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Top Ten: Das sind Deutschlands wichtigste Shopsysteme
23.11.2018 iBusiness hat ausgewertet, welche Shopsysteme von Deutschlands Top-1.000-Onlineshops genutzt werden. Mit überraschendem Ergebnis - und einem Wechsel an der Spitze des Rankings.
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Allerdings: Wenn es nur nach diesen Kriterien ginge, müssten sich selbst Shopsysteme, die in einer deutlich niedrigeren Liga spielen, vor den Dickschiffen der Branche kaum verstecken. In der Praxis des Shopbetreibers sind es denn meist auch ganz andere Anforderungen, die bei der Entscheidung eine viel wichtigere Rolle spielen (siehe iBusiness: Shopsystem-Übersicht - Marktbedeutung, Analyse, Einkaufsentscheidungen):
- Performance unter hoher Last
- Lizenzmodell und -kosten
- Intergrationsfähigkeit in bestehende IT-Prozesse
- Dienstleisterlandschaft rund um die ECommerce-Plattformen
- Implementationsaufwand, Wartbarkeit, Total Cost of Ownership
- Komplexität und Bedienungsaufwand
Die Top Ten der deutschen Shopsysteme
Natürlich ist bei der Entscheidung eine genaue Evaluierung anhand der eigenen Anforderungen unerlässlich. Was für eine erste Orientierung aber auch ungemein nützlich ist: Ein Blick auf den Markt. Nicht ohne Grund bevorzugen schließlich bestimmte Händlertypen bestimmte Onlineshops, während andere Systeme gar nicht gewählt werden. Das Einzelhandelsinstitut EHI hat gemeinsam mit dem Statistikunternehmen Statista in seiner Studie "E-Commerce-Markt Deutschland 2018" die Top-1.000-Onlineshops in Deutschland untersucht - unter anderem auch daraufhin, welche Systeme in den verschiedenen Onlineshops eingesetzt werden. iBusiness hat die Studie ausgewertet und die bedeutendsten Shopsysteme Deutschlands ermittelt.Zur Erfassung der Shopsysteme hat sich EHI/Statista der Browser-Add-ons Wappalyzer und Builtwith bedient.
Shopware und Salesforce gewinnen
Wie schon in den Vorjahren handelt es sich beim Großteil der verwendeten Shopsysteme um Eigen- und Weiterentwicklungen. In diesen Fällen wurde die zugrundeliegende Software so stark modifiziert oder gleich komplett selbst entwickelt, dass das zugrundeliegende Grundsystem von außen nicht mehr erkennbar ist. Auffällig ist allerdings, dass der Anteil dieser Systeme kontinuierlich abnimmt: 2016 lag er noch bei 48,3 Prozent, für 2018 wurde ein Anteil von 44,9 Prozent gemessen. Klares Signal: Immer mehr Shops kommen mit einer Standard-Software zurecht, immer seltener sind umfangreiche und komplexe Anpassungen notwendig.Dass Standard-Shopsysteme erwachsener geworden sind, zeigt sich auch daran, dass die Vielfalt deutlich zugenommen hat. Der Anteil der kleinen Lösungen, die in der Kategorie "Sonstige" zusammengefasst werden und für sich genommen kaum Marktbedeutung erlangen, ist kräftig gestiegen. Der Anteil dieser Außenseitershops hat sich von 3,2 Prozent (2016) auf 6,8 Prozent (2018) sogar mehr als verdoppelt. Kein anderes Segment konnte ähnlich kräftig wachsen. Ganz offensichtlich sind inzwischen auch die Produkte von Kleinstanbietern inzwischen leistungsfähig genug, um es damit in die Top 1.000 zu schaffen.
1. Magento
| Marktdaten Magento | |
|---|---|
| Installationen: (Veränderung gg. VJ. | 139 -3) |
| Top-Position: | 25 |
| Durchschnittsrang: | 591 |
| Spreizung*: | 961 |
| * Abstand zwischen höchster und niedrigster Platzierung, bereinigt um je einen Ausreißer | |
2. Shopware
| Marktdaten Shopware | |
|---|---|
| Installationen: (Veränderung gg. VJ. | 88 + 24) |
| Top-Position: | 40 |
| Durchschnittsrang: | 593 |
| Spreizung*: | 928 |
| * Abstand zwischen höchster und niedrigster Platzierung, bereinigt um je einen Ausreißer | |
3. Oxid Eshop Community & Enterprise
| Marktdaten Oxid Eshop | |
|---|---|
| Installationen: (Veränderung gg. VJ. | 74 - 11) |
| Top-Position: | 52 |
| Durchschnittsrang: | 514 |
| Spreizung: | 900 |
4. SAP Commerce Cloud
| Marktdaten SAP Commerce Cloud | |
|---|---|
| Installationen: (Veränderung gg. VJ. | 48 - 5) |
| Top-Position: | 26 |
| Durchschnittsrang: | 397 |
| Spreizung: | 909 |
5. Salesforce Commerce Cloud
| Marktdaten Salesforce Commerce Cloud | |
|---|---|
| Installationen: (Veränderung gg. VJ. | 39 + 7) |
| Top-Position: | 38 |
| Durchschnittsrang: | 516 |
| Spreizung: | 852 |
6. osCommerce
| Marktdaten osCommerce | |
|---|---|
| Installationen: (Veränderung gg. VJ. | 29 +- 0) |
| Top-Position: | 51 |
| Durchschnittsrang: | 528 |
| Spreizung: | 810 |
7. IBM Websphere
| Marktdaten IBM Websphere | |
|---|---|
| Installationen: (Veränderung gg. VJ. | 21 + 1) |
| Top-Position: | 5 |
| Durchschnittsrang: | 237 |
| Spreizung: | 635 |
Auch wenn IBM Websphere im Enterprise-Segment seinen Marktanteil behaupten kann, bleibt die Frage, wie Wachstum erzielt werden soll. Dazu müsste das System für Neueinsteiger attraktiver sein.
8. Intershop
| Marktdaten Intershop | |
|---|---|
| Installationen: (Veränderung gg. VJ. | 18 - 1) |
| Top-Position: | 16 |
| Durchschnittsrang: | 397 |
| Spreizung: | 500 |
9. Plentymarkets
| Marktdaten Plentymarkets | |
|---|---|
| Installationen: (Veränderung gg. VJ. | 15 - 1) |
| Top-Position: | 156 |
| Durchschnittsrang: | 619 |
| Spreizung: | 655 |
10. Novomind iShop
| Marktdaten Novomind iShop | |
|---|---|
| Installationen: (Veränderung gg. VJ. | 12 - 1) |
| Top-Position: | 43 |
| Durchschnittsrang: | 426 |
| Spreizung: | 769 |
Unterschiedliche Händler-Ansprüche
Natürlich unterscheiden sich die Ansprüche der einzelnen Onlinehändler. Dabei ist nicht nur Umsatz, Größe und Branche des Händlers ausschlaggebend, sondern insbesondere auch dessen Background. Technisches Knowhow, bestehende, zu integrierende Legacy-Systeme, zu bedienende Vertriebskanäle und Anspruch an den technischen Dienstleister sind entscheidende Einflussfaktoren und oft viel wichtiger als die Frage, ob Spielwaren oder Autoteile verkauft werden sollen.Die Top-1.000-Händler lassen sich grob wie folgt einteilen:
- 35 Prozent sind Online-Pure-Player, die weder ein stationäres Ladengeschäft noch einen Katalogversand betreiben.
- 52,7 Prozent sind Crosschannel-Händler, die über mindestens einen weiteren Verkaufskanal verfügen.
- 12,3 Prozent der Shops sind Angebote von Marken oder Herstellern, die ihre Waren im Direktvertrieb veräußern.
So entscheiden sich die Pure Player
Von den 350 Pure Playern setzen 56 Prozent selbst entwickelte Systeme ein (196 Installationen). Der Rest verteilt sich wie folgt:Es zeigt sich: Im Vergleich zum Gesamtmarkt setzen Online-Pure-Player sehr viel stärker auf Eigenentwicklungen. Dies dürfte daran liegen, dass die meisten Online-Pure-Player früh gestartet sind, ein großes technisches Knowhow aufweisen und großen Wert auf schlanke, effiziente Prozesse legen. Zudem konnten sie sich in der Vergangenheit eine Wachstumsphase gönnen, in der sie in ihre Technik investieren konnten. Zuletzt sind ihre Geschäftsprozesse in der Regel ohnehin überschaubarer.
Wenn sie zu einer fertigen Shoplösung greifen, achten sie vor allem darauf, flexible Lösungen zu wählen. Unter den Top-5 Shopsystemen sind zudem allein drei Open-Source-Lösungen. Auch der Aufsteiger Shopware ist unter den Top 5 und - besonders bemerkenswert - Plentymarkets, obwohl das System bei der Gesamtbetrachtung lediglich auf Rang 9 landet.
So entscheiden sich die Crosschannel-Händler
Von den 527 Mehrkanal-Händlern setzen lediglich 42 Prozent (= 224 Installationen) selbstentwickelte Systeme ein. Insgesamt verteilt sich der Markt wie folgt:Multichannel-Händler - darunter viele klassische Katalogversender und Stationärhändler - sind in der Regel später in den E-Commerce eingestiegen und benötigten aus dem Stand eine leistungsfähige und skalierbare ECommerce-Lösung. Sie greifen daher häufig zu den teureren und komplexeren Lösungen der namhaften Anbieter. Die Anteile von Shopware (10,6 Prozent), SAP Commerce Cloud (5,3 Prozent) und IBM (2,6 Prozent) sind hier überdurchschnittlich. Allerdings verspielen sich die Unterschiede zunehmen: Da Multichannel-Szenarien inzwischen die Regel sind und die überwiegende Mehrheit der Händler mehr als einen Kanal bedient, nähern sich die Softwareinstallationen in dieser Gruppe der Normalverteilung an.
So entscheiden sich die Marken und Hersteller
Ganz anders sieht der Markt dagegen aus, wenn man ausschließlich die Shops der 123 Marken und Hersteller betrachtet, die es unter die Top 1.000 geschafft haben. Die ECommerce-Systeme verteilen sich wie folgt:Hersteller- und Markenshops kennzeichnet, dass sie meist nur über wenig Handels- und ECommerce-Knowhow verfügen. Vorteil dieser Situation: Sie können auch alle Strukturen "auf der grünen Wiese" planen. Standardlösungen mit kurzem Implementationsaufwand sind für sie besser geeignet. Dieser Umstand dürfte die vergleichsweise hohe Anzahl von Salesforce Commerce Cloud (Marktanteil 17 Prozent in dieser Gruppe) sowie SAP Commerce Cloud (10,6 Prozent) und IBM-Lösungen (4,8 Prozent Marktanteil) erklären. Aber auch Magento, Oxid und Shopware sowie Oracle und Intershop sind in dieser Riege noch mit nennenswerten Stückzahlen vertreten. Mit kleineren Shops zu arbeiten trauen sich dagegen wenige Anbieter zu, wie der extrem kurze Shopsystem-Long-Tail in diesem Segment zeigt.
