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Frauenanteile in der Führung

Start-ups sind Sexisten: Gründer heuern weniger Frauen an als Konzerntöchter

18.06.2021 Start-ups sind allenfalls von ihrem Selbstbild her modern - tatsächlich ist es um die Diversität in Neugründungen schlecht bestellt, befindet eine Studie zu Frauenanteilen in Unternehmen. Besonders pikant: Erst wenn Investoren und Medien Druck machen, steigen die Frauenquoten.

Knapp eine halbe der abgebildeten Personen schafft es später mal in die Chefetage eines Start-ups. (Bild: Pixabay / ptksgc)
Bild: Pixabay / ptksgc
Knapp eine halbe der abgebildeten Personen schafft es später mal in die Chefetage eines Start-ups.
Die Zusammensetzung der DAX-Indizes ändert sich mehrmals im Jahr; unter den 30 aufstrebenden Neulingen der letzten fünf Jahre finden sich viele ehemalige Startups wie Delivery Hero, HelloFresh, Home24 oder Westwing, vereinzelte Traditionsunternehmen und einige Abspaltungen großer Börsenkonzerne. Diese Börsenneulinge ziehen in jedem Jahr zuverlässig den Frauenanteil in den Vorständen der 160 Börsenunternehmen nach unten.

Im April 2021 lag der Frauenteil in den Vorständen der in den vergangenen 5 Jahren neu in die Indizes Aufgenommenen bei nur 10,2 Prozent. Bei denjenigen Börsenneulingen, die in den letzten 15 Jahren gegründet wurden, liegt der Frauenanteil in den Vorständen sogar nur bei 5,4 Prozent. Insbesondere bei den ehemaligen Startups wird auf Druck der Risikokapitalgeber hin zunächst so stark auf Wachstum fokussiert, dass in der Regel keine Ressourcen auf eine strategisch-vielfältige Rekrutierung verwendet, sondern weitgehend aus dem bestehenden Netzwerk rekrutiert wird. Erst mit dem Börsengang und der Aufnahme in einen der DAX-Indizes verstärkt sich durch die Transparenz-Pflicht der Druck von Öffentlichkeit und Investoren auf diese Unternehmen, ein diverses Top-Management zusammenzustellen.

Sehr viel besser stehen mit einem Frauenanteil von 17,2 Prozent im Vorstand die Abspaltungen von Großkonzernen da, die mit der strategischen Bedeutung einer vielfältig zusammengesetzten Führung häufig bereits aus dem Mutterkonzern vertraut sind. Das geht aus einer Untersuchung der Allbright Stiftung  .
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