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Internet der Dienste: Studie sieht Milliardenmarkt entstehen

01.12.2010 Im Internet entsteht eine neue Dienstleistungswirtschaft mit Milliardenvolumen, so das Ergebnis einer Studie   von Berlecon Research   im Auftrag des BMWi  .

Durch Technologien wie Cloud Computing, Serviceorientierte Architekturen (SOA) und Webservices wachse die Palette an Dienstleistungen, die über das Internet genutzt und gehandelt werden können. Unternehmen aller Branchen können damit innovative Servicemodelle entwickeln und neue Umsatzpotenziale erschließen. Für die IKT-Branche entstehe im Internet der Dienste ein Milliardenmarkt, stellt die Studie "Das wirtschaftliche Potenzial des Internet der Dienste" fest.

In Deutschland werden die Umsätze mit Public Cloud Computing nach Einschätzung der Studienautoren bis zum Jahr 2025 von heute knapp 650 Mio. Euro auf über 20 Mrd. Euro anwachsen. Dies entspricht dann etwa 20 Prozent der gesamten IT-Ausgaben deutscher Unternehmen.

 (Bild: Berlecon Research)
Bild: Berlecon Research

Allein im Bereich der internetbasierten Softwarelösungen werden die Aufwendungen für Public-Cloud-Leistungen bis 2025 auf 11 Mrd. Euro ansteigen - das sind 90 Prozent der Gesamtausgaben für Standardsoftware in Deutschland. Hinzu kommen Umsätze im Projektgeschäft rund um Public-Cloud-Lösungen in Höhe von schätzungsweise 1,6 Mrd. Euro im Jahr 2025.

 (Bild: Berlecon Research)
Bild: Berlecon Research


Diese Zahlen berücksichtigen noch nicht den Markt für Private Cloud Computing, der heute rund zweieinhalb Mal so groß ist wie der für Public-Cloud-Angebote. In der Private Cloud werden Rechenleistungen, Speicherkapazitäten oder Anwendungen in virtualisierten Umgebungen für einzelne Unternehmen bereitgestellt. Berlecon Research geht davon aus, dass im Jahr 2025 die Public Cloud die Private Cloud überholt haben wird. Die Marktforscher erwarten im Jahr 2025 Public-Cloud-Umsätze von circa 20 Mrd. und Private-Cloud-Leistungen von etwa 10 Mrd. Euro. Für den gesamten deutschen Cloud-Markt erwarten die Autoren der Studie einen Umsatzanstieg von derzeit ca. 2,4 Mrd. auf 30 bis 35 Mrd. Euro in 2025.

Die Analysen zeigen, dass der Bezug von IKT-Ressourcen als webbasierte Dienstleistung mehr ist als eine kurzfristige Modeerscheinung. Für die IKT-Branche bedeutet das eine tiefgreifende Veränderung der Marktstrukturen. Denn das Umsatzwachstum bei Cloud Computing geht teilweise zu Lasten anderer Marktsegmente wie z.B. des klassischen Lizenz- oder Projektgeschäfts. IKT-Anbieter müssten sich darauf vorbereiten, sonst liefen sie Gefahr zurückzufallen oder sogar ganz vom Markt zu verschwinden. Insbesondere kleine und mittelständische IKT-Anbieter müssten neue Wege beschreiten, um langfristig am Markt bestehen zu können.

Allerdings zeigt die im Rahmen der Studie durchgeführte Unternehmensbefragung, dass in vielen Branchen die Potenziale entweder noch gar nicht erkannt werden oder erhebliche Unsicherheiten bestehen. So erkennt bspw. in den Branchen Medien und Verlagswesen sowie Kredit- und Versicherungsgewerbe eine Vielzahl von Unternehmen großes Potenzial in neuen, webbasierten Geschäftsmodellen. Gleichzeitig sieht ein großer Teil von ihnen aber die traditionellen Geschäftsbereiche durch das Internet bedroht. In den Industriesektoren scheint die Wahrnehmung der neuen Chancen durch das Internet besonders gering ausgeprägt zu sein. Weniger als 10 Prozent der Unternehmen der Automobilindustrie bescheinigen dem Internet ein hohes oder sehr hohes Potenzial für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Im Maschinenbau erkannte kein einziges befragtes Unternehmen diese Chancen.

Die Analysten empfehlen Unternehmen, die Wachstumschancen durch webbasierte Dienste systematisch zu erschließen und diese nicht dem Zufall zu überlassen.

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