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Motivation ist nicht käuflich

24.02.12 Nahezu jede zweite Fach- und Führungskraft in Deutschland (47 Prozent) würde sich durch eine Gehaltserhöhung nicht zusätzlich anspornen lassen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie zur Arbeitsmotivation, durchgeführt von der Online-Jobbörse Stepstone Relation Browser . Variable Vergütungen finden Arbeitnehmer zudem unfair.

Die Befragung von mehr als 18.000 Fach- und Führungskräften verdeutlicht, welche Leistungsanreize bei qualifizierten Mitarbeitern tatsächlich wirken. So haben Gehaltserhöhungen laut Studie nur dann einen nachhaltig leistungssteigernden Effekt, wenn sie mit 20 Prozent oder mehr überdurchschnittlich ausfallen. Auch variable Vergütungsanteile wirken nur bedingt: Für jede vierte befragte Fachkraft haben sie keinerlei motivierenden Effekt. 56 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben zudem an, sich ab einem variablen Gehaltsbestandteil von 30 Prozent eher unter Druck gesetzt als zusätzlich motiviert zu fühlen.

Doch die Studie zeigt auch auf, dass das Gehalt alles andere als bedeutungslos ist. Ein angemessener Verdienst ist für 56 Prozent der Befragten durchaus wichtig. Für die Motivation spielen jedoch monetäre Faktoren wie ein überdurchschnittliches Gehalt, finanzielle Verbesserungsmöglichkeiten und leistungsabhängige Vergütungsbestandteile eine nur sehr untergeordnete Rolle.

Der effektivste Beweggrund für mehr Leistung lässt sich für Geld nicht kaufen: die Freude an der Arbeit. Ein kollegiales, angenehmes Arbeitsumfeld und ein Job, der Spaß macht und erfüllt, sind mit Abstand der stärkste Antrieb für gute Leistungen. Dazu zählt für 53 Prozent der Befragten auch eine gute Führungskraft, die sie fördert und fair behandelt.

Weitere Ergebnisse der Studie im Überblick:

  • Ein schlechtes Arbeitsklima würde 86 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte am ehesten zu einer Kündigung bewegen. Dagegen wäre ein niedriges Einkommen, welches sich anderswo um 20 Prozent aufstocken ließe, für nur 29 Prozent ein Kündigungsgrund.

  • 29 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass sie eine variable Vergütung grundsätzlich nicht für erstrebenswert halten.

  • Fast jede zweite befragte Fach- und Führungskraft (48 Prozent) hat einen variablen Gehaltsanteil. Bei knapp drei Vierteln (73 Prozent) liegt dieser in Höhe von maximal 20 Prozent der Gesamtvergütung. Bei 60 Prozent der Befragten ist der variable Gehaltsanteil in den letzten fünf Jahren nicht gestiegen.

  • 47 Prozent der Studienteilnehmer mit variablem Gehaltsbestandteil haben diesen in den letzten drei Jahren zu 100 Prozent oder mehr ausgezahlt bekommen.

  • Nur 25 Prozent halten das variable Vergütungssystem in ihrem Unternehmen für fair und gerecht.

(Autor: Joachim Graf)

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