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Was sich Berufstätige von Social-Communities wünschen

von UKL

25.09.2006 (iBusiness) Mitglieder sozialer Online-Netzwerke wie OpenBC oder Linkedin sind vielseitig interessiert und bevorzugen Angebote, aus denen sie effizient Nutzen ziehen können. Gegenüber Communitys, die von der Industrie betrieben oder unterstützt werden zeigen sie noch eine große Unsicherheit.

Laut der von der GfK   im Auftrag der Agenturgruppe Robert & Horst   durchgeführten Studie 'Online Social Networks' (OSN). Klassische OSN-Mitglieder sind demnach etwas aktiver als durchschnittliche Internet-Nutzer. Sie sind länger online - 15 Prozent davon sogar länger als fünf Stunden täglich (Durchschnitt bei allen Befragten: zehn Prozent). Von allem machen sie ein bisschen mehr: Sie schreiben mehr E-Mails und lesen mehr Nachrichten. Sie nutzen das Web häufiger, um Lokalitäten und Aktivitäten herauszufinden. Über 80 Prozent der OSN-Nutzer kaufen im Internet ein (Alle Befragten: 71 Prozent).

Auf die Frage 'Für welche Bereiche/Themen würden sie sich ein OSN wünschen?' nannten die OSN-Erfahrenen deutliche Favoriten: Spitzenreiter auf der Wunschliste sind die Businesskontakte (63 Prozent), gefolgt von den Themenfeldern Kunst/Kultur/Musik (42 Prozent), Sport (33 Prozent), Lokales (31 Prozent) und Politisches (25 Prozent). Deutliche geschmackliche Unterschiede gibt es hier zwischen den Geschlechtern: Frauen wollen mehr Kultur (50 Prozent; Männer 37 Prozent), mehr Lokales (37 versus 27 Prozent), mehr gesundheitliche Themen (33 versus 21 Prozent), mehr Soziales (21 versus 15 Prozent) und mehr Familienthemen (19 versus elf Prozent). Männer hingegen favorisieren unter anderen politische Themen (28 versus 17 Prozent).

Laut der Studie schreiben nur 17 Prozent der Befragten Forenbeiträge, nur 13 Prozent chatten und nur acht Prozent beteiligen sich mit Beiträgen in der Blogosphäre. Sie zeigen eine eher passive Konsumhaltung, schätzen E-Mails, News, Produktinformationen und Online-Shopping. "Berufstätige OSN-Nutzer müssen mit ihrer Zeit haushalten, das zeigt sich an ihrem Verhalten und an ihren Servicewünschen. Sie schätzen alles, was ihnen unmittelbar Nutzen bringt, zum Beispiel Produktbewertungen. Diskussionen zählen scheinbar weniger dazu", schlussfolgert 'Robert & Horst'-Chef David Eicher.

Die GfK-Studie zeigt: Die Berufstätigen unter den Internet-Nutzern haben völlig andere, eher konservative Wünsche. Das Vereinbaren von Datings und die Partnersuche halten 85 Prozent für uninteressant. Interaktive Fotoalben lehnen 68 Prozent ab, gefolgt von Chats und Foren mit 65 Prozent. Auch der Service 'Neue Freunde über Freunde finden' wird von 60 Prozent der OSN-Nutzer abgelehnt. Ebenso uninteressant sind für sie Angebote wie Kalender, Integration von Mobiltelefonie und der Meinungsaustausch zu privaten Themen.

Zu den Top-Favoriten der Berufstätigen gehören das Knüpfen neuer Businesskontakte (69 Prozent), Finden alter Freunde, das Halten von Kontakten (57 Prozent) sowie Jobangebote (52 Prozent). Auch der Meinungsaustausch zu beruflichen Themen (50 Prozent) und das Pflegen lokaler Geschäftskontakte (40 Prozent) sind ihnen wichtig, genauso wie das persönliche Kennenlernen von Online-Kontakten von Angesicht zu Angesicht (40 Prozent). Die Internet-Telefonie wird mit 37 Prozent ebenfalls sehr geschätzt.

Auffallend sind die Geschmacksunterschiede zwischen den beiden Altersgruppen (bis 35 Jahre und ab 36 Jahre): Während nur fünf Prozent der über 35-Jährigen 'Neue Freunde über Freunde finden' für wichtig halten, sind es bei der Altersgruppe bis 35 Jahren 20 Prozent. Den Service "personalisierte Local-City-Guides" finden 30 Prozent der jüngeren Gruppe interessant, jedoch nur 19 Prozent der älteren. Auch bei Chats und Foren zeigt sich der Generationenunterschied: 76 Prozent der Älteren finden diese uninteressant, jedoch nur 64 Prozent der Jüngeren.

Geht es ums Bezahlen wollen sich nur 41 Prozent der Befragten nach einer Probezeit entscheiden. Nur sieben Prozent sind grundsätzlich bereit, Gebühren zu zahlen. Und 41 Prozent lehnen die Bezahlung für OSNs generell ab. Etwas großzügiger sind jene Befragten, die bereits OSN-Nutzer sind. Jeder zweite akzeptiert Gebühren nach einer Probezeit, nur 29 Prozent sind prinzipiell gegen eine Bezahlung solcher Services. OSN-Erfahrene sind also eher bereit zu zahlen - doch ausgeben wollen sie weniger als der Durchschnitt: 64 Prozent aller OSN-Nutzer würden nur fünf Euro pro Monat dafür aufbringen wollen (alle Befragten: 60 Prozent), nur rund jeder Vierte würde bis zu zehn Euro zahlen. Bei über zehn Euro ist aber Schluss: Nur ein Prozent der OSN-Nutzer wäre dazu bereit (alle Befragten: zwei Prozent). Auf welche Weise sollten OSN-Mitglieder gewonnen werden? Hier favorisieren OSN-Nutzer die Variante, dass nur Mitglieder neue Mitglieder einladen dürften (36 Prozent).

Vorsicht und Zurückhaltung herrscht laut Studie bei der Frage, ob man ein OSN, das von einem Unternehmen angeboten wird, auch nutzen würde. Über ein Drittel aller Befragten sehen sich nicht imstande, dazu ein Urteil abzugeben (35 Prozent). Ein weiteres Drittel (32 Prozent) lehnt OSN-Angebote der Wirtschaft generell ab. Das bedeutet: Nur jeder dritte Befragte wäre prinzipiell bereit, ein Angebot der Industrie zu nutzen. Die Unsicherheit, was man von solchen OSNs halten soll, ist also noch sehr hoch. "Hier muss die Wirtschaft erst Vertrauen aufbauen. Sie muss ihren Zielgruppen klar machen, welchen Nutzen sie aus den angebotenen OSNs haben und dass sie dort keiner Meinungsmanipulation ausgesetzt sind", rät Eicher und warnt: "Würde ein Unternehmen das versuchen, wäre der Imageschaden enorm. Je jünger die Befragten sind, desto aufgeschlossener sind sie gegenüber OSNs von Unternehmen: 37 Prozent der unter 35-Jährigen würde ein solches nutzen, nur 29 Prozent würden es ablehnen. Jene Befragten, die offen sind für von der Industrie betriebene Netzwerke, haben eindeutige Themenwünsche: Im deutlichen Abstand zu den Ablehnern wollen sie informiert werden über Sport (44 Prozent versus 21 Prozent), Lokales (37 versus 27 Prozent), Gesundheit (28 versus 18 Prozent) oder Marketing (26 versus zehn Prozent). Auch die Themen Familie, Haushalt und Handwerk sind bei den Befürwortern von größerem Interesse.

Ein Faible für Informationsangebote zeigt sich bei den Befürwortern industriegetriebener OSNs laut Studie auch bei der Frage: 'Welche Services würden sie sich wünschen, wenn diese auf Basis ihrer Profildaten zusammengestellt werden?' Stolze 63 Prozent würden individuell ausgewählte News begrüßen, 62 Prozent persönliche Jobangebote, 51 Prozent Eventvorschläge und 32 Prozent persönliche Einkaufstipps. Weit abgeschlagen auf der Beliebtheitsskala stehen individuell abgestimmte Werbung (29 Prozent) sowie Gewinnspiele (fünf Prozent).

Die GfK-Umfrage hat ermittelt, welche einzelnen Services der 'Online Social Networks' (OSNs) für die Zielgruppe der Berufstätigen attraktiv sind. Dazu wurden 409 Internet-Nutzer befragt. Von diesen wurden zudem jene herausgefiltert, die bereits OSN-Nutzer sind (232 Personen) nutzen. Dazu zählen aktive als auch passive Mitglieder von OSNs, wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass sie bereits Erfahrungen mit OSNs haben. Die Studie entstand im April 2006. Sie wurde bei Robert & Horst zunächst für interne Zwecke genutzt und wird nun freigegeben. Die Studie konzentriert sich auf die Zielgruppe von Berufstätigen mit Abitur.

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