E-Learning in Deutschland 2005 Gesamtausgabe

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Management Summary: E-Learning in Deutschland 2005

E-Learning in Deutschland ist im Begriff zu einem Massenphänomen zu werden mit
zweistelligen Mio.-Nutzerzahlen und Umsatzzahlen, die in den Milliarden Eurobereich in den
letzten Jahren gewachsen sind. Zu einem Megathema wächst die Vernetzung von Radio- und
Fernsehanstalten mit Bildungsanbietern heran. Zahlreiche Forschungsprojekte beschäftigen
sich mit Fragestellungen zum Einsatz von E-Learning. Kennzeichnend hierbei ist eine
Herangehensweise seitens des Lehrenden mit dessen Normen und Sichtweise.

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Nutzerfokussierte Analysen bestehen bisher kaum und noch weniger mit aussagekräftigen Fallzahlen. Interdisziplinäre Ansätze zwischen Lernpsychologie, Controlling und Pädagogik bedingen eine leider häufige zentrierte Sicht auf spezielle Problematiken und Gegebenheiten. Die Pädagogik vertraut auf ihre eigenen Analyse- und Bewertungsformen. IT-Vertreter kennen meistens nur eingeschränkt die Welt der Methodik und Didaktik. Allgemeine Qualitätsstandards und Zertifikate für Online- oder Computer-gestützte Lernkurse sind noch in der Diskussion. Wenig beachtet wird, dass das Lernen mit Neuen Medien besondere Funktionalitäten hat.

Insgesamt setzt sich aber zunehmend die Erkenntnis durch, wie weit das Lernen mit Neuen Medien nicht nur zu Optimierungseffekten in der Bildung führen kann sondern zu einem wichtigen Treiber für den allgemeinen wirtschaftlichen Erfolg von Wirtschaftsunternehmen und Bildungseinrichtungen wird.

Ursprünglich sollte sich diese Studie mit den Themenbereichen Durchführung von Wirkungsanalysen mit der Nutzung von innovativen Technologien, Bildung von Standards und Qualitätsmanagement sowie mit Fragestellungen rund um die Bereiche Bildungscontrolling und Return on Investment beschäftigen. Da zur Beantwortung dieser Fragen- und Aufgabenstellungen zahlreiche Interviews mit entscheidenden Marktteilnehmern geführt wurden, ergab es sich, dass gleichzeitig eine zeitnahe und auch für den Zeitraum 2005 nutzbare Marktanalyse - hinsichtlich der Anbieter und der Nutzer zugleich - erstellt werden konnte.

Angesichts des bestehenden Bedarfs von Erkenntnissen hinsichtlich der Wirkungsweise und der Vorteilhaftigkeit von Lernarrangements im Internet und mittels des PCs haben sich drei Akteure aus unterschiedlichen Disziplinen zusammengetan. Auf der Basis von 178 Experteninterviews zum Thema E-Learning, mittels Webanalysen von 27.170 Lernenden online ('Unique User'), qualitativen Messungen und Befragungen sowie Eyetracking- und Usability- Tests liegen erstmalig in Deutschland Daten über den Markt, Umsätze, Anbieter und Strukturen vor. Auf der Basis fortschrittlicher betriebswirtschaftlicher Instrumente werden Informationen zu der Effizienz, Qualitätsstandards und zu dem Return on Inverstement des E-Learning geliefert.

Die Studie fußt auf fünf Säulen. Dies sind klassische Marketingforschung, die Werbeforschung, Mediaforschung, Kundenzufriedenheit bzw. Qualitätsmanagement sowie Sozial- und Politikforschung.

Betriebliches, universitäres, schulisches und formales Lernen unterliegt den selben Gesetzmäßigkeiten wie das Lernen von Werbeaussagen - das ist ein Kern der hier vorliegenden Studie. Wenn ECommerce und Medien betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten folgen und sich messen lassen, müssen die dort angewandten Techniken auch im Bereich Lernen zum Einsatz kommen können - dies gilt erst recht bei digitalen Auftritten wie im Computer gestützten Lernen 'CBT' und im 'WBT', dem Web gestützten Lernen. Sowohl zum quantitativen als auch zum qualitativen Evaluierungsverfahren haben die Autoren in Zusammenarbeit mit externen Marketing- und Marktforschungsunternehmen zwei Fallstudiendurchgeführt. Zielgruppen dieser Fallstudien waren Teilnehmer beruflicher Online- Fortbildungsmaßnahmen, Online-Tutoren im Nachmittagsmarkt sowie Schüler.

  • Das erste Kapitel beschreibt den Markt sowohl im Berufsbereich, bei Arbeitssuchenden, in Fachhochschulen und der Universität, im Freizeitmarkt und bei jugendlichen Zielgruppen nach Anbietern und Kategorien. Dargestellt werden die größten E-Learning Unternehmen in Deutschland, Reichweiten klassischer Medien mit ihren Online-extensions sowie die Nutzungsreichweiten reiner Onlinedienste, die das Thema Wissen anbieten, die Reichweiten in der deutschen Bevölkerung von CBT. Ebenfalls behandelt werden die Nutzerreichweiten ELearning im internationalen Bereich. Besondere Beachtung finden regionale und soziodemografische Faktoren, die das Lernen mit Neuen Medien beeinflussen.
  • Das zweite Kapitel listet bestehende Evaluierungsangebote für solche Bildungsangebote auf und deren Vorgehensweisen.
  • Kapitel 3 zeigt Forschungsinstrumente auf aus der Kommunikationsforschung, der Werbewirkungsforschung und der Webanalyse. Es wird die Frage beantwortet, inwieweit solche Ansätze in der Lernforschung zum Einsatz kommen können. ECommerce bedient sich seit Jahren zur Messung kommerzieller Auftritte im Internet oder über den PC zweier Marktforschungsrichtungen: qualitativ und quantitativ. Die eingesetzten Hightech-Verfahren werden dort beschrieben.
  • Kapitel 4 nennt Zielsetzungen und Vorgehensweisen aus einem nutzerfokussierten qualitativen Forschungsansatz wie er Anwendung findet in der Kommunikations- und Werbewirkungsforschung sowie bei Pretests von Konsumartikeln. Besonderes Augenmerk gilt hier der 'Usability‘. Die Einsätze im Rahmen dieser Studie haben einen e x p l o r a t i v e n Charakter, erlauben aber durchaus Rückschlüsse auf das bestehende Nutzungsverhalten jugendlicher Zielgruppen, die Machart sowie über die Qualität handelsüblicher Lernsoftware.
  • Kapitel 5 nennt Ergebnisse aus einer quantitativen Forschung. Mit einem fortschrittlichen Webtracking-Instrument werden Aussagen getroffen zum Lernverhalten verschiedener Zielgruppen. Die Darstellung erfolgt auf einer Basis von Lernvorgängen online mehrerer Tausend Nutzer. Nachgewiesen werden die anonymisierten Besuche auf ELearning-Plattformen wie in einer klassischen Media-Analyse also nach Tag, Länge, Uhrzeit, Netto- und Bruttokontakten. Es wird versucht Aufschluss zu geben, inwieweit besondere methodischdidaktische Arrangements zu einer Optimierung von Lernvorgängen und -Resultaten führen.
  • In Kapitel 6 werden Fragestellung zu dem Return on Investment behandelt. Für spezielle Aufgabenstellungen und vier Zielgruppen werden Zahlen, Werte und Verfahrensweisen zur Ermittlung vorgestellt. Die Erfassungsweisen auf betriebswirtschaftlicher Ebene lassen sich in verschiedenen Marktsegmenten anwenden, auch im universitären und schulischen Bereich.
  • Kapitel 7 Dieser Sonderteil widmet sich detailliert jungen Zielgruppen und dem E-Learning in Schulen. Allgemeines und spezielles Medienverhalten wird aufgezeigt sowie dessen Auswirkung auf Lernen mit Neuen Medien. Besonderes Augenmerk erhält in diesem Sonderteil die Betrachtung des Themenfeldes Bildungscontrolling in Schulen und der Return on Education mit E-Learning.
  • Kapitel 8 Dieser Sonderteil behandelt den Stellenwert massenmedialer Wissensdarstellungen in Neuen Medien, was auch UMTS, Mobile-Media, Interaktives-TV beinhaltet. Zukunftsszenarien werden dargestellt. Dem Aspekt der massenmedialen Bedeutung des Lernens mit neuen Medien wird Rechnung getragen. Auswirkungen auf Gestaltung, Kostenmodellen undWirkungsweisen werden aufgezeigt.
  • In den Anhängen werden in tabellarischer Form und mit Grafiken die Ergebnisse der einzelnen Kapitel visualisiert.

Das Thema 'Bildung in Deutschland' wird in den letzten zwei Jahren mit den Stichworten PISA, Wissensgesellschaft und Wettbewerbsfähigkeit heftig diskutiert. Der ELearning- Markt hat eine sehr hohe Zukunftsperspektive, befindet sich derzeit aber noch in einer eher diffusen Aufbauphase. Es empfiehlt sich deshalb die Studieninhalte Markt und Qualitätsmanagement regelmäßig aktualisiert zu erheben. Da der viel versprechende interdisziplinäre Brückenschlag zwischen der Kommunikations- zur Lernforschung noch in den Ansätzen steckt, lohnt es sich hier weitere praxisrelevante Erkenntnisse zu gewinnen.

Interessant dürfte auch der Einsatz sein, Erkenntnisse aus dem schulischen Bereich, der hohen Wert auf methodisch-didaktische Aspekte und den Lernerfolg legt in die Erwachsenenbildung und in Corporate Learning einzusetzen.

Der Bereich ROI in der Bildung und bei E-Learning ist das Zukunftsthema angesichts knapper Etats der öffentlichen Hand und bei engen cost benefit-Überprüfungen der Budgets für Corporate Learning in Wirtschaftsunternehmen. Geeignete Überprüfungsverfahren - und hierzu gehören die o.g. Messinstrumente - stehen hierfür zur Verfügung.