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Bertelsmann will sich vom Fachverlag Springer trennen
17.06.2002 (iBusiness) Der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann ändert mal wieder seine Strategie. Nach Aussage von Vorstandschef Thomas Middelhoff will sich das Unternehmen von seiner Fachverlagsgruppe 'Bertelsmann Springer' trennen und dafür sein interaktives Musik- und Fernsehgeschäft stärker miteinander verflechten.
Bertelsmann Springer hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 749 Millionen Euro erzielt, gehört damit aber im Vergleich zu den konkurrierenden Fachverlagen Thomson, Reed Elsevier und Wolters Kluwer zu den kleinen Spielern im Markt. Bertelsmann wolle seine Finanzkraft auf die Massenmärkte konzentrieren, "auf das Fernsehen, den Buchverlag Random House, Zeitschriften und die Musik, sowie auf Direktkundengeschäfte bei den Buchclubs und die Media Services", erläuterte der Konzernchef seine Strategie. Daher werde Bertelsmann weitere Randgeschäfte wie das Hotelreservierungssystem Trust oder das Internetportal Daum in Südkorea abgeben. Insgesamt stünden 25 kleinere und mittlere Unternehmen auf der Liste potenzieller Verkäufe.
Nach der Übernahme der Internet-Musikbörse Napster und dem angekündigten Kauf des US-Plattenlabels Zomba für rund drei Milliarden Dollar will Bertelsmann für das Musikgeschäft auch seine TV-Kompetenz einbringen. Derzeit prüfe die RTL Group, einen eigenen europäischen Musikkanal aufzubauen. Middelhoff könne sich gut vorstellen, die starken Marken RTL und Napster zu kombinieren" .
Das Verlagsprogramm von Bertelsmann Springer umfasst etwa 25.000 Buchtitel und 700 Zeitschriften, über die Häfte erscheint in Englisch. Der elektronische Service 'Link' macht die Inhalte von über 500 wissenschaftlichen Zeitschriften im Internet zugänglich. Hinzu kommen rund 300 weitere elektronische Produkte sowie der Onlinedienst für Ärzte 'Multimedica'.
