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Mitarbeiterbindung

Employer Branding: 60 Prozent der ArbeitnehmerInnen sind unzufrieden

24.11.2022 Unter dem Einfluss von Corona, dem Beginn des Ukraine-Kriegs sowie Inflationsängsten zeichnen sich Erosionsprozesse im Bindungsverhältnis zwischen Arbeitgebern und ihren Angestellten ab, die jedoch derzeit kaum aufgefangen werden. Eine aktuelle Studie belegt, dass Unternehmen in Deutschland mehrheitlich nicht genug und nicht das Richtige tun, um ihre Mitarbeitenden an sich zu binden.

 (Bild: unsplash/ rawpixel)
Bild: unsplash/ rawpixel
60 Prozent der ArbeitnehmerInnen sind laut der repräsentativen Umfrage von PAWLIK Consultants   in Zusammenarbeit mit dem Rheingold Institut   mit den Bindungsangeboten unzufrieden, darunter sind 35 Prozent, die angeben, dass ihr Unternehmen gar keine Bindungsangebote macht und 25 Prozent, die meinen, das Angebot könnte besser sein. Die jetzt veröffentlichte Studie belegt zudem einen starken Zusammenhang dieser Unzufriedenheit mit der gewünschten Bleibedauer der ArbeitnehmerInnen im Unternehmen. Bis zu 39 Prozent sind offen für den Wechsel oder schon dazu entschlossen.

Die Arbeit im Homeoffice und die wachsende Verunsicherung durch den Ukraine-Krieg und andere Krisen erschwere traditionelle Bindungsprozesse. Die Studie habe aber gezeigt, dass Bindungsdefizite vielen ArbeitnehmerInnen nicht bewusst sind und daher auch kaum artikuliert werden.

Das Rheingold Institut hat in tiefenpsychologischen Interviews sechs Kohäsionsfaktoren ermittelt, an denen Führungskräfte für einen besseren Zusammenhalt im Unternehmen ansetzen können. Die hohe Wichtigkeit der Faktoren wurde für die Mehrheit der ArbeitnehmerInnen in einem repräsentativen Panel bestätigt. "Werkstolz" und "Flexibilität" sind demnach für eine Mehrheit am wichtigsten. Je zwei Drittel der ArbeitnehmerInnen wollen, dass ihr eigener Beitrag zum großen Ganzen erkennbar ist (Werkstolz: 68 Prozent) und dass ihr Arbeitgeber ihnen die Vereinbarkeit von privater und beruflicher Entwicklung ermöglicht (Flexibilität: 66 Prozent). Die weiteren zentralen Kohäsionsfaktoren sind der Teambezug (58 Prozent), "Wertschätzung" durch einen festen Platz im Unternehmen (53 Prozent), eine klare Unternehmensmission (51 Prozent) und individuelle Weiterbildung (48 Prozent).

Um individuelle Unterschiede im Bindungsverhalten der Menschen zu verstehen, wurde die Umfrage um die Analyse von Persönlichkeitsfacetten durch "screenfact" ergänzt. Dabei zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen intuitiven Menschen, die auch als "Macher" wahrnehmbar sind, und einem eher kritisch prüfenden Typus. Intuitive Menschen legen grundsätzlich deutlich mehr Wert auf Bindungsmaßnahmen als kritisch prüfende. Sie erwarten unter anderem mehr Flexibilität und mehr individuelle Weiterbildung, um ihrem Arbeitgeber treu zu bleiben. Kritisch prüfende dagegen legen sehr viel Wert auf eine Rahmung durch klare Strukturen und Führung.
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