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Einzelhandel: Umsätze im Februar auf 15-Jahres-Hoch

15.04.2015 Gute Aussichten für den Einzelhandel: Die GfK-Konjunkturerwartung ist in Deutschland stark gestiegen und das Anschaffungsneigung hoch wie seit 2007 nicht mehr. Auch der Rest Europas profitiert von verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Nur die Ukraine-Krise dämpft in Osteuropa die Laune.

 (Bild: Michele Ursino/Flickr)
Bild: Michele Ursino/Flickr
Bild: Michele Ursino/Flickr unter Creative Commons Lizenz by-sa
Die Wirtschaft in Deutschland und Europa entwickelt sich besser als erwartet. Dies ist das Ergebnis des GfK Konsumklima Europa  . Konjunkturexperten korrigierten erst kürzlich ihre Prognosen nach oben. Aktuell erwarten sie in diesem Jahr für Deutschland ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent. Auch die deutschen Verbraucher glauben, dass die Wirtschaft weiter wächst. In den vergangenen drei Monaten ist die Konjunkturerwartung steil um 22,3 Punkte auf 36,8 Punkte gestiegen. Zuletzt lag der Indikator im Juli 2014 höher. Vor einem Jahr lag er mit 33,2 Punkten nur wenig unter dem aktuellen Wert.

Grund für den Optimismus ist die gute Wirtschaftslage: Die Arbeitslosigkeit geht weiter zurück. Die Beschäftigung steigt. Die Inflation ist weiterhin niedrig. Die Einkommenserwartung der Deutschen ist entsprechend seit Dezember um 12,1 Punkte auf jetzt 53,1 Punkte gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Juli 2014. Vor einem Jahr lag der Indikator bei 45,6 Punkten.

Das Geld wird auch ausgegeben

Diese positiven Rahmenbedingungen wirken sich auch auf die Anschaffungsneigung der Deutschen aus. Sie ist im ersten Quartal um 13,9 Punkte auf aktuell 63 Punkte gestiegen. Das ist der höchste Wert seit November 2006. Damals lag der Indikator wegen der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung zum 1.1.2007 auf einem unnatürlich hohen Niveau. Viele Deutsche zogen große Anschaffungen vor, um später nicht die höhere Mehrwertsteuer bezahlen zu müssen. Und die Deutschen scheinen das Geld auch tatsächlich auszugeben. So verzeichnete der Einzelhandel den stärksten Februarumsatz seit 15 Jahren.

Nur in Osteuropa drückt die Ukraine-Krise aufs Gemüt

Auch in den anderen europäischen Staaten entwickelte sich die Stimmung im ersten Quartal 2015 gut. Besonders optimistisch sind die Verbraucher in west- und südeuropäischen Ländern. Trotz überwiegend guter Konjunkturdaten zeigten sich die Menschen in Osteuropa deutlich skeptischer. Hier werden der Einfluss des Kriegs in der Ukraine sowie die Auswirkungen der Wirtschaftssanktionen gegen Russland deutlich.

Auch hier ist die gute wirtschaftliche Ausgangslage Grund für Im vierten Quartal des vergangenen Jahres ist die Wirtschaft in fast allen europäischen Ländern deutlich gewachsen. Für das Gesamtjahr steht ebenfalls fast überall ein Plus beim Wirtschaftswachstum. Und die Prognosen für dieses Jahr sind sehr gut: In Spanien beispielsweise werden aktuell 2,8 Prozent erwartet, für die Euro-Zone 1,3 Prozent und für die gesamte EU 1,7 Prozent. Auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich. In den meisten europäischen Ländern geht die Zahl der Arbeitslosen langsam, aber kontinuierlich zurück, auch wenn die Situation in Spanien, Portugal, Frankreich, Italien und Griechenland insgesamt noch extrem angespannt ist.

Die grundsätzlich positive Stimmung der europäischen Verbraucher zeigt sich auch beim GfK Konsumklima EU28. In den ersten drei Monaten stieg der Indikator deutlich um 4,3 Zähler auf 9,8 Punkte im März. Das ist der höchste Wert seit April 2008.
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