zu Ohren kam, soll das Institut seinen Fortbildungsteilnehmern das Unterhaltsgeld vom Versorgungsamt Duisburg nicht weitergeleitet haben. Dass bereits Strafanzeigen vorliegen, erfuhr die Redaktion vom zuständigen Kriminalkomissariat.

Um der journalistische Sorgfaltspflicht genüge zu leisten, hatte die Redaktion wiederholt versucht, die GraTeach-Geschäftsführerin Susanne Swatée und deren Ehemann Olaf Berberich telefonisch um eine Stellungnahme zu bitten. Da unter der GraTeach-Bürotelefonnummer lediglich eine Mailbox geschalten war, versuchte eine iBusiness-Redakteurin per E-Mail eine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu erhalten. Vergeblich.

Stattdessen flatterte gestern morgen ein putziges Fax in die Redaktion. Die Düsseldorfer Anwaltskanzlei Nonn & Brandts stellte fest, dass die anfragende Redakteurin ungefragt Gedanken denkt. Was seiner Auffassung nach ziemlich strafbar ist. Die Anfrage würde "Behauptungen implizieren", schreibt der Doktor der Jurisprudenz. Dies sei ein "strafbarer Eingriff auf die Ehre" der Mandanten. Aha.

Weiterer Meilenstein der Juristerei: Der Anwalt begehrt, dass die Redakteurin eine Unterlassungserklärung unterzeichnen, in der sie sich unter anderem verpflichtet, bei Zuwiderhandlung "eine angemessene Vertragsstrafe zu zahlen, deren Höhe im Ermessen von Frau Swatée bzw. Herrn Berberich liegt".

Trotz Anfrage liegt der Redaktion übrigens immer noch keine Stellungnahme der beiden Geschäftsführer vor. Auch der Anwalt hat sich bislang noch nicht zu der Frage geäußert, ob ihm Grundgesetz und Landespressegesetze bekannt sind. Wir bleiben dran.

Nachtrag, acht Jahre später: Mit Datum vom 21.9.2009 begehrt Frau Swatee die Löschung aller Beiträge zum Thema. "Weitere Schadensersatzansprüche behalte ich mir vor. Denn man habe ja im Internet mehrere Jahre nachlesen können, was man dazu gemeint und gedacht habe. Außerdem solle man bitte den Google Cache löschen.

(Autor: Nicole Comtesse)

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