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Zur Studie "Digitalagenturen im Umbruch"
KI in Unternehmen: Unaufhaltsame Kraft trifft träges Objekt
22.06.2026 Unternehmen können KI nicht in die Prozesse einbauen, weil sie mit vollkommen anderen Geschwindigkeiten und Strukturen arbeiten.
Das geht aus dem "2026 Global Enterprise AI Report" hervor, für den 1.550 KI-Entscheider in Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mindestens 100 Millionen US-Dollar befragt wurden. Demnach sehen 47 Prozent der Befragten KI bereits heute als ausreichend leistungsfähig an, um aktuelle geschäftliche Anforderungen zu erfüllen. Gleichzeitig geben 42 Prozent an, dass ihre Unternehmen strukturell nicht darauf vorbereitet seien, dieses Potenzial auszuschöpfen.
Als größte Hürde für den Erfolg von KI nennen 22 Prozent der Befragten die Art und Weise, wie ihre Unternehmen organisiert sind. Nur 38 Prozent berichten, dass KI die Arbeitsweise ihres Unternehmens bereits grundlegend verändert habe.
"Unternehmen wurden nicht für die Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Autonomie konzipiert, die KI ermöglicht", sagt Nigel Vaz, CEO von Publicis Sapient. Die Einführung von KI allein verschaffe noch keinen Wettbewerbsvorteil. Erfolgreich seien jene Unternehmen, die ihre Prozesse modernisierten und KI fest in ihre Organisation integrierten.
Die Studie zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Märkten. Während Großbritannien bei der KI-getriebenen Transformation vorne liegt und 51 Prozent der Befragten von grundlegenden Veränderungen berichten, bleibt Deutschland vergleichsweise zurückhaltend. Hier geben lediglich 10 Prozent an, dass KI bereits unternehmensweit vollständig integriert sei. Gleichzeitig setzen deutsche Unternehmen KI besonders häufig als Unterstützung im Arbeitsalltag ein: 35 Prozent der Befragten beschreiben KI als "Kollegen", der Teams bei Aufgaben unterstützt oder diese übernimmt. Eine umfassende Integration über Abteilungen und Geschäftsbereiche hinweg bleibt jedoch die Ausnahme.
Laut Studie übersteigen die Erwartungen an die weitere Entwicklung von KI in nahezu allen untersuchten Ländern die tatsächliche organisatorische Bereitschaft. In den USA rechnen 71 Prozent der Befragten innerhalb der nächsten zwölf bis 24 Monate mit erheblichen Fortschritten bei der Skalierung von KI. Nur 20 Prozent halten ihre Unternehmen bereits heute für ausreichend vorbereitet. Dabei sei weniger die Technologie selbst die Herausforderung. Entscheidend werde vielmehr sein, bestehende IT-Landschaften zu modernisieren, Arbeitsabläufe funktionsübergreifend zu vernetzen und Betriebsmodelle konsequent auf den Einsatz von KI auszurichten.

