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Sechs Social-Media-Netze im Überblick: Wer mit Kauf-Buttons aktiv wird

22.06.2015 Diese Netzwerke wollen künftig Shopping-Plattform werden. Eine Übersicht.

 (Bild: Google/Screenshot)
Bild: Google/Screenshot

1.Google verkauft per Button:

Der Kauf-Button in den Shopping-Suchergebnissen von Googles   Suchmaschine ist beschlossene Sache. Das bestätigte der Google-Manager Omid Kordestani auf einer Konferenz  . Ziel sei es, den Kaufprozess für die Nutzer einfacher zu gestalten. Über einen Klick gelangen sie auf eine Unterseite von Google - also nicht zum Händler selbst - wo sie alle für die Bestellung wichtigen Informationen angeben, etwa Anzahl, Größe und Lieferoptionen. Bezahlt wird ebenfalls über Google und nicht direkt an den Händler. Aktuell soll der Kauf-Button vorerst nur in der mobilen Ansicht verfügbar sein. Zurzeit ist Google wegen des Kauf-Buttons bereits mit einigen Händlern in Verhandlungen, darunter die US-Warenhauskette Macy's  .

Google schielt seit Jahren auf den ECommerce-Markt. So hat das Unternehmen beispielsweise seine kostenlose Konkurrenz zu der globalen Preisvergleicher-Schar Google Products   mittlerweile sehr erfolgreich positioniert. Zuletzt hatte Suchmaschinengigant Google sein kostenloses Zertifizierungsprogramm für Deutschland gestartet.

2. Youtube integriert Kauf-Button in Werbung:

Google-Tochter Youtube   wertet mit einer Shoppingfunktion seine überspringbare Preroll-Videowerbung, den Trueview Ads, auf. Werber können ihren Preroll-Clips ab sofort einen Overlay mit Produktfotos, Preisen und einem Kauf-Button hinzufügen, der den Nutzer direkt zur Webseite der Marke oder des Händlers führt.

Die ersten Werbungtreibenden haben die neuen Shoppingfunktionen getestet, darunter der Onlinemöbelshop Wayfair   und der Kosmetikhändler Sephora  . Wie der Adwords Blog   schreibt, behauptet Wayfair, die neue Werbeform generiere dreimal mehr Umsatz als die klassischen Trueview Ads. Advertiser zahlen für dieses Werbeformat an Google einen festgelegten Preis pro View - es gibt keine Extragebühr für jeden klickenden Nutzer.

 (Bild: Facebook)
Bild: Facebook

3. Facebook bindet Kauf-Button in Newsfeed ein:


Facebook   entwickelt und testet seit August 2014 einen Kauf-Button. Über ihn können Unternehmen ihre Produkte direkt über das soziale Netzwerk verkaufen. Der Button erlaubt Nutzern von Unternehmen gepostete Produkte zu kaufen - ohne Umweg über den Webshop. Facebook-Nutzer verlassen beim Einkaufen dabei nicht das Netzwerk, sondern bezahlen auch innerhalb ihres eigenen Nachrichten-Feeds. Die Zahlung im Netzwerk wird mittels Payment-Anbieter Stripe   abgewickelt. Wer bereits seine Bezahldaten bei Facebook hinterlegt hat, klickt nur noch die entsprechende Autorisierung. Alternativ können die Daten für den Kauf manuell eingegeben werden, um danach zum Netzwerken zurückzukehren. Das Netzwerk versichert, dass Transaktionen sicher sind und die Bankdaten nicht weitergegeben werden. Der Nutzer kann selbst entscheiden, ob die Bezahldaten für den nächsten Einkauf gespeichert werden sollen oder nicht.

Im März 2015 hat Facebook ein neues Online-Payment-Feature für seinen Messenger angekündigt. Das Feature soll es Freunden künftig erlauben, Geld zu senden und zu empfangen. Voraussetzung ist das Hinterlegen einer Kreditkarte (Visa   oder Mastercard  ). Um die Sicherheit zu gewährleisten, setzt Facebook auf die Verschlüsselung der Verbindungen zwischen den Nutzern und Facebook. Auch die Zahlungsdaten würden verschlüsselt hinterlegt, versichert Facebook.Die neue Payment-Funktion soll in den nächsten Monaten für Android, iOS und Desktop-Computer verfügbar sein.

Jüngst erfolgte ein weiterer Schritt, um Facebook als Shopping-Plattform zu positionieren: Das Social Network hat das Testen des Einkaufens auf seinem Netzwerk auf die Zusammenarbeit mit der ECommerce-Plattform Shopify   ausgeweitet. Aktuell können ausgewählte Händler, deren Onlineshops auf Shopify basieren, auf Facebook mit einem integrierten Kaufen-Button testen, ob Kunden tatsächlich interessiert sind, direkt über das soziale Netzwerk zu shoppen. Der Kauf ist sowohl über Statusmeldungen auf den Unternehmensseiten der Händler möglich, als auch in Werbeanzeigen. Shopify ermutigt die Händler zur Teilnahme an der Testphase und zur Mitteilung ihrer Erfahrungen. Facebook erzeugt eine hohe Anzahl von Vertriebsvolumina.

4. Pinterest kündigt Kauffunktion an

Auch die soziale Pinnwand Pinterest   hat angekündigt mit 'Buyable Pins' - kaufbare Pinnwand-Einträge - zu starten. Ein blauer Kauf-Button verrät dem Nutzer, welche gepinnten Produkte gekauft werden können. Über eine neue Filterfunktion können sie zum Beispiel den maximalen Preis der gesuchten Produkte festlegen. Innerhalb des kaufbaren Pins können die Interessenten die Farbe auswählen und sich per Swipe die verschiedenen Modelle ansehen. Nach dem Klick auf 'Kaufen' und dem Bezahlen per Apple Pay   oder Kreditkarte ist die Bestellung abgeschlossen. Die Bezahlinformationen sollen nicht zum Händler weitergeleitet werden.

Erste Händler hat Pinterest für seine Shoppingfunktion ins Boot geholt: Darunter Macy's  , einige Shops auf Basis des Shopsystems von Demandware    sowie etliche Händler von Shopify  . Bisher kündigt Pinterest den Kauf-Button nur für den US-Markt an. Ende Juni sollen für iPhone- und iPad-Nutzer bereits zwei Millionen kaufbare Pins verfügbar sein. Die Lösung für Android und Desktop sei in Planung. Wann und ob der Dienst nach Europa kommt, teilte das Netzwerk nicht mit.

 (Bild: Instagram)
Bild: Instagram

5. Instagram: Der Bild-Dienst will monetarisieren

Auch Instagram gibt seinen Anzeigen-Partnern Shopping-Tools an die Hand, um Nutzer zu Kunden zu machen. Dazu gehören 'Jetzt kaufen'-, 'Jetzt installieren'- und 'Jetzt anmelden'-Buttons, die in Anzeigen integriert werden können. Auch das Targeting der Anzeigen wird verbessert. Hierzu werden etwa Accounts ausgewertet, denen ein Instagram-User folgt und Facebookseiten analysiert, die er geliked hat. Laut TechCrunch   wird nach dem Klick auf einen Action-Button in einer Instagram-Anzeige ein Mini-Browser geöffnet, der den Nutzer die Aktion durchführen lässt. Auch hier muss der Nutzer das Netzwerk nicht verlassen.

Instagram sei sehr bedacht darauf, seine Netzwerker während der Nutzung in der App zu halten, dies ist auch der Grund, warum das Einbetten von Links in Bildunterschriften und -beschreibungen nicht möglich ist. Die Anzeigen-Vermarktung soll mit Hilfe des Facebook-Werbenetzwerks zentral gesteuert werden können. Außerdem sorgen Feedback-Buttons dafür, dass der Nutzer nicht mit Werbung zugemüllt wird, die ihn nicht interessiert. Damit bestimmt der Kunde ein Stück weit selbst, welche Anzeigen er sieht.

 (Bild: Twitter)
Bild: Twitter

6. Twitter verkauft im Tweet

Auch Microblogging-Dienst Twitter   hat, nach einem bereits gescheiterten Versuch, im September 2014 begonnen einen Buy-Button zu testen. Er erlaubt Shopping direkt aus Tweets heraus. Auf diese Weise müssen Nutzer die Anwendung für den Kauf nicht mehr verlassen. Zu den ersten Anbietern gehören Marken wie Burberry   und Musiker wie Eminem  .

Knapp zwei Monate, nachdem der Buy-Button zum ersten Mal in einer Mobile-App aufgetaucht war, hat der Microblogging-Dienst Twitter den Start zu einer Testphase für die Kaufoption angekündigt. Das ist ein früher Schritt "bei unseren Bemühungen, Twitter eine Funktionalität einzubauen, die das Shopping von mobilen Geräten aus bequem und leicht, hoffentlich sogar spaßig, machen kann", heißt es in einem Blogeintrag  
Thema:

Kauf-Buttons: Wenn E-Commerce unabhängig vom Shop funktioniert

Der E-Commerce verändert sich. Der mobile Siegeszug, das Wachstum der Marktplätze und das Engagement der großen Internet-Player lassen keinen Stein auf dem anderen. Für Shopbetreiber bedeutet das: Neue Kanäle, vier Herausforderungen - und außerdem mächtige neue Feinde.

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 (Bild: pixarbay)
Bild: pixarbay
Bild: pixarbay unter Creative Commons Lizenz by
1. Teil: Sechs Social-Media-Netze im Überblick: Wer mit Kauf-Buttons aktiv wird

Kommentar von Joachim Graf

Wenn der Onlineshop verschwindet

Die netzbasierte Kommunikation der Zukunft wird etwas anderes sein, als die Web-basierte Kommunikation der Gegenwart.

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Joachim Graf (Michael Poganiatz)
Bild: Michael Poganiatz
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