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Produkt-Watch: Der digitale Schauspieler
28.09.2012 Bisher gab es nur das aufwändige Verfahren "Motion Capturing", um die Bewegungen eines Menschen auf eine computeranimierte Figur zu übertragen. Jetzt vereinfacht eine Erfindung des Max-Planck-Institutes für Informatik den Prozess enorm.
Nur mit "Videokameras, Mathematik und Rechenkraft" kann das Institut ein Computerskelett errechnen, das in Echtzeit die Bewegungen eines abgefilmten Menschen nachahmt. Früher musste ein Mensch dazu in einen mit Punkten übersäten Ganzkörperanzug steigen, der in Infrarotlicht von einem Spezialkamera-System gefilmt wurde.
Heute genügen einfach mehrere Kameras, die aus verschiedenen Perspektiven auf einen Menschen gerichtet werden. Der abgefilmte Körper wird in einen Haufen geometrischer Formen übersetzt, auf die sich ein virtuelles Skelett mit fast 60 Gelenken legen lässt. Das digitale Skelett folgt exakt den Bewegungen seines realen Vorbildes.
Indem auf das Skelett verschiedene Körper-Oberflächen projiziert werden, kann ein Schauspieler beispielsweise eine digital animierte Comicfigur in Echtzeit bewegen - und zwar mit deutlich geringerem Kostenaufwand als früher. Auch eine Anwendung in Sport und Medizin ist denkbar, um Bewegungsabläufe zu analysieren oder Haltungsschäden aufzuspüren.
Für die Produktion von digitalen Animationsfilmen, etwa im Video-Advertising oder im Gaming, sinkt damit die Einstiegshürde enorm: Die Verwendung digitaler Schauspieler wird massentauglich.
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