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Instant Articles: Facebook schert sich nicht um Pressefreiheit

23.06.2015 Facebook   hebelt bei Instant Articles die Pressefreiheit aus: Das Netzwerk behält laut eigenen Angaben die volle Kontrolle über die Inhalte, die Verlags-Partner wie Spiegel Online   und Bild.de   über den Publishing-Dienst veröffentlichen.

 (Bild: Facebook)
Bild: Facebook
Eine Story werde gelöscht, sobald sie gegen die Facebook-Richtlinien verstößt, sagte Facebook-Manager Chris Cox auf einer Veranstaltung der TU Berlin  . Dies gelte auch, wenn der Inhalt den Redaktionsregeln des veröffentlichen Mediums entspreche, zitiert der Branchendienst Meedia  . Pornografische Artikel, Bilder mit nach Facebook-Geschmack zu viel nackter Haut oder kontroverse Diskussionen zu Themen wie Abtreibung dürften die Anstandskontrolle nicht bestehen.

Damit erhält Facebook noch mehr Kontrolle darüber, wie die Menschen Nachrichten konsumieren und welche sie konsumieren. Schon jetzt entscheidet der Algorithmus von Facebook, welche Artikel und Medien die Nutzer zu sehen bekommen. Wenn sich aber Publishing immer mehr komplett auf Facebook verschiebt, verstärkt sich diese Tendenz. Dann entscheidet Facebook nicht mehr nur darüber, welchen Ausschnitt der Medienlandschaft der Nutzer sieht, sondern vielleicht auch, was überhaupt veröffentlicht wird.

Betrachtet man das Thema aus globaler Sicht, wollen internationale Portalbetreiber wie Facebook, Google   oder Apple   immer einen Spagat machen zwischen den rechtlichen Rahmenbedingungen und den ethischen Vorstellungen ganz unterschiedlicher Kultur. Schließlich steht Facebook in dem Fall als Host für die Inhalte der Instant Articles und will daher vermutlich auf Nummer sicher gehen, um es sich weder mit Gerichten noch mit anderen Kulturen zu verscherzen. Deutsche Publisher müssen entscheiden, ob sie diese Einschnitte in Kauf nehmen und sich in ihre Inhalte reinreden lassen wollen.
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