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TV-Verschlüsselungspläne treiben Marketeers in den Online-Werbemarkt
03.08.2006 (iBusiness) Die RTL-Sendegruppe will einen Teil ihrer Programme zukünftig verschlüsselt über ASTRA ausstrahlen. Ein Trend, der schon in wenigen Jahren Marketeers dazu veranlassen könnte, vermehrt in den Online-Werbemarkt zu investieren.
Kurzfristig werde die Verschlüsselung der Programme aber noch keine Auswirkungen auf den Online-Werbemarkt haben, ist sich Plan.Net-Chef Tobias Gärtner auf iBusiness-Nachfrage sicher. "Optimistisch betrachtet könnte sich dies aber in zwei Jahren ändern", so der Medien-Experte. Realistisch gesehen werde dies aber eher in fünf Jahren der Fall sein. Plan.net hatte Ende letzten Jahres zusammen mit der Muttergesellschaft Serviceplan und dem RTL-Vermarkter IP-Deutschland medienübergreifende Spots für Cortal Consors erarbeitet (iBusiness berichtete).
Die deutsche RTL-Senderfamilie hat einen Dienstleistungsvertrag mit dem Satellitenbetreiber SES ASTRA über die Nutzung der neuen technischen Infrastruktur zur Verbreitung der digitalen Sendesignale über Satellit geschlossen. Im Zuge dessen plant RTL die Ausstrahlung die digitalen Signale der Sender RTL Television , VOX , RTL II , Super RTL und n-tv zum Signalschutz verschlüsselt auszustrahlen.
Einen Verlust von Werbekunden befürchten die RTL-Leute aber nicht: "Wir gehen nicht davon aus, dass ein Reichweitenverlust entsteht. Wer bis jetzt eine solche Programmvielfalt genossen hat, wird auch zukünftig nicht darauf verzichten wollen". Zusatzangebote wie digitale Spartenprogramme würden dagegen neue Werbekunden generieren, gibt sich die Sprecherin des hauseigenen RTL-Onlinevermarkters IP Deutschland , Cordelia Wagner, gegenüber iBusiness optimistisch.
Die Zuschauer sollen voraussichtlich ab dem ersten Halbjahr 2007 die Sender der RTL-Familie über den neuen digitalen TV-Zugang von SES ASTRA empfangen können. Für eine Übergangszeit werden die Programme laut dem Sender weiterhin auch analog sowie digital unverschlüsselt über die Satelliten von ASTRA verbreitet.
RTL-Chefin Anke Schäferkordt: "Die neue Plattform gewährleiste den effektiven Schutz unserer Programme und sei darüber hinaus technische Voraussetzung für eine Vielzahl neuer Angebote an die Zuschauer.".
RTL selbst sieht in seiner Online-Vermarktung noch keinen Änderungsbedarf: Bis die klassischen Free-TV-Angebote ausschließlich verschlüsselt ausgestrahlt würden, werde noch einige Zeit ins Land gehen. "An der reinen Online-Vermarktung und der Cross-Media-Vermarktung wirde sich in unserem Hause nichts ändern", erklärt Wagner die zukünftige Vermarkter-Strategie. "Bis in Deutschland die meisten Menschen einen rückkanal-fähige Settop-Boxen haben, wird es noch Jahre dauern", prognostiziert Wagner. Bis jetzt könne man diese Zuschauergruppe noch mit Handschlag begrüßen. So sei bis jetzt die klassische Einblendung einer Internetadresse noch der sinnvollere Weg.
Laut dem Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft konnten die Fernsehsender auf Grundlage der Betriebserhebungen seiner Mitgliedsverbände ihre Netto-Werbeeinnahmen 2005 um 1,8 Prozent auf 3,93 Milliarden Euro (Vorjahr plus 1,3 Prozent; 3,86 Milliarden Euro). Laut dem Verband demonstrieren die Ergebnisse, dass von einem Rückzug der Wirtschaft aus dem Fernsehen als Werbeträger nicht die Rede sein kann.
Welche Geschäftsfelder der IPTV zukünftig eröffnet, lesen iBusiness-Premium-Mitglieder (und solche die es jetzt werden) exklusiv in Ausgabe 15/16 2006 des Multimedia-Trendletters iBusiness Executive Summary.
