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Ausgewählte Ergebnisse aus der Studie

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Der Sparkurs um jeden Preis, den deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr verfolgt haben, weicht einer konstruktiven Politik der Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung. Diesen kaufmännischen Zielen wird auch das Investitionsverhalten im IT-Bereich untergeordnet.

Dabei sehen Unternehmen in der IT nach wie vor ein wichtiges Instrument zur Prozessoptimierung. 67,6 Prozent der in der Studie befragten Unternehmen geben an, IT habe hohen oder sogar sehr hohen Stellenwert für ihr Geschäft. Hier zeigt sich die konservative Einstellung mittelständischer Unternehmen gegenüber moderner Technologie. Während lediglich 27 Prozent aller befragten Unternehmen IT eine mittlere Wichtigkeit einräumt, beklagen beinahe 40 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen in mittelständischen Betrieben mit 100 bis 499 Mitarbeitern diese konservative Haltung ihres Unternehmens.

Generell stehen deutsche Firmen dem Technologieeinsatz allerdings aufgeschlossen gegenüber. Allerdings hat sich das Investitionsverhalten in den vergangenen Jahren ebenso grundlegend gewandelt wie die Sichtweise auf IT-Abteilungen und die Entscheidungswege.

Hatten die IT-Abteilungen in den vergangenen Jahren häufig völlige Budget-Hoheit und konnten Projekte selbst auf die Bahn bringen, ist mittlerweile der Einfluß kaufmännischer Entscheider deutlich gestiegen. Im Schnitt über alle befragten Unternehmen können IT-Verantwortliche Anschaffungen bis 9720 Euro ohne Genehmigung der Geschäftsleitung tätigen. Im Mittelstand liegt die Summe deutlich unter diesem Durchschnittswert. Die sehr hohe Zahl der verweigerten Antworten lässt darauf schließen, dass sich die realistischen Durchschnittswerte noch einmal deutlich niedriger liegen dürften.

Wer allerdings denkt, dass mittelständische Unternehmen IT-Investitionen generell feindlich gegenüberstehen, täuscht sich. Es wird nach wie vor investiert, allerdings deutlich selektiver. Wichtig ist es dabei die Kriterien zu verstehen, um intern entsprechend agieren zu können.

Business-Nutzen im Vordergrund

Vorbei sind definitiv die Zeiten, in denen das IT-Geschäft technisch getrieben war. State-of-the-Art-Ausrüstung zu haben ist heute kein Kaufkriterium mehr. Auf einer Fünferskala (eins entspricht sehr wichtig, fünf unwichtig) belegt dieser Aspekt mit einer Durchschnittsnote von 3,95 mit Abstand den letzten Platz. Ebenso unerheblich sind Technologiezyklen heute als Investitionskriterium (Durchschnittsnote 2,61).

Eine wichtige Rolle spielten in den vergangenen Jahren Abschreibungszyklen. Spätestens wenn Geräte abgeschrieben waren tendierten viele Unternehmen zur Ablösung bzw. Neuanschaffung von IT-Ausrüstung. Mit einer Durchschnittsnote von 3,35 spielt die Abschreibung allerdings 2003 keine wichtige Rolle als Motivator für Neuanschaffungen mehr. Wichtigstes Kriterium für IT-Investitionen ist ein Produktivitätszuwachs für das Unternehmen (Durchschnittsnote 1,90) gefolgt von der Ablösung defekter Altgeräte (2,09) und erhöhte Anforderungen, die neue Software an die Ausstattung stellt (2,10).

Interessant ist es, zu sehen, dass kaufmännische Aufgabenstellungen der Unternehmen deutlich enger mit IT-Investitionen korreliert sind als noch in den vergangenen Jahren. Befragt nach der kaufmännischen Zielsetzung ihres Unternehmens gaben 73,1 Prozent der Befragten Steigerung der Effizienz bzw. Produktivität und 64,3 Prozent Optimierung von Geschäftsprozessen an. Erst an dritter Stelle folgt Kostensenkung, an vierter Kundenbindung. Diese Auskunft deckt sich mit den Gründen für IT-Anschaffung. Die Anworten belegen deutlich: In Zeiten länger anhaltender wirtschaftlicher Flaute beginnen die Unternehmen zunächst, einen strikten Sparkurs zu fahren, wie dies 2002 der Fall war und unter anhaltendem Druck damit, die Basics ihres Geschäfts in Ordnung zu bringen, sprich ihre Prozesse zu optimieren und die Produktivität zu steigern.

Bedeutung von IT of verkannt

Gerade bei mittelständischen Betrieben läßt die IT-Organisation zu wünschen übrig, so die Studie 'IT-Budget 2003'. Noch im klassischen Mittelstand - Unternehmensgröße zwischen 100 und 499 Mitarbeiter gaben lediglich 40,3 Prozent der Befragten an, in ihrer Firma gebe es klar definierte Prozesse für die Zusammenarbeit von Fachabteilungen und IT.

Ebenso ist im Mittelstand die Anzahl der Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung erschreckend hoch - selbst zwölf Prozent der Unternehmen mit 100 bis 499 Mitarbeitern geben an, lediglich eine zuständige Person, nicht jedoch eine 'richtige' IT-Abteilung zu unterhalten.

Zudem sind noch immer viele IT-Abteilungen strikt technisch ausgerichtet. Die wenigsten Unternehmen sehen in ihrer IT einen aktiven internen Consultant. Gerade in mittelständischen Unternehmen wird IT häufig noch in erster Linie als Benutzersupport betrachtet.

2002 war eines der schwierigsten Jahre für die IT-Industrie. Während die Branche einen Umsatzrückgang verzeichnete, konnten auch die IT-Verantwortlichen in ihren Unternehmen nicht so agieren wie in der Vergangenheit. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen war bereits im dritten Jahr in Folge rückläufig. Nur 13,8 Prozent der im Rahmen InformationWeek-Erhebung 'IT-Budget' befragten Unternehmen sehen sich selbst als investitionsfreudiger als im Vorjahr. Über die Hälfte gaben an, sich bei IT-Anschaffungen 2002 gegenüber 2001 gehalten zu haben.

Keine echte Entspannung in Sicht

Besonders haltend zeigen sich neben kleinen Betrieben mit bis zu 20 Mitarbeitern, die sich große IT-Anschaffungen aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation häufig nicht leisten können, vor allem große Mitteleherständler und Großunternehmen. 52,8 Prozent der Unternehmen mit 500 bis 1999 Mitarbeitern und sogar 64,2 Prozent der Großunternehmen mit über 2000 Mitarbeitern gaben an, 2002 weniger investiert zu haben als im Vorjahr.

Die schlechte wirtschaftliche Lage im Allgemeinen ist mit 64 Prozent der am häufigsten genannte Grund für Einschnitte bei den IT-Budgets. Für IT-Verantwortliche und -Industrie ist auch für 2003 keine Entspannung in Sicht. Lediglich 22,3 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, im laufenden Jahr mehr Geld für IT auszugeben als im Vorjahr. 31 Prozent sehen sich mit schrumpfenden Budgets konfrontiert. Ein Viertel der Befragten rechnete zum Zeitpunkt der Befragung Anfang des Jahres damit, dass das Budget nicht voll ausgeschöpft werden wird.

Mit nachträglichen Budgetkürzungen für das laufende Jahr rechnen bereits 17,5 Prozent der Befragten. Und das ist kein Wunder, klagten doch 24,1 Prozent der Befragten über nachträgliche Kürzungen bereits im Vorjahr.