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BITKOM will ITK-Förderung im Grundgesetz festschreiben lassen
16.02.2005 (iBusiness) Der Lobbyverband der IT-Großindustrie, BITKOM, fordert, dass die Förderung der ITK-Branche ins Grundgesetz aufgenommen wird. Konkurrenzverband BVDW widerspricht heftig.
Die BITKOM-Forderung stößt nicht nur bei anderen ITK-Verbänden - wie dem Bunderverband Digitale Wirtschaft - auf wenig Gegenliebe. BVDW-Sprecher Christoph Salzig: "Wir glauben nicht, dass dieser Weg in absehbarer Zeit zum Erfolg führen wird." Es sei es wenig sinnvoll, dass der BITKOM-Verband lose Forderungen ohne konkrete Anhaltungspunkte veröffentlicht.
Der BVDW hoffe vielmehr auf einen Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Bildungsträgern, um Innovationen zu fördern. Unternehmen sollten nicht immer nach dem Staat rufen, sondern auch eine gewisse Eigenverantwortung zeigen.
BITKOM will IT-Förderung im Grundgesetz festschreiben lassen
Aus lobbypolitischer Sicht gehört dazu gewöhnlich, den Standort Deutschland so schlecht wie nur irgend möglich zu reden - um dann in einem zweiten Schritt mit willfähigen Politikern Subventionen, Steuererleichterungen oder was auch immer durchzusetzen. So weit, so schlecht.
Die heutige BITKOM-Aktion folgt zwar dem üblichen "Untergang des Abendlandes droht, wenn wir nicht schnell bekommen, was wur wollen"-Muster - mit seiner Forderung, die Förderung der eigenen Branche als Staatsziel ins Grundgesetz aufzunehmen, verrät der BITKOM Branchenegoismus Ackermannscher Größe.
Zur Relativierung sei darauf hingewiesen, dass nicht einmal die ostdeutschen Ministerpräsidenten die Aufnahme der Ostförderung ins Grundgesetz geschafft haben - hier wie da war das schlagkräftige Gegenargument, dass Partikularinteressen und tagespolitische Forderungen im Grundgesetz nichts verloren haben.
Ein gläubiger Christ würde wohl sagen: Den Firmenlobbyisten stünde in ihrer grenzenlosen Gier ein wenig Demut gut an.
