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Interaktiv-Trends 2025/2026: Was die KI vom Datenmanagement fordert
16.12.2024 Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) wird den Umgang mit Daten grundlegend verändern. Unternehmen müssen sowohl die Potenziale moderner Technologien als auch deren ethische und regulatorische Aspekte berücksichtigen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
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KI ist das Werkzeug, mit dem Marketer ihre Traummaschine bauen
Die automatisierte Content-Erstellung durch KI ist nur ein - wenn auch wesentliches - Vehikel im Automatisierungsprozess. Erst mittels KI kann die notwendige Masse an individuellen Creatives in der erforderlichen Geschwindigkeit generiert werden. Nicht vergessen werden darf aber, dass dafür seinerseits Daten benötigt werden. Eine KI-unterstützte Kampagne ist daher immer ein Datenthema. Dazu kommt, dass für die wenigsten Unternehmen die Entwicklung einer KI-Anwendung Selbstzweck ist. In der Regel ist die KI nur mittel zum (Geschäfts-)Zweck. An dessen Erfolg wird die KI gemessen.Im Marketing wird KI daher vor allem im Zusammenhang mit den Stichtworten Daten und Marketing Automation diskutiert. "Die zunehmende Personalisierung von Marketingkampagnen durch neue Targetingmöglichkeiten der KI steht im Mittelpunkt moderner Strategien", sagt Geißenberger. "Durch den Einsatz von KI und Datenanalyse können Unternehmen spezifische Inhalte, Angebote und Erlebnisse auf individuelle Kundenbedürfnisse zuschneiden." Die eigentlichen Trends sind nicht KI, sondern Automatisierung und Hyperpersonalisierung.
KI als Turbo für jede CX-Strategie
Unternehmen haben durch KI-gestützte Marketing Automation mehr Möglichkeiten, den Kunden durch eine personalisierte Ansprache in den Mittelpunkt zu stellen. "Personalisierung im Online-Marketing ist zu einem entscheidenden Trend geworden, der die Art und Weise revolutioniert, wie Unternehmen mit ihren Kunden interagieren", beobachtet auch Radek Paluszak , Geschäftsführer und Partner der Hamburger Digitalagentur Atlantis dx . "Statt generischer Massenkommunikation setzen Unternehmen zunehmend auf maßgeschneiderte Inhalte und Angebote, die auf den individuellen Vorlieben und Verhaltensmustern ihrer Kunden basieren.
Sven Korhummel , geschäftsführender Gesellschafter der Ludwigshafener Agentur Cyperfection , ist überzeugt, dass sich dieser Trend noch verstärken wird. "Immer ausgefeiltere KI-Algorithmen ermöglichen es, individuelle Kundenbedürfnisse in Echtzeit zu erkennen und so personalisierte Inhalte und Angebote bereitzustellen." Das erhöhe die Relevanz und Effektivität von Online-Marketing-Kampagnen und senke die Kosten, etwa im Kundenservice. Vor allem aber wird der Trend zur Personalisierung nicht nur den ROI von Marketingkampagnen optimieren, sondern auch die Kundenzufriedenheit und -bindung erhöhen.
Eine CX-Strategie lässt sich nicht durch die Installation einer KI-Software einführen
Letztlich wird KI also zu einem Beschleuniger für das Customer Experience Management (CXM). KI ist nicht mehr, aber auch nicht weniger als das Werkzeug, mit dem viele Marketer endlich die Maschine ihrer Träume bauen können: Ein Interface, das individuell und persönlich auf Kundenanfragen, -bedürfnisse und -wünsche reagieren kann. Die Branche ist sich einig, dass dieser Ansatz Unternehmen erfolgreich machen wird. "Customer Experience Management (CXM) wird zunehmend zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb", weiß Christian Berens , Geschäftsführer der Kölner Digitalagentur NetFederation . "Kunden erwarten heute ein konsistentes und hochwertiges Erlebnis über alle Kontaktpunkte hinweg." Unternehmen, die in CXM investieren und eine fundierte Analyse der Kundenbedürfnisse durchführen, können die Customer Journey optimieren und herausragende Erlebnisse schaffen. Das stärkt die Kundenbindung und hilft, sich nachhaltig vom Wettbewerb zu differenzieren.
Unternehmen, die bisher noch nicht in eine CX-Strategie investiert haben, dürften daher weiter ins Hintertreffen geraten. Viele Experten gehen davon aus, dass sich der Abstand zu den kundenzentrierten Unternehmen durch die neuen, superschlauen KI-Tools nicht verringern, sondern vergrößern wird. Denn: Wer sein Unternehmen bereits kundenzentriert und datengetrieben aufgestellt hat, kann leicht eine neue KI-Lösung installieren und den Marketing-Turbo zünden. Wer hingegen weder über den passenden Marketingansatz noch über die relevanten Daten verfügt, kann dieses Problem nicht durch die Installation einer Software lösen. "Es wird immer wichtiger, KI nicht nur als technisches Tool zu sehen, sondern als integralen Bestandteil der gesamten Marketingstrategie", betont daher David Brinkmann , Head of Marketing bei der Kölner Digitalschmiede macaw . Er ist daher überzeugt, dass sich in vielen Fällen bei der Datenstrategie die Spreu vom Weizen trennen wird. "Der Einsatz datengetriebener Strategien wird immer zentraler, um fundierte Entscheidungen im Marketing zu treffen", sagt er. Nur so könne man von der Möglichkeit profitieren, mittels Machine Learning und Predictive Analytics das Konsumentenverhalten genauer vorherzusagen und Marketingmaßnahmen zu optimieren.
Gerade Letzteres ist eine Frage der Unternehmensphilosophie. "In der modernen Geschäftswelt ist es entscheidend, den Kunden in den Mittelpunkt aller Aktivitäten zu stellen", erklärt Karen Cavallaro , Head of UX bei der Berliner CX-Beratung best it . Dazu braucht es beides: "KI-gestützte Tools und eine kundenzentrierte Unternehmenskultur und -prozesse sind der Schlüssel zur Transformation und Differenzierung im Markt."
Immerhin: Wer sich auf den CX-Pfad begibt, kann von KI profitieren. Denn auch beim Datenmanagement können die Denkmaschinen helfen: "Mit KI-gestützten Datenmanagement-Lösungen lassen sich digitale Marketingdaten über den gesamten Vertriebszyklus hinweg betrachten. Datenintegrationstools helfen dabei, Daten aus verschiedenen Quellen wie CRM, ERP, Social Media und anderen Marketing-Tools auf einer zentralen Plattform zu konsolidieren. Datenmanagement-Plattformen bereinigen, verifizieren und standardisieren Daten im gesamten Unternehmen", weiß Jens Kambor , Vice President Sales DACH bei der Stuttgarter Technologieunternehmen Informatica .
Fabian Gutsche, Chief Digital Officer von Team Neusta , ergänzt: "Kundendatenpools ermöglichen eine hochgradige Personalisierung von Inhalten und Marketingmaßnahmen und brechen Silos mit verteilten Kundendaten in Unternehmen auf." Durch die zentrale Sammlung und Analyse von Kundendaten aus unterschiedlichen Quellen können Unternehmen ein tiefes Verständnis für das Verhalten und die Vorlieben ihrer Kunden entwickeln.
Die Schere öffnet sich
Allerdings: Vieles spricht dafür, dass auch von diesen Innovationen vor allem die fortgeschrittenen Unternehmen profitieren werden. Denn eine solide Datenstruktur ist keineswegs mit einer einmaligen Reorganisation erledigt, sondern eine Daueraufgabe. So kam erst kürzlich die SAS-Studie "Optimizing the Use of Marketing Technology to Build Customer Trust " zu dem Ergebnis, dass auch Unternehmen, die schon länger MarTech-Lösungen einsetzen, in Sachen Datenmanagement noch immer Hausaufgaben zu erledigen haben. Denn die Technologie-Stacks für Marketingzwecke bestehen nach wie vor aus einer Vielzahl unterschiedlicher Lösungen in voneinander isolierten Systemen. Selbst wenn diese bereits einmal konsolidiert wurden, führen technologische Entwicklungen und veränderte Anforderungen nach kurzer Zeit wieder zu einer Fragmentierung der Systeme. Dementsprechend nennen 38 Prozent der Befragten die Integration neuer Technologien als große Herausforderung. Darüber hinaus sehen jeweils rund ein Drittel der Marketingexperten datenbezogene Unzulänglichkeiten als Hindernis für den sinnvollen Einsatz von MarTech für positive Kundenbeziehungen, darunter schlechte Datenqualität (37 Prozent), Kundendatensilos (36 Prozent) und fehlender Echtzeitzugriff auf Daten (29 Prozent).Datenmanager werden sich auch 2025 nicht langweilen - so viel ist sicher. Zumal ihre Aufgabe mit dem Fortschritt von Marketing Automation, KI und MarTech immer wichtiger wird.
