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Die sieben Megatrends der IFA 2011

08.09.11 Bisher hat die internationale Funkausstellung in Berlin (IFA) für die Interaktivwirtschaft eher eine Nebenrolle gespielt. In einer aktuellen Umfrage zu den wichtigsten Kongressen und Messen der digitalen Wirtschaft zählt die IFA zu den Aufsteigern der Branche. Nicht ohne Grund. Die wichtigsten Interaktivtrends der diesjährigen IFA hat iBusiness zusammengefasst.

 (Bild: Messe Berlin)
Bild: Messe Berlin
Die in Berlin stattfindende IFA Relation Browser ist weiter auf Erfolgskurs - Grund ist, dass neben der UE-Industrie auch die Ausweitung der Themenschwerpunkte auf andere Branchen wie beispielsweise Online und Mobile stattgefunden hat.

Mit einem erneuten Flächenwachstum vermieteter Ausstellungsfläche und einem Wachstum bei den Ausstellern baut die IFA ihr internationales Ansehen und ihre Position aus. Mit dem Bau von temporären Hallen und durch Erschließung von Freigeländeflächen und Hallenübergängen konnte die starke Nachfrage nach Ausstellungsfläche gelöst werden. Die konstante Beteiligung der international führenden CE- und Elektrohausgeräte-Unternehmen sowie der anhaltende Zuwachs in allen IFA-Segmenten sind weitere Indikatoren für den Erfolg der Messe: 1.441 Aussteller haben sich auf der weltweit größten Messe für Unterhaltungselektronik und Elektrohausgeräte unter dem Berliner Funkturm präsentiert.

Nicht das Web wird fernsehähnlich: TV lernt Internet

"Internationale Funkausstellung" - das heißt aber nach wie vor vor allem: "Fernsehen". Und, so der Kerntrend der Messe, wollen die Hersteller künftig mit internetfähigen TV-Geräten den Massenmarkt erobern. Nahezu jeder große Hersteller zeigt Geräte, mit denen über die Fernbedienung gesurft werden kann.

Hardwareseitig gehören Flachbildfernseher mit Internetanschluss zu den wichtigsten Geräten. Hier haben alle großen Unterhaltungselektronik-Hersteller entsprechende Endgeräte im Portfolio. "Smart TV" ist das neue Zauberwort. Dazu gehören Experimente mit Android, Google TV, App-Plattformen und die Integration von HbbTV, dem Nachfolger des Videotextes. Der Zuschauer soll künftig per Stream selbst entscheiden, was er wann schauen möchte und über ein zusätzliches Fenster weitere Informationen zu den Sendungen beziehen. Interessant ist hierbei auch die direkte Verbindung zu sozialen Netzwerken: über Facebook Relation Browser kann man jetzt direkt über den Fernseher mit anderen über das laufende Bundesligaspiel diskutieren.

 (Bild: Toshiba)
Bild: Toshiba
Neben der Verschmelzung von Online und TV soll 3D künftig der wichtigste Umsatztreiber dieser Branche werden. Obwohl diese Technik eher Eventcharakter hat, also für das Kinoerlebnis geeignet ist, setzt die gesamte Medienbranche auf 3D-Technik für künftiges Umsatzwachstum. Geht es nach den Wünschen der Hersteller, dann werden die Kunden, die gerade auf HD aufgerüstet haben, ihre Wohnzimmer nun auf den nächsten Techniktrend umrüsten.

Größte Hürde für die Dritte Dimension ist und war die bisher notwendige Shutterbrille. Das soll sich ändern. Die Entwickler arbeiten mit Hochdruck an alternativen Lösungen. So kündigte Toshiba Relation Browser auf der IFA an, im Dezember seinen ersten Fernseher auf den Markt zu bringen, der ohne Spezialbrille einen 3D-Effekt erzeugt. Laut dem Unternehmen können Zuschauer das 3D-Bild des 55ZLG2 aus neun verschiedenen Perspektiven wahrnehmen. Möglich macht dies eine spezielle Linsensteuerung. Eine Kamera misst den Abstand des Kopfs vom Bildschirm. Der internetfähige 55-Zoll-Fernseher soll eine übergangslose 3D-Optik liefern, auch wenn sich der Zuschauer vor dem Gerät bewegt. Auch Samsung Relation Browser hat auf der IFA angekündigt, im Dezember erste TV-Geräte für den 3D-Effekt ohne Brille anzubieten. Zentraler Haken bei diesem Thema: 3D-Inhalte sind rar, selbst wenn inzwischen fast jeder neue Kinofilm dreidimensional gedreht wird.

Aber nicht nur im TV-Bereich ist 3D eine Megatrend. So zeigen etablierte Handyhersteller wie LG Relation Browser und HTC Relation Browser die ersten 3D-Handys mit denen sich dreidimensionale Fotos und Videos erzeugen lassen. Auch im Camcorder- und Fotobereich werden immer mehr Modelle gezeigt, die 3D-Funktionen integriert haben.

An einer recht jungen Geräteklasse kommt mittlerweile auch niemand mehr vorbei: Tablets! Und die IFA bestätigt mit dem enormen Brancheninteresse an den Mini-PCs, dass Tablets ein Home- und kein Businessthema sind. Entsprechend zeigt auf der IFA die Apple-Konkurrenz ihre Tablet-Lösungen. Die meisten Geräte nutzen Android und wollen Apple in Bedrängnis bringen.


Die sieben IFA-Toptrends im Überblick
Trend Bedeutung
1. Smart TV: Web und TV auf einem Bildschirm Die Verschmelzung von Internet und TV gehört zu den Megatrends der diesjährigen IFA: TV-Geräte holen Internet-Inhalte auf den Bildschirm und nun kommen auch TV-Apps in das Wohnzimmer. Die Hersteller versuchen, mit prall gefüllten Menüs voller Apps, Mediatheken, Videotheken, Spielen, Nachrichtendiensten und Gadgets die Zuschauer für Smart-TV-Inhalte zu begeistern.
2. Smartphones & App Bisher für die IFA eher ein Randthema, nun sind Smartphones allgegenwärtiger Gesprächsstoff. Das mobile Internet und die entsprechende Hard- und Software halten Einzug in den Mainstream. Die namhaften Hersteller haben allesamt Neuvorstellungen im Gepäck. Auffälig in diesem Jahr ist vor allem, dass die Größe der Smartphone-Displays weiter steigt. Zudem wurden erste 3D-Smartphones vorgestellt. Ebenso Gegenstand der Messe im Mobil-Sektor ist die neue Mobilfunktechnik LTE (Long Term Evolution). Sie verspricht enorme Leistungsfähigkeit und zahlreiche Vorteile gegenüber UMTS oder HSDPA.
3. Tablets als Entertainment-Geräte Waren in den vergangenen Jahren Digitalkameras, Camcorder und LCDs und Plasma-Bildschirme die bedeutenden Geräte auf der IFA, so sind es in diesem Jahr Tablets. Wie schon bei der großen Tablet-Welle Anfang des Jahres handelt es sich dabei überwiegend um Entwicklungen auf Android-Basis. Dabei zeigen sich die Hersteller kreativ und versuchen mit eigenem Formfaktor oder individuellem Design den Käufern ihre Tablets schmackhaft machen. Zudem sind die Einstiegspreise in dieser Geräteklasse deutlich gesunken. Mit Preisen zwischen 200 bis 300 Euro bieten viele große Hersteller einen Unterhaltungselektronik-kompatiblen Einstieg in die Tablet-Welt.
4. 3D Die dritte Dimension gehört zu den Trends, die bereits in den vergangenen Jahren die IFA bestimmten. Doch in diesem Jahr heißt es 3D ohne Brille. Den Anfang machte die Spielkonsole 3DS von Nintendo im Frühjahr, gefolgt vom Smartphone LG Optimus 3D sowie 3D-Camcordern. Sie alle zeigen 3D-Inhalte ohne Brille auf ihren kompakten Taschenbildschirmen. Die Königsdisziplin in Sachen 3D ohne Brille schließlich sind Großbild-TVs. Toshiba hat
hier technologisch die Nase vorn - und ein Verfahren entwickelt, mit dem bis zu neun Personen an verschiedenen Sitzpositionen ein räumliches Bild sehen.
5. Das vernetzte Haus Nach den Marktuntersuchungen der GFU Relation Browser lassen sich bereits 59 Prozent aller Konsumelektronik-Geräte mit dem Internet verbinden. Aber längst geht es nicht mehr nur um die Vernetzung des Heimkinos: Ab jetzt kann die Waschmaschine auch bequem per App in Gang gesetzt werden. Mit Smartphones kann heute fast der gesamte Haushalt gesteuert werden. So hat man beispielsweise beim Einkaufen direkten Zugriff auf den Kühlschrank zu Hause. Langes überlegen im Supermarkt, ob zu Hause noch genug Milch vorhanden ist, bleibt einem erspart. Der Kühlschrank schickt jetzt einfach eine SMS.
6. Digitales Radio Bislang fehlten dem digitalen Radio der Zukunft Inhalte und Endgeräte. Nun stehen die Kanäle und Digitalradios bereit. Zur IFA sind bundesweit drei öffentlich-rechtliche Sender und neun private Angebote verfügbar, darunter die IFA-Premiere Radio Bob Relation Browser . Die endlose DAB-Story wird um ein weiteres Kapitel bereichert.
7. Cloud-Entertainment Ebenfalls nicht ganz neu, aber nach wie vor Top-Thema ist die Cloud. Passend dazu stellt Samsung das erste Chromebook vor, das ohne eigene Programme auskommen soll. Darüber hinaus hat Ubitus seine GameCloud Technik gemeinsam mit der Deutschen Telekom AG auf der IFA 2011 vorgestellt. Beide Unternehmen arbeiten bei der Einführung von Cloud-Gaming-Anwendungen auf LTE-Smartphones und Tablet Computern von Samsung über das LTE-Netzwerk der Deutschen Telekom zusammen.

(Autor: Susan Rönisch)

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