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Siemens will VR-gestützte Handbücher entwickeln

21.04.1999 Wer schon einmal am eigenen Pkw herumgebastelt hat, kennt das Problem: Die Erläuterungen der Handbücher stimmen häufig nicht mit dem überein, was man vorfindet. So gibt es beispielsweise die abgebildeten Kabel und Schrauben schlichtweg nicht, oder sie sind an unzugänglichen Stellen und ein bestimmter Handgriff ist so nicht durchführbar. Der Blick des Heimwerkers wandert dementsprechend suchend zwischen Handbuch und dem zu reparierenden Gegenstand hin und her. Dieses Problem will Siemens nun mit VR-Technik ein für allemal lösen.

Siemens entwickelt Computersysteme, die eine gemischte real-virtuelle Arbeitsumgebung kreieren. Dabei setzt sich der Monteur eine durchsichtige Datenbrille auf, an der eine Kamera befestigt ist. Diese sieht genau das, was der Monteur gerade betrachtet, interpretiert die Bilder und blendet situationsgerechte Informationen in das Sichtfeld ein. Während der Monteur beispielsweise einen defekten Motor unter die Lupe nimmt, gibt ihm der an die Datenbrille angeschlossene Computer genaue Vorgaben, welche Schraube er wie weit drehen muß.

Das Schlagwort dieser völlig neuen Mensch-Technik-Interaktion lautet "Augmented Reality" (erweiterte Realität). Im wahrsten Sinne des Wortes soll sie die Realität des Betrachters erweitern, ihn bei komplexen Arbeitsprozessen unterstützen und das umständliche und zeitintensive Blättern in Handbüchern überflüssig machen.

Unter der Leitung von Siemens läuft seit Anfang März dieses Jahres das Projekt "Arvika" ('Augmented Reality für Entwicklung, Produktion und Service') mit dem Ziel, die Entwicklung von Augmented-Reality-Systemen voranzutreiben. Bereits in zwei Jahren soll es erste Prototypen geben, die dann etwa in der Automobil- oder Flugzeugindustrie eingesetzt werden können. Neben Siemens zählen zum Projektteam Forschungseinrichtungen, Systemintegratoren, Unternehmen der Automobil- und Flugzeugindustrie sowie Maschinenbau-Unternehmen. Arvika wird vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie gefördert und hat eine Laufzeit von vier Jahren.

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