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Leben nach der DSGVO: Wieso Marken jetzt auf Lead-Marketing setzen müssen
14.05.2018 Horrorszenarien für die Post-DSGVO-Ära gibt es genug. Aber auch ein Best-Case-Szenario: Mit Lead Marketing würden Marken mehr Geld in Bestandskunden und weniger in Google investieren - sowie mehr pro Lead verdienen. DSGVO-konform. So geht's.
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- Es ist datenschutzkonform gemäß der DSGVO (ursprüngliches Ziel der Änderungen).
- Der Umsatz pro Bestandskunde/Lead wurde gesteigert, Budgets wurden weg von Google/Facebook in Richtung hauseigener Systeme verlagert - wie etwa in das CRM (positiver Nebeneffekt).
Die Neu-Entdeckung des CRM: Ist mein CRM überhaupt DSGVO-kompatibel?
"Die DSGVO macht es schwieriger an neue Datensätze zu kommen, da bei den Verbrauchern das Bewusstsein für Ihre Daten steigen wird. Es wird zunehmend wichtiger sich auf die Bestandskundenpflege zu konzentrieren und zu optimieren.", prognostiziert Elke Gigante, Senior Online Marketing Manager beim Direktmarketing-Dienstleister Panadress . "Das Bewusstsein für den Wert und die Pflege der eigenen Kundendatenbestände in Unternehmen wird steigen."Nico Zorn, Partner beim Online- und ECommerce-Strategie-Consultant Saphiron beobachtet seit einem knappen Jahr, dass die Unternehmen anfangen, mit geschärftem Blick auf die eigenen Bestandskunden zu schauen - denn auf einmal sind die Kunden, die man schon hat, wertvolle Assets beim Ringen mit den möglichen Auswirkungen der DSGVO: "Auf einmal sind auch die CRM-Budgets da - das Thema hat heute endlich die Aufmerksamkeit des Managements." Lange Zeit war das CRM Stiefkind: Zorn hat miterlebt, wie bestehende Mitarbeiter es nebenbei mitpflegen mussten oder ein paar Studenten angeheuert wurden, um Daten einzugeben.
"Doch jetzt ist ein Gesetz da, nach dem man auf Kundenwunsch hin plötzlich Auskunft geben oder Datensätze löschen muss", sagt Zorn: "Viele Firmen müssten da mit ihren aktuellen CRM-Lösungen jemanden losschicken, der in den Systemuntiefen die einzelnen Daten heraussuchen muss." Viele Mittelständler haben obendrein selbst zusammengebastelte Lösungen, die weder das Gesetz abbilden können - noch funktionell mit anderen Systemen vernetzt werden können. Unternehmen stellen sich also vor allem zwei Fragen: Wird mein System mit den Anforderungen der DSGVO mithalten können? Und: Kann ich meine Bestandskundendaten behalten?
So etwas ist eine Risiko-Abwägung: Ein kleiner Handwerksbetrieb, der die Daten der Menschen speichert, bei denen er schon mal den Estrich erneuert hat, wird ein geringeres Risiko haben, von Datenschützern auseinandergenommen zu werden als ein Großkonzern mit Zehntausenden Newsletter-Empfängern. Was nicht mehr funktioniert, ist der Versand auf Verdacht: "Man hat oft Mails an Empfänger rausgeschickt, ohne die Dokumentation deren Einverständnisses ernst zu nehmen", sagt Zorn. "Nach dem Motto: Mit dem hatte ich schon mal Mailkontakt, der wird das schon in Ordnung finden."
Checkpunkt zwei: Dokumentation
Heute benötigt man nicht nur Opt-ins, sondern man muss auch nachweisen können, wann man es wie vom Kunden bekommen hat. Alle Datensätze, für die man den Nachweis eines Double-Opt-ins dokumentieren kann, sollten somit keinerlei Problem sein, "hat man es jedoch nicht genau genommen, sollte man nochmal Mails herumschicken, und die Kunden nach der Permission fragen", sagt Zorn.
Checkpunkt drei: System-Upgrade vs. System-Neuinstallation
Das CRM Marke Eigenbau kann Probleme verursachen, wenn es nicht möglich ist, saubere Schnittstellen zu ergänzen, die beispielsweise sauberen Adressimport erlauben. Dann stellt sich die Frage, ob man das System überarbeitet oder auf eine neue Lösung setzt. Nico Zorn sieht für viele 'zusammengelötete' Systeme, die die Haus-IT irgendwann mal gebastelt hat, wenig Hoffnung: "Das upzugraden wird Zeit und IT-Knowhow benötigen, die wenig Unternehmen haben - da kann der ITler nicht mal eben den Homepage-Relaunch liegen lassen und sich darum kümmern." Hier wird sich ein neues System als elegantere Lösung empfehlen - welches man wählt sei dabei, egal was Stakeholder erzählen, aus Perspektive der DSGVO zweitrangig.
Checkpunkt vier: Schnittstellen-Evaluation
Wenn mehrere Systeme im Verein arbeiten, müssen die Schnittstellen evaluiert oder hergestellt werden, die ein datenschutzkonformer Betrieb voraussetzt. Beispielsweise kann ein Mailing-System, das bei jedem Newsletterversand die Adressliste aus dem CRM generiert, leicht Adressen erwischen, für die der Eigentümer seine Permission längst zurückgezogen hat - nur hat diese Info es eventuell nicht ins CRM geschafft und so versendet man unbeabsichtigt SPAM.
