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Bundesbürger fordern digitale Mittel im Kampf gegen Corona

23.02.2021 Ob bei der Terminvergabe für eine Schutzimpfung, der Unterbrechung von Infektionsketten oder der Übermittlung von Testergebnissen: Drei Viertel der Menschen in Deutschland (75 Prozent) wünschen sich einen stärkeren Einsatz digitaler Technologien, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu stoppen.

 (Bild: Gerd Altmann / Pixabay)
Bild: Gerd Altmann / Pixabay
Nach Ansicht vieler Bundesbürger laufen insbesondere die Impfaktivitäten nicht schnell genug. So sagen 85 Prozent, es sei mehr Tempo bei der Impfung in Deutschland nötig. 75 Prozent empfinden die Organisation rund um die Corona-Impfungen als chaotisch. Gleichzeitig wünscht sich mehr als jeder Zweite (56 Prozent), dass die Corona-Warn-App um einen digitalen Impfpass erweitert wird. Das sind Ergebnisse zweier repräsentativer Umfragen im Auftrag des Bitkom   unter jeweils mehr als 1.000 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren. Die erste befasst sich mit der Corona-Warn-App und wurde im Januar 2021 durchgeführt, die zweite Umfrage von Anfang Februar dreht sich um die Corona-Impfung.

Demnach ist die Impfbereitschaft etwas gestiegen: So sagen 72 Prozent, sich voraussichtlich gegen das Corona-Virus impfen lassen zu wollen. Gefragt danach, auf welche Weise sie am liebsten einen Impftermin vereinbaren würden, wenn sie die freie Wahl hätten, zeigt mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland eine klare Präferenz: 59 Prozent wollen online ihren Impftermin vereinbaren, davon 43 Prozent per App via Smartphone oder Tablet und 16 Prozent per Website. 27 Prozent ziehen eine telefonische Terminvereinbarung vor. Aktuell ist die Terminvergabe von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Während manche Länder ausschließlich eine telefonische Terminvereinbarung zulassen, gibt es in anderen Ländern auch ein Terminportal, das per Internet-Browser aufgerufen werden kann.
(Grafik: Bitkom)


In der Praxis funktionieren diese Lösungen jedoch häufig nur unzureichend. Fast jeder Zweite (49 Prozent) hat bis Anfang Februar versucht, telefonisch oder online einen Impftermin für sich selbst oder eine andere Person zu vereinbaren, aber nur 6 Prozent ist das reibungslos gelungen. Viele sind an überlasteten Hotlines oder Buchungsplattformen gescheitert - und haben dabei oft Dutzende Versuche unternommen. Jeder Siebte (14 Prozent) hat es maximal 15 Mal probiert. Jeder Fünfte (21 Prozent) hat immerhin 15 bis 25 Versuche unternommen, erneut anzurufen oder die Buchungsseite neu zu laden. 37 Prozent haben nach 50 Anläufen aufgegeben. Fast jeder Dritte (29 Prozent) hat sogar über 50 Mal versucht, online oder per Telefon einen Impftermin zu vereinbaren - jeder Zwanzigste (5 Prozent) nach eigenem Bekunden sogar über 100 Mal.

Zwei Drittel wollen digitalen Impfpass nutzen


Der für 2022 geplante digitale Impfpass stößt bei den Menschen in Deutschland bereits jetzt auf großes Interesse. 64 Prozent würden ihn etwa per Smartphone-App anstelle des gelben Impfpasses aus Papier nutzen. Ein Großteil von 84 Prozent aus dieser Gruppe sieht im digitalen Impfpass den größten Vorteil, dass sich damit schnell eine erfolgte Corona-Schutzimpfung nachweisen lässt, etwa beim Reisen oder bei Veranstaltungen. 64 Prozent heben hervor, per digitalem Impfpass automatisch an notwendige Impfungen oder Auffrischungen erinnert zu werden. Und 56 Prozent begrüßen, ihren Impfpass so immer griffbereit zu haben.

Je länger die Pandemie andauert, desto mehr Menschen wollen die Corona-Warn-App einsetzen

Jeder Dritte ab 16 Jahren (32 Prozent) hat die Corona-Warn-App bereits installiert, weitere 17 Prozent wollen dies künftig tun. Das entspricht 33 Millionen Menschen in Deutschland, die die App bereits nutzen oder nutzen wollen, im Juli 2020 galt dies erst für 28 Millionen. Insgesamt 46 Prozent nutzen die Corona-Warn-App nicht, wovon 20 Prozent kein Smartphone besitzen. Die übrigen wollen sie nicht nutzen. Das könnte sich allerdings ändern, wenn die Corona-Warn-App über weitere Zusatzfunktionen verfügen würde: 63 Prozent derjenigen, die die App nicht nutzen, würden sich von ihr Hinweise wünschen, wenn sich Infizierte in der Nähe aufhalten. Mehr als jeder Zweite würde gern automatische Push-Mitteilungen über den aktuellen Stand des eigenen Risikos erhalten und 46 Prozent Hinweise zum Ort einer Risikobegegnung. Jeder fünfte Smartphone-Nutzer (22 Prozent), der die Corona-Warn-App nicht nutzen will, würde es sich anders überlegen, wenn er bei Warnungen aus der App kurzfristig einen Corona-Testtermin buchen könnte. In Fragen des Datenschutzes ist die Bevölkerung gespalten: Während 59 Prozent meinen, der Datenschutz erschwere die Bekämpfung der Pandemie, begrüßen 43 Prozent, dass der Datenschutz auch in dieser besonderen Zeit nicht gelockert wird. Dabei stimmen 10 Prozent der Menschen beiden Aussagen zu - sie sehen den Datenschutz also als Hemmschuh der Pandemiebekämpfung, nehmen dies aber bewusst in Kauf.
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