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Wegen KI: Webtraffic sinkt weltweit um 10 Prozent
26.10.2026 Generative KI gewinnt weltweit rasant an Bedeutung, während klassische Websites an Reichweite verlieren. Gleichzeitig verbringen Menschen immer mehr Zeit in sozialen Netzwerken. Der Report "Digital 2027" zeigt, wie sich die digitale Aufmerksamkeit verschiebt - und welche Konsequenzen das für Marketingstrategien und Werbebudgets hat.
Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer generativer KI ist innerhalb eines Jahres um 57 Prozent beziehungsweise 1,2 Milliarden Menschen gestiegen. Damit verwenden inzwischen 38,9 Prozent der Weltbevölkerung entsprechende Anwendungen. ChatGPT von OpenAI erreicht laut Report doppelt so viele monatlich aktive Nutzer wie der nächstgrößere Wettbewerber. Allerdings holt Gemini von Google auf: Die Zahl der aktiven Nutzer der mobilen Anwendung hat sich innerhalb eines Jahres vervierfacht.
Social Media gewinnt weiter an Bedeutung
Auch soziale Netzwerke verzeichnen steigende Nutzerzahlen. Weltweit sind mittlerweile 5,81 Milliarden Menschen auf entsprechenden Plattformen aktiv, was 69,9 Prozent der Weltbevölkerung entspricht. Innerhalb eines Jahres kamen 151 Millionen Nutzer hinzu. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche wöchentliche Nutzungsdauer sozialer Netzwerke und Online-Videoplattformen um 3,8 Prozent auf 19 Stunden und 18 Minuten.Den größten Anteil an der weltweit in sozialen Medien verbrachten Zeit erreicht YouTube , gefolgt von WhatsApp und Instagram . Bei der durchschnittlichen täglichen Nutzungsdauer pro aktiver Person liegt dagegen TikTok mit einer Stunde und 55 Minuten vorn.
Für die Markenkommunikation ist insbesondere die Bedeutung sozialer Netzwerke bei jüngeren Zielgruppen relevant: 47 Prozent der 16- bis 24-jährigen InternetnutzerInnen verwenden Plattformen wie Instagram und Facebook als wichtigste Informationsquelle, wenn sie sich über Marken und mögliche Käufe informieren.
Werbebudgets wandern verstärkt in soziale Netzwerke
Die veränderte Mediennutzung spiegelt sich auch in den Werbeausgaben wider. Während die weltweiten Investitionen in digitale Werbung innerhalb eines Jahres um 8,7 Prozent stiegen, legten die Ausgaben für Social-Media-Werbung um 18 Prozent zu. Die Investitionen in Influencer-Marketing erhöhten sich um 15 Prozent.Für Agenturen und Marketingverantwortliche wird damit die kanalübergreifende Markenpräsenz wichtiger. Der Report zeigt, dass erwachsene Internetnutzer durchschnittlich 5,8 verschiedene Kanäle verwenden, um neue Marken zu entdecken. Gleichzeitig bleibt die klassische Suche relevant: Bei der Markenrecherche greifen erwachsene InternetnutzerInnen nach eigenen Angaben mit einer um 74 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit auf Suchmaschinen zurück als auf KI-Plattformen.
Die Verschiebung der Aufmerksamkeit bedeutet deshalb nicht, dass Suchmaschinen ihre Bedeutung verlieren. Vielmehr müssen Unternehmen ihre Sichtbarkeit über eine wachsende Zahl unterschiedlicher Kontaktpunkte organisieren. Dazu gehören neben Suchmaschinen und sozialen Netzwerken zunehmend auch KI-generierte Antworten.
KI verändert die Anforderungen an Markenkommunikation
Die Gesamtzeit, die Menschen im Internet verbringen, ist laut Report innerhalb der vergangenen 24 Monate um elf Prozent zurückgegangen. Zugleich verlagert sich die Nutzung stärker auf mobile Anwendungen und KI-gestützte Angebote. Für Unternehmen stellt sich damit zunehmend die Frage, wie sie ihre Zielgruppen auch außerhalb der eigenen Website erreichen.Mobbie Nazir , Global Chief Strategy and Growth Officer bei We Are Social, sieht darin einen grundlegenden Wandel für das Marketing: "Für Marketer hat sich die Rolle des traditionellen 'Webs' verändert. Das bedeutet, dass Marken aktiv auf die Verbraucher zugehen und sie dort abholen müssen, wo sie sich aufhalten - in sozialen Feeds und in KI-Oberflächen."
Auch Alexandra Bjertnæs , Chief Strategy Officer bei Meltwater, betont die veränderten Anforderungen an die Markenführung. Entscheidend sei künftig nicht allein die Reichweite, sondern auch, wie Marken in unterschiedlichen digitalen Umgebungen wahrgenommen werden und welche Informationsquellen diese Wahrnehmung beeinflussen.
Der mehr als 900 Seiten umfassende Report "Digital 2027" basiert auf Daten verschiedener Anbieter, darunter GWI , Similarweb und Statista . Weltweit nutzen inzwischen 6,15 Milliarden Menschen das Internet, was 73,9 Prozent der Weltbevölkerung entspricht.
