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Moccamedia-Chef Becker: "Innovation braucht ein System"
26.06.2026 Moccamedia ist 2026 erneut in der Spitzengruppe der TOP-100-Innovatoren in Deutschland und zusätzlich von FOCUS-Business zum "Leading Innovator 2026" ernannt. Im Interview erklärt Geschäftsführer Patrick Becker, warum Innovationskraft im Mittelstand kein Zufallsprodukt ist, welche Strukturen moccamedia dafür geschaffen hat - und weshalb neue Ideen erst dann wirklich zählen, wenn sie Kunden messbar bessere Ergebnisse bringen.
Moccamedia
Moccamedia wurde 1989 mit der Idee gegründet, Mediaplanung nicht national nach dem Gießkannenprinzip, sondern regional präzise auszusteuern. Das Unternehmen versteht sich dabei als unabhängige, inhabergeführte Media- und Mar-Tech-Agentur für lokales, regionales und internationales Handelsmarketing. Das Unternehmen verbindet an fünf Standorten in der DACH-Region für Kunden in 30 Ländern datengetriebene Mediaplanung, hyperlokale Push-to-Store-Kommunikation und Wirkungsanalysen, um Kampagnen regional auszusteuern und Nachfrage in lokalen Verkaufsstellen zu steigern.
Herzlichen Glückwunsch zur doppelten Auszeichnung für moccamedia. Wie wird man zu einem herausragenden Innovator in der Branche?
Patrick Becker: Dazu braucht es ein durchdachtes Paket von Maßnahmen, die Innovation gezielt initiieren und vorantreiben, und man muss das Thema in der Unternehmens-DNA verankern. In der Praxis heißt das für uns: Wir beobachten kontinuierlich Veränderungen in Technologie, Mediennutzung und Handel und entwickeln daraus laufend neue Lösungen. Wir haben den Vorteil, dass wir als unabhängiges, inhabergeführtes Unternehmen sehr schnell entscheiden und handeln können. Diese Verbindung aus Offenheit, Geschwindigkeit und Umsetzungsstärke macht unsere Innovationskraft aus. Das bestätigt auch die aktuelle TOP 100-Innovationsbilanz. Sie bescheinigt uns Bestnoten und ein Innovationsniveau, das deutlich über dem Durchschnitt der TOP 100-Unternehmen liegt.Geht es konkreter? Welche konkreten Strukturen, Prozesse oder Routinen haben Sie geschaffen, um innovatives Denken systematisch zu fördern?
Innovation braucht ein System. Dazu gehören klare Verantwortlichkeiten, Zeit für die Entwicklung, Bewertung und Testung neuer Ideen und die Bereitschaft, auch Dinge auszuprobieren, deren Ausgang noch nicht feststeht. Wir diskutieren Entwicklungen regelmäßig im Führungskreis und beziehen unterschiedliche Perspektiven aus unseren Teams ein. Dafür haben wir unter anderem unser Innovationsgremium etabliert und eine eigene Database aufgebaut. Dort dokumentieren und bewerten wir alle Ideen unserer Mitarbeitenden. Die Geschäftsführung gibt zu jedem neuen Verbesserungsvorschlag innerhalb von etwa 10 Tagen Feedback, honoriert erfolgversprechende Ansätze mit Prämien und entwickelt sie systematisch weiter. Innovationen sind fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Allein 2024 haben wir fast eine Million Euro für Innovationstätigkeiten aufgewendet. Unser Anspruch ist es, Ideen möglichst schnell in Pilotprojekte und marktfähige Lösungen zu überführen.Im Topmanagement sind mindestens 50 Prozent der Arbeitszeit für Innovation reserviert. Heißt das, dass Innovationen top-down eingeführt werden müssen?
Das Topmanagement muss Innovation vorleben, ihr Priorität geben. Wenn die Unternehmensführung dafür weder Zeit noch Ressourcen bereitstellt, bleibt Innovation meist zufällig. Bei uns reserviert die Geschäftsführung rund 50 Prozent ihrer Arbeitszeit für Innovationsthemen. Gleichzeitig überträgt sie bewusst Verantwortung und Entscheidungsfreiheit an diejenigen, die Innovationsprojekte leiten.Alle, die bei moccamedia arbeiten, können Innovationen anstoßen. Ideen entstehen häufig dort, wo Menschen nah am Kunden, an Medienpartnern oder an technologischen Systemen arbeiten. Deshalb verstehen wir Innovation als Zusammenspiel: Das Management setzt Richtung und Rahmen, die Impulse kommen aus dem gesamten Unternehmen. Wichtig sind kurze Entscheidungswege. Wenn Mitarbeitende erleben, dass ihre Ideen gehört und schnell bewertet werden, entsteht Eigeninitiative.
