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BVDW fordert betriebliche Weiterbildung gegen künftigen Fachkräftemangel
16.02.2006 (iBusiness) Die Fachgruppe Aus- und Weiterbildung im 'Bundesverband der digitalen Wirtschaft' (BVDW) hat auf der Learntec in Karlsruhe den Fünf-Punkte-Plan 'Lebenslanges Lernen' vorgestellt. Darin rät der BVDW den Unternehmen der digitalen Wirtschaft unter anderem zu stärkerem Engagement bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Dies soll dem künftigen Mangel an gut qualifizierten Arbeitskräften vorbeugen.
Denn nach 2001 seien sowohl die Studentenzahlen in Studienfächern, die für die Digitale Wirtschaft qualifizieren, als auch die Zahl der Auszubildenden in den Berufen der Digitalen Wirtschaft zurückgegangen. Hinzu käme, dass wegen der demographischen Entwicklung viele hochqualifizierte Arbeitskräfte in nächster Zeit die Unternehmen verlassen werden.
"Das muss in den Unternehmen dazu führen, dass sie sich stärker als bisher für die Weiterbildung ihres verbleibenden Personals engagieren, um attraktiver für neue Mitarbeiter zu werden", so Dierk Ladendorff, stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe Aus- und Weiterbildung im BVDW. Zu dieser Strategie gehört nach Meinung der BVDW-Experten auch die Öffnung für Quereinsteiger, die über eine gute Qualifizierung an neue Tätigkeiten in der Digitalen Wirtschaft herangeführt werden könnten.
Zudem sei die 'Halbwertzeit' des Wissens in Unternehmen der digitalen Wirtschaft so gering wie in keiner anderem Branche. "Keine andere Branche hat deshalb ein so großes Interesse daran, dass 'Lebenslanges Lernen' zu einem zentralen Anliegen der Gesellschaft wird", so Dr. Michael Galwelat, Leiter des Arbeitskreises Arbeitsmarkt, zu den Motiven für die Veröffentlichung des Fünf-Punkte-Plans 'Lebenslanges Lernen'.
- Der Fünf-Punkte-Plan (Auszüge)
- Aus- Weiterbildung in Unternehmen
Der BVDW setzt sich bei seinen Mitgliedsunternehmen für die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen für die duale Erstausbildung in den Berufen der Digitalen Wirtschaft ein. Insbesondere die Bedeutung von Weiterbildung für die zukünftige Entwicklung der Unternehmen soll dabei bewusst gemacht werden. Auch die Rahmenbedingungen betrieblicher Praktika sollen in diesem Kontext thematisiert werden.
- Integration von Arbeitssuchenden Arbeitsmarktpolitik
Als Berater der Bundesagentur für Arbeit, der einzelnen Agenturen für Arbeit und der Jobcenter liefert der BVDW Hinweise auf vorhandene und sich entwickelnde Bedarfe in der Digitalen Wirtschaft. Im Gegenzug fordert der BVDW von der Bundesregierung ein klares Finanzierungskonzept für die berufliche Aus- und Weiterbildung von Arbeitssuchenden sowie kalkulierbare Rahmenbedingungen für Bildungsanbieter.
- Hochschulen
Der BVDW unterstützt die Hochschulen als beratender Partner bei der Entwicklung praxisnaher Studieninhalte und trägt zur besseren Kommunikation zwischen den Hochschulen und den Unternehmen der Digitalen Wirtschaft bei. Der BVDW begrüßt dabei die mit der Einführung von gestuften Bachelor- und Master-Abschlüssen erreichte Flexibilisierung der Ausbildung, die jedoch weiter reichen muss.
- Lebenslanges Lernen und neue Medien
Der BVDW wird aktualisierte Qualitätskriterien für die Auswahl und Nutzung neuer Medien erarbeiten und als Hilfestellung zur Bewertung und Auswahl von E-Learning- und Blended-Learning-Konzepten zur Verfügung stellen. Hierdurch soll der Einsatz medienunterstützten Lernens in allen Bildungsinstitutionen gefördert werden.
- Bildungspolitik
Der BVDW arbeitet als Partner mit der Politik sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene zusammen, um so Transparenz und Durchlässigkeit der Bildungssysteme und die Entwicklung eines europäischen Qualifikationsrahmens zu erzielen. Diese Durchlässigkeit muss alle Ausbildungswege umfassen, formale Hürden dürfen den Anspruch eines Einzelnen auf weitergehende Bildung nicht beschränken.
