iBusiness - Shop

Zurück

Management Summary

Nicht mehr lieferbar

Menschen mit Behinderungen, aber auch viele ältere Menschen stehen oft vor unüberwindlichen Nutzungsbarrieren im Internet. Dabei gibt es technisch einfache Lösungen, die auf international anerkannten Standards basieren. Barrierefreies Informationsdesign ist damit nicht nur eine Frage des 'sozialen Gewissens', sondern zugleich 'zukunftskompatibel'.

Die Studie erläutert die rechtlichen Hintergründe des barrierefreien Informationsdesigns sowie mögliche Auswirkungen auf die Internetpräsenzen von 'gewerbsmäßigen Anbietern', wie es im Gesetzestext heißt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Darstellung von Markt- und Marketingchancen. Die wichtigsten Aspekte sind hier:

  • Investitionssicherheit und Zukunftsorientierung durch standardkonformes Programmieren.
  • Reichweitenvergrößerung: Wissenschaftler schätzen, dass in Deutschland rund acht Millionen Menschen auf erhebliche Nutzungsbarrieren im Internet stoßen. Dies betrifft insbesondere Menschen mit sensorischen oder motorischen Behinderungen, aber auch die wachsende Gruppe von älteren Internetnutzern. Eine loyale Ziel- und Kundengruppe für Unternehmen, die sich an den Erfordernissen eines barrierefreien Informationsdesigns orientieren. Menschen mit Behinderungen nutzen das Internet fast doppelt so häufig wie Nicht-Behinderte. Der Computer ist für sie eine Möglichkeit, sich in Arbeit und Privatleben besser in die moderne Informationsgesellschaft zu integrieren.
  • Technische Reichweitenverbesserung: Barrierefreies Informationsdesign ist nicht nur ideal für Textbrowser, die überflüssige Grafiken und verspielte Animationen oft nicht darstellen können. Da barrierefreies Informationsdesign sich auch am Leitbild des 'tabellenfreien Designs' orientiert, können diese Seiten über Screenreader (Vorlesesoftware) ausgegeben werden. Zugleich sind sie flexibel beim Einsatz geringerer Bandbreiten, kleiner Displays wie Palms oder Handhelds sowie innovativen Plattformen (Mobile Devices).
  • Kostenvorteile: Barrierefreies Design bedeutet eine größtmögliche Flexibilität bei der Anpassung für neue Nutzungsumgebungen (medienneutrales Publizieren) oder bei der Integration bestehender Anwendungen. Durch den weitgehenden Verzicht auf Tabellen wird der Programmcode schlanker, mit positiven Aspekten bei Bandbreite, Serverkapazität und Traffic-Aufkommen.

Laut einer aktuellen Studie (icomedias Graz, 2003) möchten 87,5% aller Befragten in Zukunft eine barrierefreie Version ihrer Website anbieten. Konkret nach der Angemessenheit der Forderung nach mehr Zugänglichkeit befragt, halten die meisten die Anforderungen allerdings für ungerechtfertigt. Das Defizit, so die Studie weiter, "liegt im persönlichen Verstehen der Wichtigkeit und in dem davon motivierten Handeln." Zu diesem Verständnis leistet die Studie einen wichtigen Beitrag.

In vielen Unternehmen wächst die Unsicherheit über Standards und Anforderungen. Zugleich stellen sich Fragen nach einer pragmatischen Herangehensweise. 90% der Teilnehmer der zitierten Studie sahen sich zwar als überdurchschnittlich erfahrene Internetnutzer - und dennoch wussten drei Viertel von ihnen kaum etwas über die Umsetzung eines barrierefreien Informationsdesigns. Oft wird ein hoher finanzieller und technischer Aufwand vermutet.

Wichtiges Anliegen der vorliegenden Studie ist es, über die Schaffung eines Problembewußtseins hinaus, auch Wege und Strategien einer sukzessiven Umsetzung von mehr Zugänglichkeit aufzuzeigen. Barrierefreies Informationsdesign ist ein iterativer Prozess, in den Fragen von Webdesign Programmierung und Ergonomie sowie Aspekte der Öffentlichkeitsarbeit eingehen. Dabei wird zunehmend erkannt, dass '100% barrierefrei' nicht zu erreichen und auch nicht erstrebenswert ist. Vielmehr geht es um eine praxis-orientierte Herangehensweise unter Berücksichtigung einer angemessenen Kosten-Nutzen-Relation.

Inhalt der Studie:

Die vorliegende Studie leistet erstmals einen Überblick über die gesamte Diskussion zum barrierefreien Informationsdesign. Viele Publikationen gehen bislang über technische Details und das Abarbeiten von gesetzlichen Richtlinien kaum hinaus. Gerade auf Entscheiderebene ist jedoch auch eine Verortung des Themas im behindertenpolitischen und rechtlichen Diskurs wichtig. Zugleich thematisiert die Studie die immer deutlicher erkennbaren widerstreitenden Verbands- und Lobbyinteressen.

Die Studie gibt einen Ausblick und eine erste Einschätzung zum kommenden 'neuen Standard' für barrierefreies Informationsdesign - den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.0) des Worldwide Web Consortium (W3C). Es ist davon auszugehen, dass die WCAG 2.0 ab Mitte 2004 der Massstab für Barrierefreiheit im Internet sein werden.