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Internet-Wirtschaft in Deutschland 75 Milliarden schwer

22.03.2012 In Deutschland trug die Internet-Wirtschaft 2010 bereits mit 75 Milliarden Euro zur Gesamt-Wirtschaftsleistung bei - das entspricht drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Damit besitzt das Internet eine höhere Wirtschaftskraft als die Branchen Bergbau sowie Hotel und Gastronomie. Die Boston Consulting Group   (BCG) prognostiziert ein durchschnittliches jährliches Wachstum der deutschen Internet-Wirtschaft von acht Prozent, demnach wird sie bis 2016 auf 118 Milliarden Euro oder vier Prozent des Bruttoinlandsproduktes anwachsen.

(Grafik: BCG) Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/221037/umfrage/anteil-des-internets-am-bruttoinlandsprodukt/
Die Internet-Wirtschaft der 20 größten Volkswirtschaften weltweit soll bis 2016 auf 4,2 Billionen US-Dollar ansteigen - womit sich ihre Größe gegenüber 2010 nahezu verdoppeln würde. Damit wird das Internet eine entscheidende Wachstumsquelle für Unternehmen und Länder in einer Zeit großer Unsicherheit werden. Dieses Wachstum ist vergleichbar mit dem anderer entwickelter Länder. So wächst die Internet- Wirtschaft jährlich in Großbritannien um knapp elf Prozent, in Japan um 6,3 Prozent, in den USA um 6,5 Prozent und in Frankreich um rund sechs Prozent.

Nach BCG-Analysen profitieren vor allem Verbraucher vom Internet. In den G-20-Ländern wurden Waren im Wert von 1,3 Billionen US-Dollar online recherchiert, bevor sie offline gekauft wurden - das entspricht 2,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes oder mehr als 3.000 US-Dollar pro Haushalt mit Internet-Anschluss.

In den größten G-20-Ländern liegt der wahrgenommene Nutzen des Internets für die Verbraucher noch weit über den damit verbundenen Kosten, nämlich bei 1,9 Billionen US-Dollar oder 5.000 US-Dollar pro Haushalt mit Internet-Anschluss. Mit anderen Worten: Man müsste dem durchschnittlichen Haushalt 5.000 US-Dollar jährlich zahlen, um auf das Internet zu verzichten.

Internet als Jobmotor

Ebenso gilt, dass kleine und mittelgroße Unternehmen, die das Internet intensiv nutzen, schneller wachsen als solche, die das nicht tun. In den letzten 18 Monaten hat BCG eine Befragung bei über 15.000 kleinen und mittleren Unternehmen in aller Welt durchgeführt.

US-Unternehmen mit mittlerer oder starker Internet-Nutzung erwarten, in den nächsten Jahren um 17 Prozent zu wachsen, für andere Unternehmen liegt dieser Wert bei zwölf Prozent. In Großbritannien stieg der Gesamtumsatz der Unternehmen mit mittlerer oder starker Internet-Nutzung zwischen 2007 und 2010 um 4,1 Prozent pro Jahr - etwa sieben Mal schneller als in Unternehmen mit geringer oder keiner Internet-Präsenz. Deutsche Unternehmen, die das Internet stark für Marketing, Vertrieb und den Austausch mit Kunden und Lieferanten nutzen, konnten ihre Umsätze um 17,7 Prozent innerhalb der letzten drei Jahre steigern; im Gegensatz dazu stagnierte das Wachstum bei denjenigen Unternehmen, die das Internet nicht für ihr Geschäft einsetzten.

93 Prozent der Firmen mit besonders hohen Internet-Aktivitäten haben in den vergangenen drei Jahren auch neue Stellen geschaffen; bei Unternehmen, die weniger im Internet unterwegs sind, waren es nur 77 Prozent. Der gleiche Trend zeigt sich auch in allen anderen Ländern, die an der Befragung beteiligt waren und unterstreicht den Beitrag, den das Internet zum Wirtschaftswachstum und der Schaffung von Arbeitsplätzen leistet.

Weitere Erkenntnisse:
  • Von Industrieländern zu Emerging Markets. 2016 werden knapp 70 Prozent der Internet-Nutzer in den G-20-Ländern aus sich entwickelnden Märkten kommen, 2010 waren es etwas mehr als die Hälfte. Der Beitrag dieser Märkte zur digitalen Wirtschaft wird von unter 25 Prozent 2010 auf über 33 Prozent 2016 steigen.
  • Vom PC zu mobilen Geräten. Bis 2016 werden mobile Geräte - zunehmend Smartphones - etwa 80 Prozent aller Breitbandverbindungen in den G-20-Staaten ausmachen.
  • Von passiver zu aktiver Nutzung. Soziale Medien verändern die Kommunikationsmuster weltweit. Länder wie Argentinien, Brasilien, Indonesien und Mexiko steigen ohne Umweg in die sozialen Medien ein - über 90 Prozent der Internet-Nutzer dort benutzen soziale Medien.
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