Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
SEO für die AIO-Zukunft: So landet man in Googles KI-Übersicht
23.06.2025 Woher kommen die Links in Googles KI-Übersichten? Eine exklusive Analyse offenbart Schnittmengen zwischen Suchergebnissen und den 'AIOs'. Doch die Hälfte kommt von ganz anderswo. Wie Marken reinkommen.
Für sie haben die Internetwarriors zwölf Branchen untersucht.
- Banken
- Chemie
- E-Commerce
- Energie/ Versorger
- Industrie
- Konsum- & Gebrauchsgüter
- Krankenkassen
- Medien/ Verlage
- Mobilität
- Over-the-Counter Pharma
- Pharma
- Versicherung
- Wie häufig zeigt Google KI-Übersichten an?
- Wie viele Links zeigt Google in den AIO an?
- Wie stark überschneiden sich AIO- und die organischen Links darunter?
- Welche Art von Quellen und Inhalten werden in AIO verlinkt?
- Welche Eigenschaften haben von AIO bevorzugte Quellen?
Wie oft Google AIOs anzeigt: Russisch Roulette mit zwei Kugeln. Noch.
Aktuell sieht es so aus, dass Google bei drei Suchen in einer Ergebnisseite eine KI-Übersicht ausliefert und in zwei Suchen nur die guten, alten Links. Doch dieser Durchschnitt sagt wenig aus, dröselt man das Ganze nach Branchen auf: Denn dann zeigen sich die heftigen Ausreißer, in beide Richtungen.Suchen im Umfeld der Branche Medien etwa zeigen wenig überraschend den höchsten Anteil an AIOs. Kein Wunder, schließlich generiert so ein Sprachmodell wie Gemini ja Sprache. Also sind die Gewerke, deren Ware die Sprache ist, natürlich prädestiniert für die KI-Boxen. Auch der Ausreißer nach unten, die ECommerce-nahen Branchen, ergibt Sinn. Es handelt sich hier nicht um den klassischen Onlinehandel, sondern um Konsumgüter wie Lebensmittel und Waren rund um Mobilität (Fahrkarten etwa). Wieso sollte Google sich hier auch mit einer KI-Box breitmachen?
Viel spannender ist da doch die Produktsuche des klassischen Onlinehandels. Ein Feld, das als Aufmarschgebiet gegen Googles Konkurrenten Amazon dienen kann - dessen Suchschlitz ist einer der schlimmsten Traffic-Diebe für die Suchmaschine: Viele Menschen suchen einfach direkt bei Amazon, wenn sie das Web nach Produkten durchsuchen wollen. Wieso auch nicht, da gibt es ja eh alles. Und so ist der KI-Anteil im klassischen E-Commerce fünf mal so hoch wie der bei den lediglich 'handelsaffinen' Branchen.
Faszinierend findet Internetwarriors-Geschäftsführer Axel Zawierucha, dass Google hier nicht nur Publishern das Geschäftsmodell ansägt - wer soll noch deren Seiten besuchen, wenn er alles kurz im AIO lesen kann? Spannend findet er, wie Google sich selbst kannibalisiert: "Dort, wo früher Googles 'Top Shelf' war, ist auf einmal AI! Die Suchmaschine belegt die Position, auf der sie Milliarden mit Ads verdient, mit KI-Inhalt." Hier verändere sich ein ganzes Geschäftsmodell, so Zawierucha. "Der Traffic geht nicht mehr zu Webseiten und damit müssen alle drüber nachdenken, wie sie sich anpassen - vor allem und am stärksten Google selbst!" Kein Wunder, dass der Konzern irrwitzige Beträge in sein KI-Portfolio stecke.
Richtig spannend für die betroffenen Branchen wird es aber bei der Frage: Woher kommen die Inhalte der KI-Übersichten? Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Links auf der SERP und dem, was da in dem AIO steht. Hier geht es um nicht weniger als die Frage: Komme ich mit SEO in eine KI hinein?
SEO vs. GEO: Und woher kommen die Inhalte bei den betroffenen Seiten
Und die Analyse der Internetwarriors legt ein klares 'Ja' nahe. Denn legt man die verlinkten Quellen in den KI-Übersichten und die organischen Links darunter übereinander, sieht man im Gegenlicht große Schnittmengen. Bei Medien-Suchen sind im Schnitt sieben der zehn verlinkten Quellen in den KI-Antworten dann auch als organische Links darunter zu finden. Wer also beispielsweise als Verlag auf der ersten Google-Ergebnisseite landet, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in der KI-Antwort als verlinkte Quelle. Über alle Branchen betrachtet ergibt sich ein Anteil von 52 Prozent Quellen aus den SERPs - die KI bezieht also ihre Infos zur Hälfte aus der Ergebnisseite.
"Hier ist neues SEO gleich altes SEO", sagt Zawierucha: "Wenn man eine große Infoplattform aufgebaut hat, wenn man mit der in den SERPs landet - dann produziert man die KI-Ergebnisse mit."
Da drängt sich aber doch eine Frage auf, oder? Woher kommen die restlichen 50 Prozent der Inhalte in den KI-Übersichten?
Das Einfallstor für die Guten: Die SEO-immune, andere Hälfte der KI
Die weiterführenden Analysen der Internetwarriors zeigen: Fast fünfzig Prozent der AI-Quellen sind SEO-immun, sie tauchen auf der Startseite nicht auf, sondern es handelt sich mehrheitlich um Wissensportale und Beratungsangebote. Seiten hoher Seriosität und mit starkem Nutzwert.
"Dass diese Seiten nicht in die SERPs kommen, dafür aber in die Overviews hat mit Autorität, Relevanz, Suchvolumen und fachlicher Hochwertigkeit zu tun", erklärt Zawierucha: "Sie sind seriös, lange am Markt und haben Relevanz, trotz weniger Traffic." Hier befinde man sich auf dem Terrain eines PR-orientierten SEO in Verbindung mit Markenaufbau und Topcontent: Blackhat-SEO wie Linkkauf spiele noch eine Rolle, aber sie schwinde wegen AI, so Zawierucha: "Die 50 Prozent AI-Quellen, die nicht auf der ersten Google-Seite stehen sind Publisher, die kein Hardcore-SEO machen, sondern sich etwas aufgebaut haben - das ist eine echte Chance für die Kleinen!"
Was aber müssen Seiten genau tun, um mittels Relevanz für die NutzerInnen und über deren Vertrauen in die AIOs zu gelangen, statt via technischem SEO?
Vier Wege führen in die AIOs
Auf Basis ihrer Analysen haben die Internetwarriors eine AIO-Sichtbarkeitsstrategie abseits des klassischen SEO entwickelt.- Themenfokus: Klar, konkret, eingegrenzt- Wähle ein konkretes Thema, das in sich geschlossen bearbeitet werden kann.
- Keine Streuung auf Unterthemen oder Aspekte.
- Beantworte die Frage: "Für welches Nutzerinteresse ist dieser Inhalt die beste erste Anlaufstelle?"
- Nutzwert: Hilft, beantwortet, klärt- Schreibe nicht über ein Thema, sondern für ein Anliegen.
- Jeder Abschnitt sollte eine Frage beantworten oder eine Entscheidung unterstützen.
- Strukturiere den Text! (Absätze, Zwischenüberschriften, FAQs, Tutorials).
- Frage an den Text: "Was kann oder weiß der Leser danach besser als vorher?"
- Unterscheidbarkeit: Erkennbar anders, besser oder relevanterLiefere eine eigene Perspektive, Expertise oder Darstellung.
Kein Text ohne Substanz!
Liefere Wissen, das nur von dir und deiner Marke kommen kann (Erfahrungen, eigene Daten, Fallbeispiele).
Ziel: "Würde ein KI-Modell genau diese Seite zitieren, wenn es zu dem Thema eine Antwort gibt?"
- Formatierung & Technik: maschinenlesbar machen- HTML-semantisch schreiben: Absätze, Listen usw.
- Inhalte direkt im HTML-Text sichtbar
- Verwendung von FAQ-Strukturen oder HowTo-Blöcken fördert maschinelle Extraktion
Also alles in Butter, einfach weiter a) SEO machen oder b) eine starke Marke mit einer tollen Seite betreiben? Naja, leider ist es nicht so einfach. Früher musste man auf den Link klicken, um den Inhalt zu lesen - eine hohe Motivation für einen Seitenbesuch. Heute liest man den Inhalt - und allenfalls Quellen-Interesse oder weiterführende Fragen könnten NutzerInnen veranlassen, auf den Link zu klicken. Wen man die kleine 'Acht'-förmige Verlinkung überhaupt bemerkt. "Das große Problem ist, dass der Verlust des Traffics genau an dieser Stelle einsetzt - die Publisher, leben von der Vermarktung der Seitenbesucher", analysiert Zawierucha. "Wenn die Frage auf der SERP beantwortet wird, reduziert das die Notwendigkeit, auf die Seite zu gehen. Und dann ändert sich plötzlich das Geschäftsmodell, das alte funktionier schlagartig nicht mehr."
So wird alles auf ein SEA-Modell hinauslaufen, die Weichen dafür hat Google bereits gestellt: Google arbeitet an der Lancierung eines 'AI Mode'. Der wird Gemini in die Such-Welt überführen - insofern, dass man auf einen Prompt hin eine Reihe von Optionen bekommt. Natürlich SEA-basiert, erklärt Zawierucha: "Auf den Prompt mit den Worten 'Rote Rosen' hin, bekommt man allgemeine Infos, gefolgt von weiterführenden Anfragen: 'Willst du Schnittblumen kaufen?' Dann geschieht der sogenannte 'Fanout': Man klickt auf einen der vorgegebenen Begriffe und der AI Mode integriert Ads."
Außerdem plane Google, die Suche 'Agentic' zu gestalten: "Man kann dann im Rahmen der Interaktion der AI Handlungsfähigkeiten zuweisen: Man kann aus Angeboten etwa eines aussuchen und der Agent bietet an, zu bestellen, den Kauf abzuwickeln - man kann aus dem Adressbuch Lieferadressen auswählen."
Von der Realität ist dieses Modell noch ein bis zwei Jahre entfernt, wenn es bereit ist, wird Google seine Suche knallhart auf ein agenten-getriebenes Convenience-Shopping bürsten.
