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Bluetooth auf dem Sprung in den Massenmarkt

13.03.2002 (iBusiness)Nach eher schwierigen Jahren, in denen die hoch gesteckten Erwartungen der Anfangszeit fast zwangsläufig enttäuscht werden mussten, scheint sich die Bluetooth-Technologie nun etabliert zu haben. Zu dieser Einschätzung kommt eine neue Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan.

Frost & Sullivan   kommt darin zur Einschätzung, dass Bluetooth-Produkte, die teilweise sehr lange bis zur Marktreife brauchten, und im letzten Jahr in größerer Zahl in den Handel gekommen sind, jetzt an der Schwelle zum Massenmarkt stehen: "Bluetooth hat zweifellos an Bedeutung gewonnen und hätte auch ohne die erwartete Durchdringung des Massenmarktes noch genügend Chancen bei Nischenanwendungen" Mit Bestätigung der Spezifikation 1.1 im Jahr 2001 sei der jahrelange Zustand der Vorläufigkeit und mangelnden Interoperabilität beendet worden.

Entscheidend für das weitere Vordringen der Technologie sind nach Michael Wall, Bluetooth-Experte bei Frost & Sullivan, der verstärkte Einsatz beim Zusammenwachsen von Kommunikations- und Computertechnik, die Schaffung drahtloser Datendienste und die Verfügbarkeit von Komplementärtechnologien. Der Anwendungsbereich für Bluetooth wächst dabei in dem Maße, wie sich die Technologie vom einfachen Kabelersatz hin zum Träger stärker formalisierter Netzwerkanwendungen entwickelt. "Obwohl Bluetooth kaum eine ernsthafte Konkurrenz für Mobilfunk oder Wireless LAN darstellen wird, kann die Technologie doch in bestimmten Umgebungen wichtige Funktionen übernehmen,” so Wall. Marktchancen bieten sich dabei insbesondere für Plattform- und Infrastruktur-Anbieter, Entwickler von Betriebssystemen, Anwendungssoft-wareentwickler und Dienstanbieter.

1,6 Millionen tragbare Computer mit Bluetooth in diesem Jahr

Eine wichtige Rolle für die Verbreitung der Bluetooth-Technologie spielten die Betriebssysteme. Die Unterstützung durch ein Betriebssystem erleichtere die Integration von Bluetooth durch die Geräteanbieter, fördere die Interoperabilität zwischen verschiedenen Geräten und erlaube die Entwicklung von Anwendungssoftware. Weit fortgeschritten ist nach Analyse der Analysten die Unterstützung durch Betriebssysteme für mobile Geräte, während das Echo bei PC-Betriebssystemen geringer ist. Laut Frost & Sullivan sollen im Jahr 2002 weltweit ca. 1,6 Millionen tragbare Computer mit integriertem Bluetooth ausgeliefert werden. Bei Desktop-Computern wird von gerade einmal 100.000 Einheiten ausgegangen.

Die Lücke zwischen Betriebssystemen und Bluetooth-Anwendungen bzw. -Subsystemen wird bisher mit Middleware überbrückt. Dabei dürfe es sich um eine Übergangslösung handeln. Sobald entsprechende Kompo-nenten in die Betriebssysteme integriert seien, werde Middleware nur noch bei Spezialanwendungen zum Einsatz kommen.

Diensteanbieter stehen in den Startlöchern

Dienstanbieter entwickeln drahtlose Dienste, die über Bluetooth-Netze betrieben werden können und Zugang zu E-Mail, Internet, Personal In-formation Management (PIM), formalisiertem File-Sharing und Synchro-nisation bieten. Zu diesen allgemeinen Anwendungen kommen individuell oder auf Nischenmärkte zugeschnittene Dienste für Unternehmenskunden oder Branchen mit besonderen Anforderungen, so die Analysten weiter. Vorstellbar seien hier etwa Dienste, die in Hotels oder in Sportstadien angeboten werden.

Derzeit machen vor allem die sog. Public Hotspots von sich reden. An öffentlichen Plätzen wie Flughäfen, Bahnhöfen und Messen werden Bluetooth (derzeit allerdings eher Wireless LAN) Netze errichtet, die drahtlosen Internetzugang ermöglichen. Im Jahr 2006 werden laut Frost & Sullivan-Prognose in Europa ca. 13.000 Bluetooth Hotspots in Betrieb sein. "Derzeit sind die Geschäftsmodelle allerdings noch in der Planungsphase und es wird noch eine Weile dauern, bis nennenswerte Umsätze erwirtschaftet werden können" schließt die 4.500 Euro teure Analyse 'Frost & Sullivan’s Analysis Of Bluetooth Platform And Service Providers'

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