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Zwischen ChatGPT und Chaos
03.11.2025 Der Onlinehandel setzt längst auf Künstliche Intelligenz. Doch zwischen Anwendung und Verantwortung klafft eine Lücke.
Diese Fragen bleiben oft unbeantwortet, weil KI noch immer als Werkzeug verstanden wird - nicht als strategischer Faktor. Das erinnert an die Frühphase des E-Commerce selbst: Viele starteten mit Tools und Shopsystemen, aber ohne Geschäftsmodell. Erst wer Strukturen, Prozesse und Governance nachzog, konnte nachhaltig skalieren.
Heute wiederholt sich diese Entwicklung. Der Handel ist technisch früh, aber organisatorisch spät. Die Studie der FHNW belegt: Über 80 Prozent der Händler nutzen KI - meist für Texte, Übersetzungen oder SEO -, doch nur ein Drittel verfügt über eine KI-Strategie. Das ist, als würde man ein Auto starten, ohne zu wissen, wohin man fährt.
KI kann Produktivität steigern, Kosten senken und Kundenerlebnisse personalisieren. Aber ohne klare Ziele, Datenqualität und Verantwortlichkeiten entsteht kein Wert - nur Tempo. Wer KI ernst nimmt, muss sie deshalb führen wie jede andere Schlüsseltechnologie: mit Strategie, Governance und messbaren Ergebnissen.
Die Zukunft des E-Commerce entscheidet sich nicht mehr daran, wer KI nutzt, sondern wer sie versteht.
