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Bertelsmann baut Wissensportal zum Mediendienstleister aus
13.12.2001 (iBusiness) Bertelsmann baut sein Internet-Portal wissen.de zu einem Medien-Dienstleister aus. Mit der neu gegründeten Wissen Media Group GmbH will der Medienkonzern ab sofort Content, Technik, Vermarktung und Marketing unter einem Dach bündeln.
Mit dieser Gründung agiert Bertelsmann gegen den Markttrend. Nahezu alle Medienhäuser fahren gegenwärtig ihr Online-Engagement zurück. Auch die Bertelsmann-Verlagstochter Gruner + Jahr machte ihren Computerchannel dicht. Die Anteile an der Gebrauchtwagenbörse Faircar wurden verkauft und die verbleibenden Multimedia-Aktivitäten dem Unternehmensteil Zeitschriften unterstellt (iBusiness berichtete).
Von wissen.de - innerhalb des Konzerns beim Mediendienstleister Arvato angesiedelt - verspricht sich Bertelsmann jedoch Potenzial. Wissen.de ist Dank Günther Jauchs Millionenquiz eine bekannte Marke. Derzeit registriert es monatlich nach eigenen Angaben etwa zwölf Millionen Zugriffe. Neben der kostenlosen Recherche von Fakten zu Themen wie Reisen, Geschichte und Technik bietet es Wissensdurstigen kurze Filmbeiträge, ein Wissensquiz sowie Lernsoftware. Die Inhalte basieren größtenteils auf den zahlreichen Bertelsmann-Lexika. Das Internet-Label wissen.de soll sowohl in der digitalen Welt als auch für neue Print- und Merchandising-Produkte ausgeschlachtet werden. Die Verhandlungen mit einem Spielhersteller über die Entwicklung von Brett- und Kartenspielen laufen, eine CD-ROM-Reihe ist geplant.
Winter betrachtet Content Syndication als wichtigste Erlösquelle für die Gruppe. Die eigene technische Plattform sorge für eine reibungslose Abwicklung. Der Vertrag mit einer Pharma-Firma über ein medizinisches Online-Lexikon ist unter Dach und Fach, Verhandlungen mit der Automobil- und Reisebranche laufen. In den kommenden sechs Monaten erwartet Winter Einnahmen "im siebenstelligen Bereich" aus Content Syndication. Weitere Erlösquellen: Werbeeinnahmen und kostenpflichtige Premium-Dienste auf wissen.de.
Ab Mitte nächsten Jahres sollen die Nutzer für einen Faxabruf-Service, eine Hotline für individuelle Wissens-Fragen sowie die Recherche in Datenbanken von Universitäten und Bibliotheken zahlen. Auf konkrete Umsatzprognosen für die wissen Media Group will sich Geschäftsführer Winter nicht festlegen. Bertelsmann rechnet nicht vor 2004 damit, die Gewinnzone zu erreichen.
