Vergleich von publizistischen Geschäftsmodellen
Beschreibung
Beim klassischen Print-Geschäftsmodell wird ein Produkt entlang einer linearen Prozesskette produziert und dann in identischer Form an alle Empfänger verteilt. Das iPad-Publishing ahmt diesen Vorgang in weiten Teilen nach - mit zwei Abweichungen: Zum einen findet eine Anreicherung des Content um Multimedia-Elemente statt, zum anderen wird die Distribution an Apple übertragen und damit von den Verlagen ein Teil des Umsatzes, vor allem aber der direkte Kundenkontakt, aufgegeben. Ein künftiges Publishingmodell, das sich wirklich an den Veränderungen der digitalen Realität orientiert, müsste anders aussehen: Der Leser steht nicht am Ende der Prozesskette, sondern greift frühzeitig, individuell und an mehreren möglichen Stellen in den Gestaltungsprozess eines modularisierten Produktes ein: Er wählt aus verschiedenen Content-Varianten, bestimmt den Grad der multimedialen Aufbereitung und entscheidet sich für eine Ausgabeform. Dabei kann es aber nicht nur zu einer Parallelisierung mehrerer Prozessketten kommen wie in der Grafik dargestellt, sondern auch zu multiplen Verknüpfungen dieser Abläufe.
Quelle und Datum
09.03.10 – HighText Verlag
Datei
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