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Verlage: Verkrustete Strukturen bremsen E-Books aus
04.08.2010 Wie die Managementberatung Mücke, Sturm & Company in einer Studie gemeinsam mit der ESB Reutlingen herausgefunden hat, müssen Verlage besonders interne Veränderungen anstreben, wenn sie von E-Books profitieren wollen: Organisationsstruktur, Unternehmenskultur und die IT-Architektur müssen zukunftsfähig gemacht werden.
Die neuen Herausforderungen sind größtenteils interner Natur: so
bewerten 24 Prozent der Verlagsfachvertreter ihre Organisationsstruktur und die Unternehmenskultur als größtes Hindernis für die Erstellung von E-Books. Vor allem die großen Verlage zeigen sich wenig anpassungsfähig: Für 49 Prozent der
Verlage mit einem Umsatzvolumen größer als 250 Millionen Euro ist die Modernisierung ihrer Organisationsstrukturen die relevanteste Aufgabe. Kleineren Verlagen fehlt dagegen oftmals das entsprechende Know-how.
Generell besteht aber eine hohe Investitionsbereitschaft für E-Books. Sie stehen auf der Agenda der meisten Verlage ganz oben und sind entsprechend mit Projektbudget ausgestattet.
Neben der Neustrukturierung ihrer Organisation müssen Verlage auch der Integrierung der IT eine größere Rolle bei der Digitalisierung beimessen. So wird der Beschäftigungsgrad der IT nur unterdurchschnittlich bewertet. Gerade im Technologie getriebenen E-Book-Markt spielt die IT eine Schlüsselrolle: Wer kein reiner Content-Lieferant sein möchte, der muss sich stärker mit modernen ECommerce-Technologien beschäftigen. Die IT-Architektur und das Systemportfolio hängen von der E-Books-Strategie ab.
Ein ähnliches Desaster, wie das der Musikbranche durch digitale Raubkopien befürchten besonders die Buchverlage. Ein sicherer Kopierschutz sowie Digital Rights Management (DRM) sind für Buchverlage daher eine Grundvoraussetzung. Trotzdem sei es fraglich, ob dies die geeignete Reaktion auf Piraterie ist. Kopierschutzmaßnahmen gelten als unvereinbar mit einem offenen Markt und als kundenunfreundlich, so die Autoren der Studie. "Der effektivste Kopierschutz liegt in der Gestaltung des Produktes selbst, indem es einen digitalen Mehrwert bietet -
beispielsweise durch interaktive Elemente des Social Web", ergänzt Patrick Sturm, Managing Partner bei Mücke, Sturm & Company.
Grundlage für die Studie sind die Ergebnisse einer Umfrage unter 147 Fachvertretern deutscher Verlage.
