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Ebay: Drei-Punkte-Plan soll gewerbliche Verkäufer zurückgewinnen

21.08.2008 Seit einigen Monaten fährt der Online-Marktplatz Ebay mit seinem Geschäftsmodell einen Schlingerkurs. Da werden durch die Änderung des Bewertungsmodells viele gewerbliche Händler vergrault, das Geschäft mit Privat-Auktionen gestärkt. Und jetzt startet Ebay mit einem Drei-Punkte-Plan die große Rückgewinnungsaktion für Powerseller. Aber nicht jeder ist willkommen. Die Experten sind sich einig: Ebay will künftig vor allem die großen Online-Händler auf seiner Plattform sehen.

 (Bild: eBay Inc.)
Bild: eBay Inc.
Der Online-Marktplatz Ebay   will durch eine Änderung seines Geschäftsmodells die Plattform vor allem für gewerblichen Anbieter wieder attraktiv machen. Dazu haben sich die Verantwortlichen in der Deutschlandzentrale eine Drei-Punkte-Strategie ausgedacht.


  1. Zunächst soll das Produktangebot auf dem Marktplatz "mehr als verdoppelt werden", erklärt Dr. Stefan Groß-Selbeck , Vorsitzender der Geschäftsführung von Ebay Deutschland, die neue Stoßrichtung.
  2. Damit diese neuen Produkte dann auch gefunden werden, wird eine neue Suchtechnologie eingeführt.
  3. Das hauseigene Bezahlsystem PayPal   soll sowohl für Käufer und Verkäufer sicherer werden und somit an Attraktivität gewinnen.

Die tiefgreifendste Änderung wird bei den Einstellkosten für gewerbliche Anbieter vorgenommen. Die Trennung zwischen Marktplatz und Shops wird Ebay aufheben. Es wird dann nur noch zwei Angebotsformate geben: Auktionen und Festpreisangebote. Die bisher gesondert gelisteten Shop-Angebote werden künftig also bei den Festpreisangeboten gelistet. Damit geht auch eine Änderung des Gebührenmodells einher. Sprich, es wird für Profi-Verkäufer kostengünstiger. Künftig wird die zeitliche Begrenzung der Angebote aufgehoben und die Einstellgebühren betragen statt bisher 25 Cent bis 4,80 Euro höchstens 10 Cent je Produkt. Um Ebay vor allem für Online-Shopbetreiber interessant zu machen, können Mehrfachangebote künftig in Form einer monatlichen Flatrate in Höhe von 299 Euro unbegrenzt Artikel auf Ebay eingestellt werden. "Damit schaffen wir einen Anreiz für Verkäufer, die schon jetzt in großen Stückzahlen handeln, ihr Angebot noch einmal auszuweiten. Außerdem können Händler so komplette Sortimente anbieten, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen", sagt Dr. Stefan Groß-Selbeck.

Quer durch die E-Commerce-Branche machen die Experten im neuen Geschäftsmodell vor allem ein klares Ziel aus: "Händler sollen nun endlich kostengünstig ihr komplettes Sortiment bei Ebay einstellen - und Ebay damit zur weltgrößten Produktdatenbank machen", sagt beispielsweise Exciting-Commerce-Blogger   Jochen Krisch . Denn das ehrgeizige Ziel, das Produktangebot auf Ebay zu verdoppeln, lässt sich nur mit Hilfe von Online-Shops erreichen, die bereits über ein breites Sortiment verfügen. Diese hatten sich jedoch "vor allem wegen der Gebührenstruktur in den vergangenen Jahren immer mehr von Ebay abgewandt", erklärt Ulrich Hafenbradl , Geschäftsführer des E-Commerce-Dienstleisters Trusted Shops  .

Mit dem neuen Geschäftsmodell macht sich Ebay damit vor allem für die Big Player im Online-Handel interessant. Allein auf Grund der enormen Reichweite kommen die Quelles   und Ottos   dieser Welt künftig nicht mehr an der Plattform vorbei, die sie bisher vor allem als Abverkaufskanal genutzten haben. Denn Ebay verfügt über Stammkunden, die wie bei Amazon   freiwillig immer wieder auf der Plattform einkaufen. Das macht den Marktplatz zwar auch für kleine und mittlere Händler attraktiv, aber hier herrschen negative Erfahrungen mit den Ebay-Kunden vor. Denn die Katalogversender mussten in der Vergangenheit immer wieder feststellen, dass "die dort gewonnenen Kunden nicht wie die 'wertvollen' Versandkunden" funktionieren, "die durch die normale Anstoßkette immer profitabler werden", analysiert Versandhandels-Experte Martin Groß-Albenhausen die Situation. Daher geht Groß-Albenhausen davon aus, dass die kleinen und mittleren Versender das neue Ebay "vorsichtig und wasserscheu testen" werden.

Thema: Ebay: Drei-Punkte-Plan soll gewerbliche Verkäufer zurückgewinnen

Kommentar von Olaf Groß

Ebay: Immer mehr wie Amazon, nur anders

Nach langem Hin und Her zeigt die neue Strategie von Ebay vor allem eines: Das Online-Auktionshaus wird immer mehr zum Online-Shop. Das muss nichts Schlechtes bedeuten, könnte aber ein Indiz dafür sein, dass im Long Tail das klassische Modell nicht funktioniert hat.

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 (Fotoatelier Koch)
Bild: Fotoatelier Koch
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Von: H. Peterseim ,  STAPIS GmbH ,  Verbindungen
Am: 21.08.2008

Zu: Ebay: Drei-Punkte-Plan soll gewerbliche Verkäufer zurückgewinnen

Während eBay seine Powerseller gründlich vergrault suchen die sich nachhaltigere Geschäftsmodelle im E-Commerce und die dazugehörigen Systeme und Konzepte in Zunkunft auf eBay zu verzichten oder wenigstens die Abhängigkeit zu verringern.

Als Shopsystemhersteller können wir der Situation durchaus etwas abgewinnen. Allerdings werden wohl einige Existenzen vernichtet werden, Powerseller deren Abhängigkeit von eBay zu groß ist oder die zu unflexibel sind. Nicht die feine englische Art...
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