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Studie: Nur ein Fünftel der deutschen Mittelständler setzen auf E-Commerce

13.02.2017 E-Commerce spielt im deutschen Mittelstand bisher nur eine untergeordnete Rolle. Eine repräsentative Studie von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels zeigt: Kleine und mittlere Unternehmen erwirtschaften über digitale Kanäle lediglich 153 Milliarden Euro im Jahr - das sind gerade einmal 4 Prozent der Gesamtumsätze der mittelständischen Wirtschaft.

 (Bild: Amazon)
Bild: Amazon
Dabei nutzt mit 16 Prozent nur ein kleiner Teil der Mittelständler überhaupt die Möglichkeit, seine Produkte oder Dienstleistungen online an den Kunden zu bringen. Anders gesagt: 8 von 10 Mittelständlern erzielen noch keinerlei Umsätze über den digitalen Vertriebsweg. Die KfW-Analyse zeigt aber auch, dass der digitale Wandel den Mittelstand langsam aber sicher erreicht: Je neuer ein Unternehmen am Markt ist und je jünger der Inhaber selbst ist, umso größere Bedeutung hat der E-Commerce für den Umsatz.

(Grafik: KfW)


Der weit überwiegende Teil der digitalen Umsätze des Mittelstands wird derzeit mit 144 Milliarden Euro über B2B-Transaktionen generiert. Komponentenzulieferungen im Maschinen- und Fahrzeugbau spielen dabei die wesentliche Rolle. Im B2C-Geschäft erwirtschaften alle deutschen Mittelständler zusammen via E-Commerce nur 9 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Amazon als größter Onlineshop setzt in Deutschland alleine rund 8 Milliarden Euro jährlich um.

Anteil der ECommerce-Umsätze in deutschen Mittelstands-Unternehmen nach Segmenten
Anteil der ECommerce-Umsätze in deutschen Mittelstands-Unternehmen nach Segmenten (Grafik: KfW)


Wenig überraschend sind im Mittelstand die Handelsunternehmen die Digitalisierungs-Vorreiter. Jeder dritte Einzel- oder Großhändler betreibt E-Commerce - entweder im direkten Kontakt zum Endverbraucher oder als Lieferant eines anderen Unternehmens. Der Anteil des Online-Umsatzes am Gesamtumsatz der Branche erreicht hier mit 25 Prozent den höchsten Wert im Mittelstand. In allen anderen Branchen spielt der Online-Vertriebskanal eine deutlich geringere Rolle. Unter den mittelständischen Dienstleistern sind etwa 13 Prozent im E-Commerce aktiv, der auf diesem Weg erwirtschaftete Umsatzanteil liegt bei 17 Prozent.

	Anteil der ECommerce-Umsätze in deutschen Mittelstands-Unternehmen nach Alter der Eigner
Anteil der ECommerce-Umsätze in deutschen Mittelstands-Unternehmen nach Alter der Eigner (Grafik: KfW)


Unternehmen mit E-Commerce wachsen deutlich schneller

Auch wenn E-Commerce in der Breite des Mittelstands noch nicht angekommen ist, so macht es einen deutlichen Unterschied bei der Performance, ob ein Unternehmen darauf setzt oder nicht: Wie die KfW-Analyse belegt, blicken kleine und mittlere Unternehmen mit ausgeprägten ECommerce-Aktivitäten zuversichtlicher in die Zukunft und sie haben ein höheres Umsatzwachstum. Die mittlere Umsatzwachstumsrate bei Mittelständlern mit erheblichen Online-Umsätzen (mehr als die Hälfte des Umsatzes) lag zuletzt sogar bei 15 Prozent - und erreichte damit annähernd das Vierfache derer von Unternehmen ohne Umsätze aus E-Commerce (4 Prozent).

Allerdings zeigt sich auch, dass der starke Konkurrenzdruck im Online-Geschäft seine Spuren hinterlässt, den Spielraum der Firmen bei der Preissetzung einengt und so ihre Profitabilität negativ beeinflusst. Die durchschnittliche Umsatzrendite mittelständischer Unternehmen mit E-Commerce liegt laut KfW-Erhebung bei 4 Prozent, die der Mittelständler ohne doppelt so hoch bei 8 Prozent.

Alle Zahlen der aktuellen Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels   zum Thema E-Commerce beziehen sich auf das Jahr 2015 - das sind die aktuellsten repräsentativen Daten.
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