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Studie: Digitalisierung sorgt für Produktionsverlagerung nach Deutschland

26.04.2017 Digitalität holt Jobs zurück: Einer Studie des VDI zufolge wurden 2015 mehr als 500 Produktionsrückverlagerungen registriert. Besonderer Treiber ist die Digitalisierung von Fertigungsprozessen.

 (Bild: Hochschule Esslingen)
Bild: Hochschule Esslingen
Der Einsatz von Digitalisierungstechnologien wirkt sich positiv auf die Rückverlagerung von Produktionskapazitäten nach Deutschland aus und bewegt Unternehmen dazu, wieder vermehrt hierzulande zu investieren.

Dies ist das Ergebnis einer Studie der Hochschule Karlsruhe   und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI   , die vom Verein deutscher Ingenieure (VDI)   in Auftrag gegeben wurde. Zentrales Ergebnis: 2015 gaben etwa drei Prozent der Unternehmen an, Rückverlagerungen vorzunehmen. "Drei Prozent klingt im ersten Moment nicht viel - allerdings sind dies bezogen auf das gesamte deutsche verarbeitende Gewerbe immerhin 500 bis 550 Rückverlagerungen pro Jahr", erklärt VDI-Direktor Ralph Appel .

Digitalisierte Unternehmen kommen eher zurück

Auffällig: In der Digitalisierung fortgeschrittene Betriebe verlagern zehnmal häufiger Teile ihrer Produktion wieder an den deutschen Standort zurück als Betriebe, die in der Produktion keine Digitalisierungstechnologien nutzen. Den Studienautoren zufolge gibt es dafür zwei Erklärungen: Erstens bietet der Einsatz von Digitalisierungstechnologien eine erhöhte Flexibilität und Fähigkeit für eine individualisierte, kundenorientierte Produktion, die für die Belieferung auch eine räumliche Nähe zum Kunden erfordert. Zweitens führt ihr Einsatz zu einer erhöhten Automatisierung und Produktivität des deutschen Produktionsstandorts, so dass der Lohnkostenanteil niedriger wird. Damit sind geringere Lohnkosten im Ausland weniger attraktiv und relevant und zusätzlich werden Skaleneffekte wichtiger. Dies begünstigt Rückverlagerungen - und damit Beschäftigung in Deutschland.

Steigerung der Arbeitsproduktivität

Deutlich wird dies auch, wenn man die Arbeitsproduktivität von Betrieben mit unterschiedlichen Nutzungsgraden von Digitalisierungstechnologien miteinander vergleicht: In der Digitalisierung fortgeschrittene Unternehmen weisen eine um 27 Prozent höhere Arbeitsproduktivität auf als Nichtnutzer. "Wenn alle Industrieunternehmen in Deutschland mindestens zwei oder drei Digitalisierungs-technologien einsetzen, würden wir Produktivitätssteigerungen in Höhe von etwa acht Milliarden Euro erzielen", erklärt Appel.
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