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Industrie 4.0: Fünf Faktoren, die die Fabrik der Zukunft prägen

18.02.2015 Schneller, flexibler und agiler: Neue Organisationsformen und Techniken sowie ein kultureller Wandel - der weltweit agierende ERP-Anbieter IFS   erläutert, welche fünf Trends die die Fabrik der Zukunft maßgeblich gestalten.

 (Bild: Joachim Graf)
Bild: Joachim Graf
Die Fertigungsbranche unterliegt einem nachhaltigen Wandel. Schneller, flexibler und agiler lautet das Motto. Die Veränderungen werden dabei deutlich über die weitere Automatisierung - wie sie die Branche derzeit unter dem Schlagwort Industrie 4.0 diskutiert - hinausgehen. Fünf Faktoren, die die Fertigungsbranche verändern:

1. Stärkere Lokalisierung:


Fertigungsunternehmen werden künftig noch wesentlich stärker ausdifferenziert und verteilter sein. Kleinere, aber dafür mehr Standorte sorgen dann dafür, dass sie einen besseren Zugang zu lokalen Ressourcen haben und auf neue Marktanforderungen direkt vor Ort reagieren können. Das ermöglicht ihnen, ihre Supply Chains zu optimieren, agiler zu sein und die Lieferzeiten deutlich zu verkürzen. Daneben wird es aber auch weiterhin sehr große Fertigungsstandorte geben, an denen die Unternehmen ihre größten und wichtigsten Teile herstellen oder montieren.

2. Fortschreitende Digitalisierung:


Durch die stärkere Lokalisierung der Supply Chain spielt die Informationstechnologie in Zukunft eine noch größere Rolle, als das in der Branche ohnehin schon der Fall ist. Ein Beispiel dafür ist der 3D-Druck. Er wird es etwa ermöglichen, dass ein lokaler Vertriebsstandort zumindest bei kleineren Ersatzteilen einfach die Blaupause herunterlädt und sie direkt vor Ort druckt. Darüber hinaus wird die zunehmende Verbreitung von Cloud Computing und des Internets der Dinge eine neue Generation intelligenter Objekte hervorbringen, die Fertiger mit Echtzeitdaten versorgen können. Sensoren von Anlagen und Maschinen, die bei Kunden installiert sind, liefern den Herstellern dann beispielsweise selbstständig wertvolle Informationen für die Wartung und Instandhaltung, mit deren Hilfe sich bessere After-Sales-Services erbringen lassen.

3. Ausweitung von Kooperationen:


Produktionsunternehmen gehen künftig deutlich mehr Partnerschaften ein und arbeiten wesentlich enger zusammen, als sie das heute tun. Zum einen werden sie Partnerschaften mit Universitäten schließen, um sich frühzeitig die besten Talente zu sichern. Aber auch untereinander werden sie stärker kollaborieren.

4. Flexiblere Konfigurierbarkeit:


Die Fertigungsstandorte werden immer häufiger so konzipiert sein, dass sich ihre Strukturen schneller und flexibler an neue Marktanforderungen anpassen lassen. Die Elemente von Werkstätten und Produktionshallen - vom einzelnen Arbeitsplatz bis hin zu den Maschinen - sind heute meist noch sehr starr organisiert. In Zukunft werden sie aber zahlreiche unterschiedliche "Konfigurationen" ermöglichen, die jeweils ideal zu den konkreten Anforderungen passen.

5. Kultureller Wandel:


Mit den genannten Änderungen einher geht auch ein Wandel der Unternehmenskultur. Die Außenwelt wird Fabriken nicht länger als staubige und ölverschmierte, sondern vielmehr als offene und stark vernetzte Orte wahrnehmen. Diese Entwicklung hat bereits begonnen und so erinnern viele Fabriken den Betrachter heute schon stärker an einen Bürokomplex als an eine klassische Fertigungsstätte.

Um dem zunehmenden Wettbewerbsdruck standzuhalten und schnell auf die sich ständig ändernden Marktanforderungen reagieren zu können, werden sich die "Unternehmen der Fertigungsbranche künftig flexibler aufstellen", sagt Herbert Feuchtinger , Vice President Consulting & Support bei IFS in Erlangen. Das Internet der Dinge oder der 3D-Druck können sie dabei laut Feuchtinger massiv unterstützen. "Dieser Wandel wird das Gesicht der Branche nachhaltig verändern - weg von den klassischen Blaumann-Umgebungen und hin zu hoch vernetzten und durchgängig digitalisierten Unternehmen."
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